Holzverbindungen - Aufgabenstellung und Vorbereitung

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    • Holzverbindungen - Aufgabenstellung und Vorbereitung

      Hallo zusammen,

      nicht nur beim Bau einer Holzfräse sind Holzverbindungen nötig, die einen Kraftschluss ermöglichen.
      Hier will ich zeigen, wie das mit blender recht einfach gehandelt werden kann.


      Zunächst erzeugen wir uns unsere Ausgangssituation: 3 unterschiedlich dicke Bretter die verschachtelt werden sollen.
      Wählen wir also aus dem Werkzeugkasten (blauer Bereich) im Reiter "Create" die Schaltfläche "Cube" und geben im Infobereich (rot) unter "Transform" im Abschnitt "Dimensions" die Größe (xyz) von 600x18x600 ein. Im gleichen Bereich unter Location verschieben wir das Brett an (xyz) 0/9/300
      Das nächste Brett (neuer Cube) wird 389x467x9 an der Position 105,5/242,5/355,5
      und noch ein Brett (neuer Cube) mit der Größe 12x467x360 an der Position 6/242,5/180

      Das ganze sollte dann so aussehen:

      Für die Aufgabe sollen die beiden (inneren) Bretter durchgängig verzapt werden, beide Bretter in der Frontblende aber blind verzapft werden, d.h. von außen soll man keine Zapfen sehen.
      Dazu ist wichtig, dass das senkrechte (innere) Brett bis zur Oberkante des waagerechten Brettes geht.

      Ok, wegen der Unschärfe von blender ist es gut, in solchen (Grenz-)Fällen mit Werkzeugen zu arbeiten (ich komm später nochmal drauf).
      Die Frontblende brauchen wir derzeit nicht, sie stört nur, also klicken wir sie an und drücken "H" (damit ist sie unsichtbar).

      Kommen wir zum Werkzeug: Wir erzeugen uns einen Quader (neuer Cube) der Größe 600x100x20 und wechseln mit TAB in den Bearbeitungsmodus.
      Ich mag es gerne einfach, also lege ich für mich fest: die Zähne sollen 50mm breit sein.
      Kurzer Überschlag: 600 / 50 = 12 also brauchen wir 12-1=11 neue Umfangslinien.
      Bewegen wir den Mauszeiger also auf eine waagerechte Kante des Werkzeuges und drücken STRG+R
      Die Anzahl der Umfangslinien können wir mit dem Mausrad verändern, oder wir klicken in die Zeichnung, beenden mit ESCAPE und geben in der unteren Box des blauen Bereiches für "Number of Cuts" 11 ein.
      In der Draufsicht (7 Ziffernblock) können wir sehen, dass alle Umfangslinien exakt 50mm Abstand haben.

      Jetzt schalten wir in den Flächenmodus (unteres Menü rechts neben "Global" das dritte Symbol mit dem Würfel) und sehen, dass jede Teilfläche einen Punkt in der Mitte bekommen hat. Der Punkt ist die Stelle, an der eine Fläche eindeutig ausgewählt werden kann.
      Wir wählen jede zweite Stirnfläche der voderen Kante:


      und geben E 20 ENTER ein und kommen zu diesem Bild:


      Zur Erklärung: "E" heißt Extrude, was soviel heißt wie herausziehen. Ihr könnt es Euch so vorstellen, dass bei Extrude die ausgewählten Flächen kopiert und die Ecken der Flächen mit den Ecken der ursprünglichen Fläche verbunden werden, sodass man bei einem 4Eck eben 5 neue Flächen erhält.
      Die Eingabe von 20 bedeutet, dass die neuen Flächen 20mm im senkrechten Abstand zur ursprünglichen Fläche liegen sollen und ENTER beendet den Befehl.

      Ok, damit ist das erste Werkzeug fertig und wir verlassen den Bearbeitungsmodus mit TAB.
      Fehlt noch das Gegenstück:
      Also neuen Cube anlegen (geht übrigens auch mit Umschalttaste+A ein Popupmenü öffnen, ersten Eintrag "Mesh" anwählen und im Untermenü "Cube" anklicken) mit der Größe 600x18x100 und verschieben es mit G -60 ENTER.
      Schaut Euch jetzt mal die beiden Werkzeuge in der Draufsicht an. Zoomt etwas rein (Mausrad) sodass Ihr einen Zahn von beiden Werkzeugen gut sehen könnt.

