Fräsarbeiten mit Epoxy

  • Nachdem ich gebeten wurde meine Arbeitsweise mit Epoxy zu beschreiben, hier ein paar Worte dazu.

    Beim nächsten Projekt werde ich das besser dokumentieren und nochmal mit Bildern einstellen.

    Es ist aber alles ziemlich einfach.

    Die Konturen werden als Taschen in das Material (bei mir Holz) gefräst, tiefe so 3-4mm.

    Ich sprüh dann die Taschen mit einem billigen Klarlack ein um die Poren zu verschließen damit es

    keine unschönen Ränder gibt.


    Dann wird mit Heißkleber (oder Silikon) um die Kontur ein kleiner Damm gezogen der verhindert das

    das Harz verläuft. Das hat ausserdem den Vorteil das man das Harz etwas überfüllen kann, es schwindet beim

    trocknen nähmlich etwas. Damit das Harz bis in die letzten Ecken kommt helfe ich mit einem Zahnstocher etwas nach.


    Nach dem Trocknen kann man dann bei größeren Konturen mit einem Planfräser nochmal überfräsen bevor

    man feinschleift.

    Bei kleinen Sachen wie einer Schrift sollte man mit den Planfräser nicht zu tief fräsen, da hats mir nämlich schon mal

    Feinheiten wie zB. Punkte oder Komma wieder mit rausgerissen. Also lieber etwas mehr Zeit ins Schleifen investieren.


    Vielleicht mach ich demnächst eine zweifarbige Arbeit, da gibts dann auch Bilder dazu. (Falls es gelingt :) )

  • Hallo Ludwig!


    welches Gießharz verwendest Du denn?

    Ich verwende RESINPAL 1717 + Härter 1717 und hier ist auch bei größeren Dicken kein Schwund zu sehen! Das Erstellen von einem Damm mit Silikon oder Heißkleber mache ich auch nicht weil ich das Werkstück genau in der Waage ausrichte und bei kleinen Stücken mit einer Injektionsspritze ( 30 ml ) die Vertiefungen ausfülle. Mit diesen Plastikspritzen kann man sehr gut dosieren und die Teile sind auch öfter verwendbar!


    Ich versiegle das Holz vorher mit einem Laminierharz ( Harz+Härter E45 bei Amazon erhältlich ) und sollte mal Harz über den Rand laufen, lässt sich das ohne sichtbaren Rückstand mit dem Exzenterschleifer abschleifen.

    lg
    Harry



    CNC Eigenbau - JMC Closed Loop 3Nm - Estlcam V11. - Mafell FM 1000

  • Hallo Harry,

    ich verwende Harz von Epodex, ich glaube gar nicht das der Schwund durch das Harz entstanden ist.

    Das mit dem Schwund ist mir am Anfang mal aufgefallen. Ich weiß aber nicht mehr ob ich damals schon mit

    Klarlack versiegelt habe. Könnte sein das der Schwund durch Einsickern in die Holzporen entstanden ist.


    Das mit den Plastikspritzen nehme ich mal als Tip mit, wie machst Du die hinterher wieder sauber um sie mehrmals zu verwenden?

  • Morgen!


    ich ziehe den Stempel der Spritze nach Verwendung heraus und reinige alles mit einer Küchenrolle. Den Teil wo man normalerweise die Nadel aufsteckt reinige ich mit einem dünnen Stahldraht. Solltest Du mal die Reinigung vergessen ist das auch kein Problem weil das ausgehärtete Kunstharz vom Plastik leicht zu entfernen ist - es bröckelt fast ab.


    Epodex ist ein gutes Harz und das der " Schwund " durch die fehlende Schutzschicht am Holz entstanden ist klingt plausibel!


    Hier mal ein Beispiel wie man MPX in " Gold " verwandelt:


    die Steine sind Zirkonia und der mittlere Stein ist ein Amethyst, den ich seit Ende der 70iger Jahre in der Schublade aufbewahrt habe.

    lg
    Harry



    CNC Eigenbau - JMC Closed Loop 3Nm - Estlcam V11. - Mafell FM 1000

  • Hallo Ihr Beiden,


    kleine Frage. Wie verhindet Ihr das ankleben des Harzes an der Gussform, wenn die Gussform hart und stabil ist, also nicht aus Silikon besteht ?


    Nur mit Hilfe von Klarlack ?

    Oder irgendeinem Trennspray oder sowas ?

    Vorallem wenn der Abguss ziemlich genau sein soll.

