Low Budget CNC / Baubericht MPCNC

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    • Low Budget CNC / Baubericht MPCNC

      Moin zusammen,

      Ich lese hier schon einige Zeit mit, und habe mir auch schon diverse Konstellationen durchgeplant für den Bau einer Fräse. Ich schwanke auch immer wieder zwischen Bau und fertig kaufen. Und das zieht sich schon einige Jahre (!).
      Ich habe bereits eine Shapeoko, allerdings eine der ersten. Diese nutz ich eigentlich nur zum Platinen Fräsen. 4mm Sperrholz geht auch mal, macht aber mit dem Proxon Motor keinen Spass, und mehr trau ich der Mechanik nicht zu. Zu klein ist die obendrein.

      Um jetzt mal anzufangen und nicht all zu viel Geld aus dem Fenster zu werfen wollte ich mir ein "CNC Set" auf Ebay schießen. Z.B. Art. Nr. 253954867883
      Mir ist durchaus bewusst das es sich um Billigware handelt. Die Frage die sich mir stellt: Wie billig?
      Ich möchte die daraus entstehende Fräse ausschließlich zum ausfräsen von MPX, Sperrholz, vielleicht auch mal Massivholz nutzen. Langfristig soll eine "vernünftige" Maschine gebaut werden, hierbei würde meine "Low Budget" Maschine natürlich sehr Hilfreich sein.
      Steuerungstechnisch macht mir das ganze keine Gedanken, von der Konstruktion der Mechanik eigentlich auch nicht da ich insbesondere hierbei Fehlschläge mit einplane. Aber hier in dem Forum gibt es ja auch einigen an Know How zu lesen :thumbup:

      Was meint Ihr? Von vornherein rausgeschmissenes Geld, oder ein Versuch wert?

      Gruß

      PS: ich kapere meinen eigenen Fred un habe ihn als Baubericht umdeklariert :)
      Der einstieg zum Baubericht befindet sich hier: Low Budget CNC / Baubericht MPCNC

      The post was edited 1 time, last by dkeipp ().

    • Hallo,

      Um dir vielleicht deine Entscheidung etwas zu vereinfachen, kann ich nur empfehlen etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen und etwas anständiges anschaffen.
      CNC ist ein teures Hobby, ich weiß. Aber ich spreche hier aus Erfahrung. Ich hatte auch eine Chinafräse die mit allem etwas um die 3oo€ gekostet hat. War ein Geschenk meiner Familie.
      Es war meiner Seite auch nur ein Experiment ob es mir überhaupt zusagt. Ich bin Modellbauer seit ich 10 Jahre alt bin. Ich fing vor einigen Jahren mit dem Scratch bauen an.
      Da ich gerne zivile Fahrzeuge baue die es nicht als Bausatz gibt. Nach langem Suchen mein Hobby zu vereinfachen bzgl einfacherem Nachbau der Fahrerkabine eines zb Chetra TM140 kam ich auf das Fräsen.
      Am Anfang funktionierten einfache Fräsjobs ganz gut. Ich baue aber im Massstab 1/24. Da wurde der tatsächliche Verfahrweg von nur ca. 30 x 25 und 5cm Hub aber sehr schnell zu klein.
      Außerdem musste ich noch extra Geld ausgeben um die USB-Steuerung umzubauen um zb mit Estlcam fräsen zu können. Die Chinaspindel war viel zu schwach. Stepperverluste ohne Ende. Unzählige Fräserbrüche. Und zu guter letzt der Bruch der Z-Achse da die Frässpindelhalterung aus dem 3d-Drucker kam.
      Ich war dann selbst auf der Suche nach einer günstigen Fräse und kam zum Schluss, dass eine billige Fräse nochmal Geld ausgeben bedeutet um sie anständig betreiben zu können.
      Meine Frau ermutigte mich dann, und nach langem Hin und Her überlegen, kam ich zum Entschluss die Fenja zu bauen.
      Dauert zwar bis alles gekauft werden kann, da die Teile nicht billig sind und wir eine kleine Familie sind. Aber ich freue mich auf den Tag wenn dann meine Fenja lebt und ich meine Hobby dann richtig ausleben kann.
      Drum meine Empfehlung lieber etwas mehr Geld auch wenn der Geldbeutel schreit. Aber vielleicht kommt das Geld auch wieder zurück wenn man kleine Teile auch verkaufen kann die man selbst produziert hat, und das Bastlerherz auf gut österreichisch hupft im Kreis vor Freude. Bitte nicht falsch verstehen. Soll kein Aufruf zur Schwarzarbeit sein.
      Also lieber mehr Geld und viel mehr Freude

      Lg Philipp
      Gut Fräs Philipp :jo:
    • Hallo!