      Die beiden Werkzeuge dienen ja nachher dazu, Löcher in die Werkstücke zu stanzen.
      Hier wäre jetzt das senkrechte Brett das Werkstück und unser eben erzeugter Zahnspachtel das Werkzeug.
      Wichtig: bei den Stanzoperationen immer darauf achten, dass die Kante der Lücke nicht das Werkstück berührt (linke rote Markierung) und dass der Stanzzahn immer aus dem Werkstück rausschaut (rechte rote Markierung) - zumindest solange wir keine Sacklöcher machen wollen.

      Das ist ein Tribut an die Ungenauigkeit von Blender (mit der ich aber sehr gut leben kann). Berührt die Lücke das Werkstück, kann es sein, dass dort auch ein klein wenig weg geschnitten wird und wenn der Zahn nicht aus dem Werkstück rausschaut, kann es vorkommen, dass die äüßere Oberfläche geschlossen bleibt.

      Aus dem Grunde habe ich die Zähne mit Länge 20 angelegt, das senkrechte Teil aber nur mit Dicke 18.
      Verschieben wir das zuletzt erzeugte Brett noch soweit nach oben, dass die Unterkante über der Unterkante des Zahnspachtels liegt: G Z 41 ENTER
      Kontrolle über die Vorderansicht (1 Ziffernblock).

      Kommen wir zur ersten Stanzoperation:
      Wir fügen dem senkrechten (zuletzt erzeugten Brett) einen Boolean-Modifier zu. Dazu wählen wir im Detailbereich (grün) den Schraubenschlüssel, drücken auf "Add Modifier" und wählen Boolean aus. Bei Operation wählen wir Difference und bei Object unseren Zahnspachtel :)
      Das Ergebnis können wir im Separee (Geteilt-Taste vom Ziffernblock) überprüfen.
      Ist das Ergebnis OK, dann wenden wir den Modifier an - Druck auf Appy.

      Ok, damit haben wir unsere beiden Werkzeuge - eine Positivform und eine Negativform - ich überlasse es Euch, zu entscheiden, wer was ist ;)
      Wer mag, kann die Zähne noch einfärben, dann sieht man später genau, ob die Zähne auch da sind, wo sie sein sollen ...



      Ack ja: wir tun uns später leichter, wenn beide Werkzeuge den gleichen Bezugspunkt haben.
      Also wählen wir beide Werkzeuge aus und verschieben sie mit G Y 60 ENTER
      Jetzt wählen wir jeweils eines aus und führen aus dem unteren Menü Object->Transform->Origin to 3D Cursor aus.
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      Django013

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    • Holzverbindungen - Lösung

      Kommen wir zur eigentlichen Aufgabe:
      Als erstes wollen wir das senkrechte innere Brett bearbeiten. Klicken wir es kurz an und merken uns die X-Position (Infobereich - rot).
      Wir wählen beide Werkzeuge aus und drehen sie in die richtige Richtung: R Z 90 ENTER
      Anschließend verschieben wir beide zu der X-Position des senkrechten Brettes: G X 6 ENTER

      Jetzt schauen wir uns die Z-Position des waagerechten Brettes an (anklicken - Infobereich): 355,5
      Wir wählen wieder beide Werkzeuge aus und verschieben sie nach oben: G Z 355,5 ENTER
      (Bei der Eingabe der Position im Infobereich unter Locations wirkt immer nur auf ein Zeichnungselement. Der Befehl "G" wirkt auf alle ausgewählten Zeichnungselemente gleichermaßen).

      In der Vorderansicht (1 Ziffernblock) sieht es schon mal nicht schlecht aus, in der Draufsicht (7 Ziffernblock) sind die Werkzeuge noch etwas neben der Spur, also G Y 300 ENTER

      Schauen wir uns die Geschichte mal in 3D und massiver Darstellung an:

      Rot sind die Zähne des senkrechten Brette, Grün die Zähne des waagerechten.
      In der Draufsicht (7 Ziffernblock) oder Seitenansicht (3 Ziffernblock) können wir in der Drahtgitter-Darstellung (umschalten mit "Z") die Verteilung von erstem und letzten Zahn beurteilen.
      Erster Zahn ist 40 breit, der letzte 26 - hm, also mir gefällt es besser, wenn wir die Werkzeuge noch 4mm nach vorne verschieben: G Y -4 ENTER
      Yo, sieht besser aus.