    Gruss


    Dirk

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    Weisheit des Lebens : Es gibt keine dumme Fragen, nur Menschen die dumm Antworten !

  • ist die Gussform komplex - also nicht gerade - sollte Trennspray oder Trennwachs verwendet werden. Wenn ich mir z.B. GFK Platten laminiere und presse dann nehme ich einfach Klarsichthüllen aus dem Papierfachgeschäft. Die " Form " meiner GFK Banden bei meiner Fräse habe ich einfach mit Paketklebeband abgeklebt und auch da haftet das Harz nicht.

    lg
    Harry



    CNC Eigenbau - JMC Closed Loop 3Nm - Estlcam V11. - Mafell FM 1000

  • Hallo Harry,


    also das Teil was ich nachgießen will ist alles anderen als einfach aufgebaut.



    Und da das Teil auch noch hohl ist, wird es wohl nicht so einfach sein die Innere Gießform da so ohne was wieder raus zu bekommen. Deshalb meine Frage, was man benutzen könnte damit es nachher besser aus der Form und auch das Innenteil besser heraus geholt werden kann ohne das man die Gießform zerstört.


    Würde sowas gehen : https://www.amazon.de/dp/B01CC…1&linkCode=ogi&th=1&psc=1

    Gruss


    Dirk

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  • Morgen Dirk!


    Ob Du das Innenteil ohne Schaden entfernen kannst da fehlt es mir an Erfahrung weil ich das noch nicht selber gemacht habe. Das Trennmittel ist eines von vielen und sollte funktionieren.


    Gut wäre wenn Du mit einem absoluten Profi reden ( schreiben ) könntest die damit täglich arbeiten. Ich hatte mich vor Jahren mal an die Firma R&G gewannt und habe super Auskunft erhalten. Hier ein link zu den Trennmitteln von R&G: https://www.lindinger.at/de/Ba…/Trennmittel-Loesemittel/


    hier der link zur homepage: https://www.r-g.de/home.html

    lg
    Harry



    CNC Eigenbau - JMC Closed Loop 3Nm - Estlcam V11. - Mafell FM 1000

  • Wenn du vorm Ausformen Bedenken hast, wär vielleicht ein Negativ aus ausschmelzbarem Material z.B Wachs) eine Option?

    Die Schichtstärke schaut jetzt nicht so schlimm aus, dass die Wärme ein Problem wär, oder was meint ihr?

  • Hallo Leute,


    also erstmal danke für die Tips. :)


    Von R&G habe ich auch den Youtube Kanal gefunden. Da haben die unter anderem gezeigt wie man Gießformen aus Silikon fertigt. Aber leider handelt es sich um meine Vorlage um etwas das schon so genau wie möglich nachgegossen/nachgebaut werden sollte.


    Silikon ist meiner Meinung nach zu weich und zu schwabbelig. Bei dem Gussteil handelt es ich sich um eine technische Sache die gelagert wird - für Leute die es interessiert, es handelt sich dabei um ein Tonarmrohr von SME, was mal locker 800-1000 Euro als Ersatzteil kostet, der gesamte Tonarm SME IV so zwischen 4000-8000 Euro - und deshalb so genau wie nur irgends möglich gegossen werden soll.


    SME galt als der Top Hersteller von Tonarme für Plattenspieler. Aber nach der Übernahme 2019 durch einen Indischen Industriellen, verkaufen die keine OEM Produkte mehr oder an Privatkunden, sondern wollen nur noch Ihre Tonarme auch mit Ihren Plattenspielern verkaufen und die sind nicht gerade so begehrt.


    Also hilft nur nachbauen, modifizieren, tunen, erweitern und einfacher gestalten für den kompletten Tonarm.


    Deshalb dachte ich, das ich das Rohr im CAD nachbaue; das Original werde ich mit Sicherheit bei dem Preis nicht als Abdruckform verwenden. Die Kopie des Rohres dann per SLA Druck als Negativform ausdrucken. Das ganze sollte dann 3 Teile werden. Oben und Unten die Zusammengesteckt werden können und dann noch den Mittelstab der das Rohr dann hohl macht. So kenne ich das noch aus der Glasmacher Industrie.


    Nur habe ich NULL Erfahrung mit dem Harzgießen. =O


    Die SLA Drucke hätte ich dann innen komplett mir Klarlack versiegelt, Poliert und vor dem Druck dann mit dem Trennspray eingesprüht.