      Von meiner ersten Lehrlingsentschädigung habe ich mir ein Modellflugzeug gekauft. Das war vor 40 Jahren. Und ich bin dem Holzbau treu geblieben und ja ich habe das Ganze erweitert. ( Möbelbau, 3 Achsenfräse aus MPX usw. )
      Den Wunsch nach einer CNC Fräse habe ich schon lange aber der hohe Preis war immer sehr abschreckend.

      Nun musste ich aus gesundheitlichen Gründen in die Berufsunfähigkeitspension und trotzdem erfülle ich mir jetzt den Wunsch und baue mir eine CNC Eigenbaufräse.
      Auch ich muss sparen aber nachdem ich mir kein Zeitlimit gesetzt habe werde ich mein Projekt auch " durchziehen ".

      Ich habe bereits sehr viel über diese Thematik gelesen und auch viele Fragen gestellt. Das ist der Grundbaustein um nicht durch falsche Einkäufe Geld zu verlieren.
      Weiters habe ich schon mehrfach gelesen, daß das Aufrüsten von Billigfräsen in eine halbwegs funktionstüchtige Fräse sehr teuer ist.

      Meine Fräse wird eine Kombination aus Alu und MPX Sperrholz Buche und das MPX ist davon noch relativ günstig. Kugelumlaufspindel und 20er Linearführungen sind ja eigentlich Pflicht. Wir Pensionisten haben ja schon jetzt unser Weihnachtsgeld erhalten und daher konnte ich schon Alu, Holz und Kus kaufen.
      Und zu Weihnachten bringt das Christkind Linearschienen mit. :00009397:

      Philipp hat mit seiner Meinung Recht!
      lg
      Harry
    • Ich plane auch schon seit Jahren an meiner low Budget Fräse herum. In der Zwischenzeit habe ich mir eine kleine, fertige gekauft. Auch um damit Teile für die große fräsen zu können.
      Keine Ahnung ob Kugelumlaufspindeln Pflicht sind. Ich versuche es jetzt einmal ohne bzw. nur an Z. Wenn alles hinhaut hat meine Antriebsmechanik an X und Y zusammen (ca. 90cmx150cm oder 180cm, Länge ist dabei relaiv egal) 50€ gekostet.
    • heavyweather wrote:

      Ich plane auch schon seit Jahren an meiner low Budget Fräse herum. In der Zwischenzeit habe ich mir eine kleine, fertige gekauft. Auch um damit Teile für die große fräsen zu können.
      Keine Ahnung ob Kugelumlaufspindeln Pflicht sind. Ich versuche es jetzt einmal ohne bzw. nur an Z. Wenn alles hinhaut hat meine Antriebsmechanik an X und Y zusammen (ca. 90cmx150cm oder 180cm, Länge ist dabei relaiv egal) 50€ gekostet.
      Pflicht ist gar nichts! Jeder hat seine eigene Einstellung zu seinen Projekten.
      Ich folge der Einstellung das ich von Anfang an so gut wie möglich plane und baue denn ich möchte nicht alles 2 x bauen oder umrüsten. Fehler schleichen sich aufgrund der CNC Unerfahrenheit ohnehin noch immer ein. Auch das ist ein Grund - nicht nur der Finanzielle - warum ich mir viel Zeit lasse und immer wieder lese und Fragen stelle.
      Und Kus kosten heute nicht mehr die Welt, da schrecken mich die Preise der Lineareinheiten und Elektronik viel mehr. ;(
      lg
      Harry
    • So, mal ne Rückmeldung.