      Übrigens: Wer die Befehlsfolge eingibt, aber nicht sieht, dass sich am Bildschirm irgendwas ändert, sollte mal schauen, wo sich der Mauszeiger befindet. Die ganzen Tastatur-Befehle sind abhängig davon, wo sich der Mauszeiger befindet.
      Wenn sich also bei einer Befehlsfolge nichts getan hat - einfach den Mauszeiger in die Zeichnung führen und den Befehl nochmal eingeben :)

      OK, jetzt haben wir die Werkzeuge (gemeinsam) grob ausgerichtet, fehlt noch das Feintuning - für jedes Werkzeug separat.
      Das grüne Werkzeug soll die Zähne vom senkrechten Brett erzeugen, das rote Werkzeug die Löcher ins waagerechte Brett stanzen.
      Dran denken: Berühungsflächen sollen Abstand zum Werkstück haben und Schnittkörper sollen über das Werkstück reichen.

      Gehen wir in die Vorderansicht (1 Ziffernblock) und zoomen zur wichtige Stelle. Das schöne daran: im Orthogonalmodus (5 auf Ziffernblock schaltet um zwischen Ortogonal- und Perspektivmodus) bekommen wir ein Karopapier als Hintergrund, bei dem wir die Millimeter direkt ablesen können.
      Wir sehen also, dass das grüne Werkzeug 5,5 Millimeter unterhalb der Unterkante des waagerechten Brettes liegt. Die Oberkante liegt bereits höher, als die Oberkante des Brettes, also ist die Stelle schon mal gut. Die Zwischenräume haben einen Abstand von 4mm zur Oberfläche - auch gut :)
      Wir müssen das Werkzeug also nur noch nach oben verschieben: G Z 5,5 ENTER

      Klicken wir als nächstes das senkrechte Werkzeug an.
      Immer noch in der Vorderansicht, sehen wir, dass die Zwischenräume 5,5mm Abstand zur Oberfläche haben (GUT) und dass die Zähne 4,5mm über die Unterkante des Brettes ragen (auch GUT). Nur die Breite passt nicht. Das Werkzeug ist breiter, als das Brett, was in die Löcher passen soll.
      Ok, klicken wir das senkrechte Brett an und schauen, wie breit es ist (Infobereich - rot - Dimensions X-Wert): 12mm
      Gut, dann ändern wir einfach die Breite unseres Werkzeuges: rotes Werkzeug anklicken und im Infobereich (rot) unter Transform bei Dimensions den Y-Wert auf 12 ändern.
      Wie X-Wert ergibt Y-Wert? - schaut mal im Infobereich unter Transform bei Rotation, dort steht unter Z 90 - somit sind X und Y vertauscht.

      Anschließend sollte es in massiver Darstellung so aussehen:

      Klicken wir also das senkrechte Brett an, fügen ihm einen Boolean-Modifier zu (grüner Bereich - Schraubenschlüssel), wählen als Operation Difference und als Object das grüne Werkzeug (Kontrolle im Separee - Geteilt-Taste vom Ziffernblock). Modifier anwenden (Apply).
      Anschließend wählen wir das waagerechte Brett aus, fügen auch hier einen Boolean-Modifier zu, Operation Difference und als Object das rote Werkzeug. Kontrolle und anwenden.
      Klicken wir das senkrechte Brett und das waagerechte Brett an und gehen mit beiden ins Separee:

      Genau wie erwartet :)

      Da die Werkzeuge schon auf Höhe des waagerechten Brette liegen, nehmen wir uns dessen Vorderkante als nächstes vor.
      Dazu wählen wir beide Werkzeuge aus und drehen sie mit R Z -90