    Nur wenn nach jedem gießen die Form dann hin ist oder ich das Mittelstück nicht wieder aus dem Harz herausbekomme, dann wird das ein teueren Spaß.


    Deshalb meine Frage wie man sowas wohl am besten machen könnte. :/

    Gruss


    Dirk

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  • Also hilft nur nachbauen, modifizieren, tunen, erweitern und einfacher gestalten für den kompletten Tonarm.

    Hallo

    die Firma, mit allen Rechten zu den Designs existiert nach wie vor.

    Dort kann man auch aktuell alle Ersatzteile bestellen.


    Wenn ich die Rechte an einem Design habe (und die hat der Designer/Urheber ja automatisch) dann kann ich selbst entscheiden ob ich das Produkt verkaufe. Wenn ich mich dagegen entscheide bekommt trotzdem jeder Plagiator eine saftige Rechnung und diverse Unterlassungsklagen. Die dürften bei dieser Sache mindestens ins 5-Stellige gehen.

    Ob und wie Du für den Tonarmm ausschließlich eigenen Gebrauch das Teil nachbauen darfst würde ich daher mit einem Rechtsanwalt besprechen. Das Eis ist sehr dünn.


    Zum technischen: Das Original ist aus Magnesium Druckguß in einem Stück gefertigt, meiner Meinung nach benötigt man eine mindestens 7-teilige Form.
    Und Du willst also nicht nur ein Plagiat herstellen sondern das auch noch aus absolut minderwertigem Material.

    Funktionieren kann das Teil aus Polymerharz nicht. Da sich das Material bei der Polymerisation verändert kann man es nicht berechnen. Und die Polymerisation geht, auch wenn das Teil hart ist, noch über Jahre weiter.

    Mal eben "nachgießen" ist also weder erlaubt, noch praktisch möglich. Ich möchte Dich bitten das Forum hier zu respektieren. Du kannst in Deinem stillen Kämmerlein machen was Du willst, aber lass das Forum da raus.


    grüße

    ralfg

  • Hallo,


    mal hypothetisch gesprochen denke ich nicht das das ganze per simpler Form nachgebildet werden kann. Auch hat Harz und GFK/CFK andere Eigenschaften als Magnesium. Dieses ist sehr leicht aber dennoch steif. Das Bauteil wird auf Schwingungen und Resonanzen abgestimmt sein. Soll ja den Nadelträger Aufnehmen.

    Um annähernd gleiche Eigenschaften zu erhalten müßte also auch das Material stimmen. Da fällt mir nur Lasersintern ein.

    Ob das Bauteil dann im gewünschten Preisbereich liegt muß erfragt werden.

    Kann da aber nur auf den Beitrag von Ralf verweisen.

  • Das die Firma noch existiert weiß ich. Aber zum einen wird es nicht einfach ein Nachbau. Das Tonarm rohr wird anders, die Lagerung anders und viele kleine Dinge werden sich auch unterscheiden.


    Und zum anderen gehört das Rohr zu einem 309er SME und die Patente dafür sind schon lange abgelaufen. Ausserdem mache ich das nicht als Kommerzielle Sache sondern gebe das nachher als Open Hardware frei raus.


    Verbundwerkstoffe sind inzwischen Gang und Gebe im Hifi und Highendbereich und ich hatte nicht vor nur reines harz zu verwenden, sondern eine Mischung aus weiteren Materialien, so wie es andere Firmen inzwischen auch machen.


    Somit geht es nicht darum von welcher Firma das Original ist, denn ich baue es nicht 1:1 nach, sondern wie man das am besten so realisieren kann, das man so eine "ähnliche Form" per Gießverfahren erstellen kann ?

    Gruss


    Dirk

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  • zu einem 309er SME und die Patente dafür sind schon lange abgelaufen

    Urheberrecht hat nichts mit Patenten zu tun. Das Urheberrecht erlischt 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Der Urheber gibt die Lizenzen nur im Umfang der Produktion an den Produktionsbetrieb ab. Das Patent schützt eine technische Inovation, das Urheberrecht betrifft die Entwicklung des Teils in Form und Gestaltung.


    denn ich baue es nicht 1:1 nach, sondern wie man das am besten so realisieren kann, das man so eine "ähnliche Form" per Gießverfahren erstellen kann ?

    Sorry, das sind die übliche Sprüche, die ich schon so oft gehört habe wenn ich wegen Verletzung eines Urheberrechts geklagt habe. Gezogen hat das vor Gericht noch nie. Ich habe immer mein Geld bekommen. Es gibt kaum so ein leicht verdientes Geld wie bei der Entschädigung für die Verletzung eines Urheberrechts.


