Schnittdaten V-Nut fräser

  • Hallo Forum,

    ich bin der Thomas und neu hier und im CNC Bereich und bisher war ich stiller mitleser. Aber eine Frage konnte ich mir bisher nicht beantworten.


    Ich mach zum üben und kennenlernen der Materie grad so Deko-sachen wie untersetzer für Gläser oder Pfannen oder so mit Inlays. Die ersten paar Versuche waren soweit auch vielversprechend. Die Grundplatte ist meist Sperrholz bis vielleicht 8mm oder Kreuz-verleimte Weichholzplatten bis 22mm Dicke. Die Inlays sind aus coloriertem MDF, 8mm. Dazu hab ich mir den 30 grad Fräser aus diesem Set gekauft: https://www.sorotec.de/shop/Ra…0----90-.html?language=de


    Der Fräser hat 3 Schneiden und ich Fräse mit 25k rpm. 3mm Zustellung in MDF hab ich mich bisher getraut bei einem Vorschub von 2000mm/min... Bei den Weichholzplatten bin ich noch nicht tiefer als 2mm, weil ich Angst habe,dass der Fräser oder die Maschine Schaden nimmt.


    Beim berechnen der Drehzahl wird den Durchmesser benötigt. Welchen Wert als Durchmesser nimmt man bei so einem Fräser? Und wie berechnet man die Vorschubgeschwindigkeit bei dem Fräser? Und wieviel kann ich bei dem Fräser in Weichholz und MDF zustellen ohne das ich mir sorgen machen muss?


    Vielen Dank


    LG Thomas

  • Hallo Thomas


    Schnittdatenrechner gibt es einige. Ich nutze von deinem Lieferanten Mini Gravurfräser mit 3.175 mm Schaft. Die lasse ich nur mit 1200mm/min fahren und auch die Tiefenzustellung liegt bei ca. 1mm. Das geht damit ganz gut und habe letztes mal einen Schriftzug gefräst, der eigentlich wie gelasert aussieht. Verwendet hatte ich unterschiedliches Hartholz. Ich weiss nicht, ob auch alle Schnittdaten wirklich nützen, weil ich die Erfahrung gemacht habe, das feine Konturen in dem einen oder anderen holz doch recht schnell unsauber werden und ausreissen. Daher bin ich da immer etwas zögerlich und wenn ich sehe, Material wie auch fräser mögen sich, mache ich in kleinen Schritten schneller. Deine dicken 8 mm Fräser sollten aber bestimmt 2-4 mm in Z verkraften. Bei MDF ist es auch immer so eine Sache, dass die Fräser recht schnell blau anlaufen, wenn man zu langsam unterwegs ist.

  • Hallo

    ich muss sagen, ich habe diesen Fräser noch nie ausprobiert. Warum ich den nicht gekauft habe?

    • Der Fräser hat zur Spitze hin praktisch keine belastbare Schneide. An der Spitze ist kein Platz für drei stabile Schneiden. Und es sieht so aus als würde die Spitze auf Null auslaufen.
    Selbst wenn im Spitzenbereich noch Späne erzeugt werden, die geraden Schneiden können das Mehl nicht entfernen. Deshalb gehe ich davon aus das sich die Schneide an der Spitze stark erhitzen wird.

    Wenn ich so einen Fräser in Kunststoff verwenden würde wird er eine Nut ins Material schmelzen, aber nicht fräsen. Um den Fräser nicht zu überlasten müsste er nach meinem Verständnis ständig gut gekühlt werden.


    Ich verwende die Einschneider mit Spiralnut von Sorotec zum normalen feinen gravieren. Die schaffen die Späne auch aus der gravierten Nut heraus.

    Damit graviere ich 1mm tief in PMMA mit folgenden Werten:

    Fz mm = 0.1

    vc m/min = 500

    vorschub = 2300 mm/min

    1/min = 24000



    Ein Fräser mit 8mm Schaft, um Gravuren von 1-2mm Tiefe zu fräsen, das finde ich unsinnig. Dafür reichen die kleinen Fräser mit Spiralnut.


    Wenn Du Inlays fräsen willst wo 30° Teile tief eingelegt werden, da sind diese 3-Schneider nicht geeignet. Dazu nimmt man keine Razorpoint-Fräser, sondern solche mit abgeflachter Spitze oder Radius. Dadurch werden die Schneiden an der Spitze stabiler und man kann tief eintauchen.


    Ich habe Inlays nur gefräst um die Funktion in CamBam zu testen. Dazu habe ich einen 11° "konische Radienfräser" mit einer 1.5mm Spitze verwendet (Schaft 6mm). Ich hab in Buchenholz bis 8 mm tief direkt in einer Zustellung runter gefräst. Ein Inlay mit spitzem Fräser gibt für mich deshalb schon keinen Sinn weil man kein Gegenstück mit sauberer Spitze fräsen kann und für den Leim Platz braucht. Ich kenne diese Fräser ab Spitzenradius 0.25mm.


    grüße

    ralfg

  • aber mit dem 45 Grad ne Uhr aus Eiche - erst mit 5mm Holzfräser geräumt,

    Die Uhr ist schön gearbeitet.

    Aber Du hast hier die Kanten einer geraden Fräsung mit einer Fase versehen.