      Wir überlegen kurz, was Zahn und was Lücke ist ... grün ist der Zahn.
      Vorn hat das senkrechte Brett die Lücke, als sollte das waagerechte Brett dort einen Zahn haben.
      Probieren wir mal ein G X 75 ENTER
      Ja, das sieht nicht schlecht aus - das senkrechte Brett ist in der Mitte eines Zahns und die Zähne an beiden Enden sind fast gleich groß und nicht zu klein. Passt :)
      Verschieben wir beide Werkzeuge an die Vorderkante: G Y -277 ENTER
      und verinnerlichen nochmal: grün ist der Zahn des waagerechten Brettes, d.h. das grüne Werkzeug schneidet die Frontplatte
      und rot ist die Lücke, schneidet also das waagerechte Brett.
      Wenn wir uns die Werkzeuge und das waagerechte Brett anschauen, dann haben wir ein Problem: der linke Zahn ist breiter, als das Brett, würde als ein größeres Loch erzeugen, als notwendig.
      Hm, man könnte ja sagen: sieht ja eh keiner. aber das ist suboptimal.
      Also klicken wir das grüne Werkzeug an und gehen in den Bearbeitungsmodus.
      Von dem Zahn, der über die linke Brettkante rausragt klicken wir die obere und untere vordere horizontale Linie an (Linienmodus aktiv?), wählen aus dem Werkzeugkasten den senkrechten Reiter "Tools" und dort klicken wir auf "Subdivide"


      Jetzt klicken wir die neu erzeugte senkrechte Kante an, wechseln in die Drahtgitter-Darstellung (Z) und wieder in die Vorderansicht (1 Ziffernblock).
      Wenn wir reinzoomen können wir an dem Karopapier ablesen, dass die Linie 5mm links von der Brettkante ist.
      Mit G X 5 ENTER liegt die Kante genau da, wo sie sein soll :)

      Schalten wir also wieder in den Flächenmodus (untere Menüleiste rechts von Global den Würfel anklicken), wählen die rechte Fläche des geteilten Zahnes, sowie alle Stirnflächen der Zähne rechts von dem geteilten Zahn:

      Mit E 20 ENTER haben wir, was wir brauchen :)
      ... und können den Bearbeitungsmodus wieder verlassen (TAB).

      Tip: wenn Ihr immer gerade Zahlen beim Extruieren nehmt, dann läst sich so eine Operation auch leicht wieder rückgängig machen.
      Rückgängig ginge dann: Bearbeitungsmodus, alle vorstehenden Stirnflächen auswählen und G Y 20 ENTER - bei der jetzigen Ausrichtung.

      Ok, jetzt stehen die neuen Zähne weiter vor, als das Brett, das grüne Werkzeug muss also verschoben werden: G Y 20 ENTER
      Das grüne Werkzeug soll ja die Schlitze in der Frontplatte produzieren, d.h. das Werkzeug ist noch zu dick.
      Klicken wir das horizontale Brett an, um zu sehen, wie dick die Schlitze werden sollen: Im Infobereich bei Transfer unter Dimensions Z-Wert ist 9mm
      Also grünes Werkzeug anklicken und bei Transfer unter Dimensions den Z-Wert auf 9 ändern.
      Jetzt muss noch die Höhe korrigiert werden: G Z -5,5 ENTER
      Passt.

      Jetzt wird es Zeit, die Frontplatte wieder zu holen: ALT+H
      Das rote Werkzeug soll ja die Zähne des horizontalen Brettes erzeugen, als kurz in die Seitenansicht (3 Ziffernblock) und in den Drahtgittermodus (Z) wechseln. Höhe des Werkzeuges und Zahnlänge sieht gut aus. Fehlt noch die Ausrichtung in Y-Richtung.
      Die rechte Werkzeugfläche sollte mit der Innenseite der Frontplatte bündig sein.
      Also G Y -7 ENTER
      Kurze Kontrolle des Werkzeuges: Werkzeug ist breiter, als die gewünschte Zahnlänge, passt also.
      Fügen wir als nächstes dem waagerechten Brett einen Boolean-Modifier zu (Schraubenschlüssel im grünen Bereich), wählen Difference als Operation und das rote Werkzeug als Object. Kontrolle im Separee (Geteilt-Taste Ziffernblock) und anwenden (Apply).
      Der Frontplatte fügen wir auch einen Boolean-Modifier zu, wählen Difference als Operation und das grüne Werkzeug als Object. Kontrolle und anwenden.
      Ok, schicken wir die Frontplatte wieder in die Verbannung. Auswählen und "H"
      Wir klicken beide Werkzeuge an und drehen sie mit R Y 90 ENTER in die richtige Richtung für die nächste Aufgabe.
      Nach G X -75 liegen sie auch schon (grob) am richtigen Platz.
      Fehlt noch die senkrechte Ausrichtung.
      Kurz überlegen: das senkrechte Brett hat vorn an der Verbindung eine Zahnlücke nach oben, wäre also gut, wenn dann nach vorne ein Zahn wäre.
      Ein Blick auf die Werkzeuge: grün ergibt die Zähne des senkrechten Brette, rot die Zahnlücken.