    Ansonsten rate ich Dir, alternativ zum Guß aus Epoxy, zu gesintertem Titan 3D Druck. Die Genauigkeit liegt bei ±0,2% (mit einer unteren Grenze von ±200µm).

    Das kann man mit keiner Gußtechnik erreichen.


    grüße

  • das Urheberrecht betrifft die Entwicklung des Teils in Form und Gestaltung.

    Für sowas gibt es den Geschmacksmusterschutz : "Das Geschmacksmuster schützt die äußeren Erscheinungsformen von Produkten, d. h. die Farb- und Formgestaltung sämtlicher Gebrauchsgegenstände, soweit sie eine konkrete äußerliche Gestaltung aufweisen, die eine Wiederholbarkeit ermöglicht."


    Doch will ich hier nicht über irgendwelche rechtliche Dinge diskutieren, sowas mache ich in einem Anwaltsforum, denn es handelt sich eh um eine Private Sache und ich kann mir soviele von den Teilen bauen wie ich will. Es ist Privat und nicht Geschäftlich !


    Titan, so gut und genau das Verfahren auch sein mag, hat aber leider einen schlechten Nachteil. Die Resonazfrequenz ist hoch, höher als bei beispielsweise Holz ,weshalb es auch viele Tonarme gibt mit Holzrohren.


    Deshalb ist meine Idee sowas zu gießen, aber eben so das das Harz nur eine Bindefunktion hat und der Rest der Mischung die Tonale Abstimmung vornimmt und das Rohr tonmäßig Tot macht, wozu auch noch weitere modifikationen an dem Tonarmrohr vorgenommen werden. Gegossene Teile kommen immer mehr und mehr im Highendbereich zum Einsatz. Selbst Plattenteller werden inzwischen aus einer Harzverbundmischung gegossen.


    Aber den Link habe ich mir mal gespeichert, danke dafür. :)


    Müsste dann mal schauen wie teuer sowas ist, wenn man ganz einfache Druckobjekte hat, wie die Lagerhalter.

    Gruss


    Dirk

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  • Für sowas gibt es den Geschmacksmusterschutz

    Hallo

    ich hab keine Lust weiter mit Dir darüber zu diskutieren. Die einzelnen Schutzmöglichkeiten nach außen (Patente, Geschmacksmuster, Markenschutz) haben wenig mit dem Urheberrecht zu tun.

    Mal eben eine halbe Stunde lesen bringt Dich da nicht auf den richtigen Weg.

    es handelt sich eh um eine Private Sache und ich kann mir soviele von den Teilen bauen wie ich will.

    Grundsätzlich richtig, so lange Du für jedes einzelne hergestellte Teil nachweisen kannst wo es ist. Sobald Du den Überblick verlierst, z.B. weil ein weitergegebenes Teil weiter veräußert wird, kommt das rechtlich auf Dich zurück und dann ist es nicht mehr die Herstellung zum "Eigengebrauch" . "Privat" und "Geschäftlich" sind keine gültigen Argumente, sie kommen in den Gesetzen nicht vor. So etwas anzubringen zeigt mir wie wenig Ahnung Du dazu hast.

    Selbst wenn Du nur ein kopiertes Modell an den 3D Druck-Betrieb weitergibst kannst Du nicht mehr nachvollziehen was damit geschieht. Das kommt schon einer Veröffentlichung gleich. Oder wenn Du das Modell in Fusion öffnest und es damit automatisch an Autodesk weitergegeben wird…

    Die meißten Verstöße gegen eigene Marken und Schutzeintragungen, die ich erlebt habe, kamen übrigens durch Tipps von Lieferanten, Kunden und anderen Personen heraus.

    Inhaber von Schutzrechten recherchieren ständig nach Verstößen, teilweise durch professionelle Rechercheure. Die verkaufen die entdeckten Verstöße gerne mal. So schützt sich das System selbst.


    Was von mir kommen konnte hab ich Dir gesagt.

    Egal was Du mit dem Harz anstellst kann es niemals eine homogene, also auch berechenbare Mischung geben. Also ist auch das Ergebnis nicht berechenbar.

    Anders wäre es mit wickeln von definierten Fasern zu einem Rohr in berechenbaren Lagen und berechenbarem Harzanteil. Letzteres ist die einzige Möglichkeit die ich kenne mit der man berechenbare Rohre herstellen kann.


    grüße