    Die Probleme die ich beschrieben hatte entstehen wenn man mit so extrem spitzen Fräsern im Volleingriff fräst. Dann spielt die Spitzenform eine wirklich große Rolle, denn die Spitze kann, propotional zu den Seitenschneiden, kaum Material schneiden. Wenn die Spitze flach ist oder einen Radius hat umgeht man das Problem. Da reicht schon ein halber Millimeter Spitzenbreite.


    grüße

    ralfg

  • ... durch das Räumen mit dem 5mm Holzfräser gibt es nur wenig Stellen an denen der 45° mit der "Spitze" Material abträgt - sicher genau genommen schneidet die Spitze nicht wirklich aber in Holz lassen sich mit moderaten Vorschüben auch V-Nuten fräsen - bei der Uhr sind z.B. die Zwischenräume der Minutenpunkte und Zahlen nur mit dem 45° gefräst- da hätte ich sonst mit einem 1mm räumen müssen - Holz ist da eher gutmütig - bei Metallen geht das bestimmt nicht.

    Gruß Mathias

  • durch das Räumen mit dem 5mm Holzfräser gibt es nur wenig Stellen an denen der 45° mit der "Spitze" Material abträgt

    Deine Uhr ist schö, hat aber wenig mit der Frage von Thomas zu tun. Ich schreibe aber als Antwort zum Beitrag von Thomas.

    Die verlinkten Fräser sind eben Gravur-Fräser aber keine Inlay-Fräser.


    Thomas möchte Inlays machen. Dabei wird mit konischen Fräsern tief gefräst und es werden Gegenstücke eingelegt. Mit einem konischen Fräser fräst man dabei voll ins Material, ähnlich eines V-Carvings bestimmt die Breite der Nut die Tiefe. Das eingelegte Gegenstück muß in diese Fräsung passenund es muss einen Kleberspalt geben.

    Bei einem Inlay wird aus der Nut nur eine Tasche mit breiterem Boden wenn eben die Zeichnungselemente breiter sind als der Fräserdurchmesser oder die Materialdicke es nicht hergibt.

    Wenn es dazu kommt ist es sinnvoll das der Fräser vorne eine gerade Schneide hat, denn mit einem Spitzen Fräser ist es schlecht möglich eine gerade Fläche zu fräsen.

    Da man immer einen Spalt für den Klebstoff einkalkulieren muß (in der Zeichnung als "Gluegap" bezeichnet kann man den entweder herstellen indem man mit einem spitzen Fräser noch tiefer fräst als für die Passung nötig, oder man verwendet eben einen konischen Schaft- oder Radienfräser anstatt einem echten V-Nutfräser.


    Was die Schneide angeht, so betseht dazu noch ein großer Unterschied zwischen einem 45° Zweischneider und einem 15° (Schneidenwinkel) 3-Schneider, wie der Verlinkte von Sorotec.

    Bei einem 45° V-Vutfräser ist in der Regel eine HM Platte eingelötet, die wird zweiseitig mit Versatz angeschliffen. Der Fräserkörper ist dabei kleiner als die Schneiden und es gibt eine Schneide die bis zur Spitze sauber ausgeprägt ist.

    Bei einem 3-Schneider geht das nicht. Die Schneiden werden in den Fräserkörper hineingeschliffen so das sie zur Spitze hin praktisch so klein werden das sie kaum einen Span schneiden können.


    grüße

    ralfg

  • Danke für eure Antworten. Obwohl ich mit den ergebnissen recht zufrieden bin, sehe ich ein, den falschen Fräser zu nehmen. Könnt ihr mir da speziell einen empfehlen?


    Aber weiter weiss ich immer noch nicht, wie man den Vorschub für konische Fräser berechnet und wie viel Tiefenzustellung man so machen kann..

  • Aber weiter weiss ich immer noch nicht, wie man den Vorschub für konische Fräser berechnet und wie viel Tiefenzustellung man so machen kann..

    Ein guter Fräserhersteller gibt die Schnittdaten an. Die kann man dann als Basis nehmen und auf seine Maschine und sein Material anpassen.

    Ich mache die Feinjistierung oft nach Gehör.

    Ich habe meine konischen Fräser von Armana Tools. Diese Werkzeuge werden auch in Deutschland verkauft.

    Bei jedem Fräser gibt es ein PDF Dokument für den Download mit Schnittdaten. Z.B. hier PDF Download. Die Angaben sind in Inch und man muss sie umrechnen.

    Es gibt in den PDF Angaben zu den Schnittdaten in Kunststoffen, Hölzer, basierend immer auf eine Drehzahl von 18000 1/min.

    Wobei IPM = Inches per Minute sind.

    Es gibt auch Angaben zu den Schnitttiefen, z.B.:

    Depth of Cut:

    1 x D Use recommended feed rate

    2 x D Reduce feed rate by 25%

    3 x D Reduce feed rate by 50%

    Bei den Amana Tools habe ich für Acrylglas die blau vergüteten gekauft, die goldenen sind für Metall und für Kunststoff nicht scharf genug.

    Die Schnittdaten kann man mit Vorsicht auch für ähnliche Fräser verwenden


    Das gehört eigentlich bei einem guten Hersteller dazu.

    Ich habe auch Fräser von Yonico. Die hab ich direkt in den USA bestellt.


    grüße