      Mist - Beitrag zu lang :(
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      Django013
    • Also gut - hier die Fordsetzung:

      Probieren wir mal: G Z -100
      Kontrolle geht besser in der Seitenansicht von links (ALT+3 Ziffernblock).

      Ok, also oberer Zahn sieht gut aus, unterer Zahn eher nicht. Die Zahnlücke ergibt einen Steg in der Frontplatte. Nee, der ist zu klein und könnte abbrechen.

      Probieren wir mal ein G Z 20 ENTER
      Ja, sieht besser aus! Aber wir bräuchten schon wieder einen Zahnstummel und der bisherige Zahnstumme stört.
      Mal sehen, ob wir das nicht ändern können, ein G Z -100 sieht schon besser aus. Allerdings zeigt und die Seitenansicht in Drahtgitter-Darstellung, der Stummel sitzt zu tief. Stummel ändern oder Werkzeug verschieben?
      Hm, beide Zähne sind ungefär gleich, also lieber Stummel ändern.
      Wir klicken das grüne Werkzeug an, gehen in den Bearbeitungsmodus (TAB) und schalten auf Linienmodus (rechts von Global die senkrechte Kante). Mit "A" sorgen wir dafür, dass nix ausgewählt ist und in der Seitenansicht von links (ALT+3 Ziffernblock) können wir mit "B" einen Rahmen um die obere Kante des Zahnstummels ziehen. Mit G Z 10 ENTER ist der Stummel dann breit genug. Bearbeitungsmodus beenden mit TAB.

      Zahnkontrolle: Zuerst das rote Werkzeug. Es liegt ja noch von der letzten Bearbeitung in der richtigen Y-Position. Höhen hatten wir gerade eingestellt, also Vorderansicht: beide Seiten den zu bearbeitenden Werkstückes sind in der Zahnlücke zu sehen. Passt also.
      Grünes Werkzeug: in der Seitenansicht sehen wir, dass die Vorderkante der Zähne passt, dass das grüne Werkzeug für die anstehende Bearbeitung aber zu dünn ist. Also klicken wir das senkrechte Brett an, um ablesen zu können, wie dick das Werkzeug werden muss. Infobereich bei Transfer unter Dimensions X-Wert ist 12
      Also muss beim grünen Werkzeug der Z-Wert auf 12 geändert werden (X wird zu Z wegen der vielen Verdrehungen).
      Holen wir also die Frontseite wieder in den sichtbaren Bereich (ALT+H), wählen das senkrechte Brett an, fügen ihm einen Boolean-Modifier zu, wählen Difference als Operation und das rote Werkzeug als Object. Kontrolle und anwenden.
      Anschließend wählen wir die Frontplatte, fügen ihr einen Boolean-Modifier zu, wählen Difference als Operation und das grüne Werkzeug als Object. Kontrolle und anwenden.

      Beide Werkzeuge haben ausgedient, also beide anklicken und mit "H" verschwinden lassen.
      Zur besseren Kontrolle erzeugen wir uns eine Explosions-Darstellung.
      Beide inneren Bretter anklicken und G Y 100 ENTER
      Danach das waagerechte Brett anklicken und G Z 50 ENTER
      Mit der Maus in die 3D-Darstellung ziehen und die massive Darstellung wählen:


      Habe fertsch
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      Django013
    • Wenn man viele Löcher in ein Teil schneidet, kommt man irgendwann an den Punkt, wo nix mehr geht.
      Selbst aufräumen mit den Standardfunktionen (wie z.B. Doubletten löschen) führt nicht weiter.

      Da ist dann (etwas) Handarbeit angesagt.
      Aber schauen wir uns erstmal das Problemkind an:

      Wir erkennen ein paar schräge Linien - und schräg ist selten gut ;(
      Um aber falsche Linien löschen zu können, müssen wir erst die richtigen erzeugen.