      Ich bin jetzt eher zufällig über jemanden gestolpert der eine MPCNC hat (mehr Infos: v1engineering.com). Kurz und knapp: Die meisten Teile kommen aus dem 3D Drucker, Die Führungen bestehen aus (Edel-) Stahlrohr. Ich gebe zu das hört sich verstörend an. Im Internet hab ich das Teil vorher auch schon gesehen und als Nonsens abgestempelt. Nun hab ich das ding aber mal Live gesehen und ich muss sagen das ist mehr als brauchbar.
      Es ist keine Rakete und eher eine Zerstäubungsmaschine, aber für meine Anwendungsfälle sehr interessant.
      Wie schon geschrieben möchte ich, Langfristig, eine "ordentliche" Portalfräse bauen. Die Low Budget Geschichte ist eine Kurzfristige Sache und wird natürlich auch für den Bau der neuen Fräse hilfreich sein.
      Für die MPCNC hab ich fast alles da. Ich war selbst davon überrascht das ich das passende Rohr in VA in der Werkstatt liegen hab (Das liegt da seit Jahren, ich wollte es schonmal dem Schrotti mitgeben...)
      Ich werde es mit dem Gerät also mal wagen. Ich habe mit die passenden Kugellager bestellt (100stk. bei Ebay für ~40€), und der 3D Drucker rennt auch schon. Die Schrittmotoren hab ich noch rumfliegen, Arduinos sowieso..
      Riemen und Spindel für die Z-Achse besorg ich mir bei entsprechendem Baufortschritt.
      Ich habe jetzt hier im Forum gar nicht geschaut ob es schon Meinungen dazu gibt. Ist mir jetz erstmal egal, es wird gebaut ;)
    • So, mal ein kleiner Zwischenstand:
      Das bei mir lagernde Rohr war für den Zweck nicht zu gebrauchen. Vermutlich ein paar mal unsanft behandelt und somit krumm. Also wohl doch ab damit zum Schrotti, ich hab noch mehr VA Schrott, dann lohnt sich das wenigstens.
      Ich hab dann mal Hydraulikrohr bestellt - 25x3mm - ist gestern bei mir aufgeschlagen, leider bin ich gerade Beruflich unterwegs und bevor es richtig losgeht, hab ich auch noch ein bisschen anderes zu tun:
      Ich hab eine massive Mobile Werkbank, da soll das gute Stück drauf. Die Tischplatte hat die Maße 1200x800mm, sodass ich auf einen Verfahrweg von 525x925 mm komme. Nicht ganz das was ich eigentlich wollte, aber für den Anfang reicht es. Zur Not kann man ja relativ einfach den Möller verlängern.
      Momentan steht auf dieser Werkbank aber meine Tischbohrmaschine, die steht dort sowieso etwas zu hoch... wenn ich nen Riemen umlegen will brauch ich nen Hocker. Die muss also umziehen auf ein Untergestell. Dieses ist auch schon vorhanden, aber da steht noch ein Schubladenschränkchen drauf. Das soll wiederum in meine neue Mobile Werkbank, wo der Platz zum Glück schon frei ist. Auf dem Schubladenschränkchen steht aber im Moment blöderweise noch der 3D Drucker. Der braucht also auch noch einen neuen Platz, *hmpf*. Das Untergestell braucht dann noch eine Arbeitsplatte und einen Sockel für die Tischbohrmaschine, da diese dort sonst zu niedrig steht.
      Das ganze hab ich mir erst in den letzten tagen überlegt, aber das ist sinnvoller als noch irgendein Gestell in die Werkstatt zu stellen. Somit ist der Platz für eine größere Fräse noch frei (naja, nicht wirklich – aber zumindest in der Theorie :) ).
      Ich glaube die arbeiten rund um die Fräse sind aufwändiger als die Maschine selbst. Die Teile sind mittlerweile alle gedruckt, eine Einkaufliste für die nicht lagernden Schrauben hab ich auch schon.
      Die Motoren sind vorbereitet, die Riemen sind da, Gehäuse für die Elektriktrick auch schon aus dem Messikabinett gefischt. Das Konzept für die Steuerung steht auch schon.
      Erstmal Bau ich aber einen Drahtverhau um zu sehen, ob alles läuft, dann kommt es geordnet ins Gehäuse. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich die China Treiber nehme oder die Trinamic Teile (SilentStepStick). Bei den Trinamic Dingern bin ich halt mit dem Strom begrenzt, die Chinateile gehen bis 4A.
      Ich halte euch auf dem Laufenden. Das nächste Mal hoffentlich mit Bildern von den ersten Ergebnissen ;)

      Gruß
      Dennis
    • Wie versprochen: Rückmeldung mit Bilder :)
      Spoiler vorab: Maschine läuft soweit :D

      Das Projekt ist noch (lange) nicht abgeschlossen. Dennoch ist der Gerät schon recht brauchbar. Ich werfe mal einige kommentierte Fotos hier rein:

      Fortgeschrittener Aufbau:


      Noch einmal Aufbau:


      Detail der fliegenden Steuerung:


      Die Druckteile sind nicht für Metrische Schrauben konstruiert. Gerade bei den Klemmungen wo M4 Muttern zum Einsatz kommen ist da etwas Kreativität gefragt:


      der erste gefräste Kreis:


      Kabelführung auf der Rückseite:


      Als Detail die Führung der Kabel von der Z-Achse (es gibt aber noch Verbesserungsbedarf..)


      und die Kabelabfangschiene:


      Undmal eine 3D Fräsung. Die stufen im Modell entstanden durch einen Fehler vor dem Bildschirm :)


      Derzeit habe ich eine Metabo FME Motor dran, der hier noch rumflog. Der gedruckte Halter dafür ist nicht optimal da er sich verwindet und somit kein Planfräsen möglich ist. Hier muss ich also auch noch ran.
      ggf. Rüste ich auch auf eine China Spindel um.
      Eine Absaugvorrichtung ist mittlerweile auch gebaut, aber noch ohne Fotos.
      Als Steuerung läuft derzeit ESTLCAM auf einem Mega. Die Treiber sind Schlitzäugig (6-8€ stk.) und machen das was sie sollen.
      Die von mir konstruierten Teile wandern demnächst noch auf Thingiverse. Da es aber als Beschäftigung nicht nur die Fräse gibt kann es durchaus wieder ein paar Tage dauern..

      in diesem Sinne:
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