      Da alle Taschen rechts von dem roten Kringel mit gerader Linie an der Oberkante verbunden sind, ändern wir die Schräge auch gegen eine Gerade an der Oberkante.
      Wir gehen in den Bearbeitungsmodus (TAB) und wählen dort den Punktmodus (beleuchtete Ecke rechts neben Global).
      Dann drehen wir das Brett in eine 3D-Ansicht, bei der wir alle Kanten gut identifizieren können:

      Die Ecken sind andersfarbig unterlegt. Die Farben können sich, je nach Benutzereinstellungen, unterscheiden, die Funktionalität ist gleich.
      Wir möchten jetzt einen Linie zwischen dem roten und dem weißen Punkt erzeugen.
      Vergegenwärtigen wir uns nochmal, wo die Punkte liegen - genau! Beide Punkte liegen auf der inneren Brettoberfläche. Immer wenn zwei Punkte in der gleichen Ebene liegen, könne wir sie mit "J" (neudeutsch für Join) verbinden. Der Vorteil dieser Verbindungsart: die bestehenden Flächen werden mit der neuen Linie geteilt, sodass neue Flächen entstehen.
      Das könnt Ihr einfach erkennen, indem Ihr kurz in den Flächenmodus wechselt (nachdem Ihr beide Punkte ausgewählt und mir "J" verbunden habt). Das neu enstandene Dreieck hat jetzt einen Punkt im Zentrum.

      Man kann auch 2 Punkte verbinden, die nicht in einer Ebene liegen, aber dann nicht mit J und die Nacharbeitung ist komplexer. Deshalb erstmal hier die einfache Variante.

      Ok, wenn die neue Linie erstellt wurde, dann wechseln wir in den Linienmodus, wählen die schräge Linie aus und drücken STRG+ENTF - das ist eine Sonderform des Löschens. Dabei wird versucht, das ausgewählte Element zu löschen und die benachbarten Elemente so zu vereinen, dass das Ergebnis wieder einen geschlossenen Körper ergibt.
      Wir hatten STRG+ENTF ja schon kennen gelernt, als wir Quadern die Fasen verpassten.
      Diesmal will ich etwas näher auf das Verhalten eingehen.
      Normalerweise würden wir ein Element mit ENTF löschen.
      Was wollen wir denn eigentlich löschen? - Genau. Die schräge Linie zwischen den beiden Taschen. Wir könnten also ENTF drücken und im Menü "Linie" auswählen. Aber halt - im Menü gibt es ja garkeinen Eintrag für Linie. Der Eintrag der Linien heißt "Edge", was zwar auch eine Linie ist, aber eigentlich Begrenzungskante bedeutet.
      Wir würden also bei "Edge" die Kante einer Fläche löschen und bekämen danach ein Loch in unserem Körper :(
      Danach müsste die Fläche wieder mühsam geschlossen werden (geht auch, aber wenn es sich vermeiden lässt ...).

      Deshalb ist STRG-ENTF ein sehr wertvoller Befehl. Er löscht die Linie und verbindet die benachbarten Flächen zu einer. Ist die Kante jedoch erforderlich, dann bekommen wir bei STRG+ENTF eine Fehlermeldung, dass die Linie nicht gelöscht werden kann. Wir können somit nix kaputt machen (abgesehen davon, dass blender auch STRG-Z unterstützt).

      OK, die erste Schräge haben wir entfernt. Kommen wir zur nächsten Schräge:

      Schauen wir uns das Gesamtbild an, dann sehen wir, dass die senkrechten Taschen unterhalb der Schräge jeweils auf der rechten Seite mit einer senkrechten Linie verbunden sind. Also müssen wir diese zuerst erstellen.
      Wir wechseln also in den Punktmodus, wählen die beiden rechten oberen Ecken der Taschen aus und verbinden sie mit "J".
      Anschließend wechseln wir in den Linienmodus, klicken auf die Schräge und entfernen sie mit STRG+ENTF

      Kommen wir zur Schräge an der Unterkante:

      Die sollte eigentlich von der rechte Taschenseite senkrecht nach unten gehen. Dummerweise hat die Linie keinen Punkt, mit dem wir die Linie verbinden könnten. Also müssen wir uns einen erzeugen :)
      Im Linienmodus klicken wir die untere Brettkante an (die jetzt den neuen Punkt bekommen soll), wählen aus dem Werkzeugkasten den Reiter "Tools" und drücken dort auf die Schaltfläche Subdivide. Jetzt wurde aus der weißen Linie eine Linie mit einer Hälfte in Rot und der anderen Hälfte in weiß.
      Schalten wir wieder in den Punktmodus und jetzt sehen wir auch den neu erzeugten Punkt.
      Schauen wir uns die Situation mal in der Vorderansicht an (reinzoomen, um die Details zu erkennen).
      Hm, der Punkt liegt fast richtig.
      Kehren wir wieder zur 3D-Darstellung zurück, bei der wir alle Kanten gut erkennen können.
      Links unten im Zeichenbereich werden die Koordinatenachsen angezeigt. Von dem neuen Punkt müssen wir also den X-Wert der Position verändern.
      Dazu klicken wir einen Punkt der rechten Kante einer der senkrechten Taschen an und klicken im Infobereich (rot) unter Transfer bei Vertex in das Feld des X-Wertes, speichern den Wert mit STRG+C und brechen die Aktion mit ESCAPE ab.
      Anschließend klicken wir den neu erzeugten Punkt auf der unteren Kante an, klicken auch wieder im Infobereich (rot) unter Transfer bei Vertex in das Feld des X-Wertes und fügen den gespeicherten Wert mit STRG-V ein und bestätigen die Positionsänderung mit ENTER.
      Jetzt haben wir die beiden gewünschten Punkte und können die neue Senkrechte erzeugen. Danach löschen wir die untere Schräge.

      Genauso verfahren wir mit der oberen Schräge: rechte Kante auswählen und mit Subdivide einen neuen Punkt erzeugen. Anschließend in den Punktemodus wechseln. Diesmal muss der Punkt in der Z-Richtung verändert werden. Also von einer der waagerechten Taschen einen Punkt der oberen Kante auswählen und den Z-Wert von Vertex speichern. Neu erzeugten Punkt anklicken und den gespeicherten Z-Wert einfügen.
      Linie erzeugen und in den Linienmodus wechseln. Jetzt kann die Schräge entfernt werden.

      Yo, das sieht doch schon mal nicht schlecht aus.
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      Django013

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    • Sorry, dass ich mitten im Beitrag aufgehört habe.
      Gab gestern einen Notfall in Familiendingen - da musste ich alles stehen und liegen lassen ...

      Jetzt also weiter im Text:
      Bleiben noch die Artefakte von der Verbindungsstelle, wo sich zwei Boolean-Modifier getroffen haben, bzw. wo zwei Taschen ineinander laufen:

      Das ist die berüchtigte Ungenauigkeit von blender. Nur im Gegensatz zu anderen Programmen, kann man bei blender die Fehler auch wieder breinigen :)

      Die Artefakte sind der Grund, warum ich bei den Schneidewerkzeugen empfahl, Berühungen wo es geht zu vermeiden. Also Objekte, die andere schneiden sollen, immer deutlich größer machen, dann gibt es keine Probleme.
      Wenn sich Berührungen nicht vermeiden lassen (wie in unserem Falle) kann man die Artefakte meist recht einfach wieder entfernen.

      In unserem Falle sollten alle ausgewählten Kanten entfernt werden. Klicken wir also zuerst die Diagonale an und entfernen sie mit STRG+ENTF - Oups, nicht ganz, was wir erwartet hatten. Schon wieder eine Diagonale. Diesmal anders herum. Also wieder anklicken und STRG+ENTF - schon besser.
      Bleibt noch eine Querlinie im T - wir bräuchten sie nicht, sie tut aber auch nicht weh - also wer mag, kann sie löschen, die anderen können den Bearbeitungsmodus gleich verlassen.
      Wer die Linie behalten hat und den Bearbeitungsmodus verlässt, dem fällt auf, dass die geraden Linien zwischen den Taschen und auch die Querlinie im T nicht mehr angezeigt werden. Das heißt - für Blender ist das Brett jetzt wieder in Ordnung.

      Viel Spaß beim Selberbasteln :)
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      Django013

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    • Danke Bernie, aber soviel Arbeit ist das nicht.
      ... und wenn ich an die Situation vor einem Jahr denke - es gab so gut wie keine Tutorials, die das Konstruieren mit blender behandelten.

      Da ich inzwischen weiß, dass ich nicht der einzige Linux-User bin, der gerne unter Linux CAD benutzen würde, ist es mir schon ein Anliegen, zu zeigen, was man mit blender (noch) so alles machen kann.
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      Django013
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