Alu Bearbeitung mit einer Otter

  • Hallo zusammen,


    ich möchte im Urlaub und Weihnachten etwas Alu mit meiner Otter zerspanen zumindest etwas Erfahrung damit sammeln. Ich weiß hier im Forum gibt es einige Fenja & Otter oder andere DIY-Fräsen Besitzer, daher die Frage an euch was kann ich so einer Fräse zumuten?

    Was für Fräswerkzeuge sollte ich benutzen? (6 & 4mm Einschneider habe ich da)

    Reicht als Kühlung Spiritus?

    Was für Vorschub Geschwindigkeiten ohne MMS kann ich einstellen?


    Über ein paart Tipps und Erfragungen von euch würde ich mich freuen.

    Grüße
    Jan


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    Fräserbruch Otter7045 mit 2.2KW Spindel

    Steuerung über LinuxCNC

  • Hallo jan,


    hier das Tool zum berechnen der Schnittdaten für Fräser von Sorotec kann schonmal hilfreich sein. Einfach runterladen , entpacken, starten und oben die nötigen Daten eingeben. :)


    Schnittdatenrechner ->

    Gruss


    Dirk

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    Weisheit des Lebens : Es gibt keine dumme Fragen, nur Menschen die dumm Antworten !

  • Hallo Klaus & Alex,


    danke für den Tipp und den Link, 👍 Die Fräser besorge ich mir 😊
    Ist halt die Frage ob ich mit meiner Fräse die Schnittwerte erreiche oder moderatere Werte verwenden soll?
    Klaus verwendet ja eine MMS, so ein Luxus hab ich (noch) nicht. Was hat das für Auswirkungen?

    Grüße
    Jan


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    Fräserbruch Otter7045 mit 2.2KW Spindel

    Steuerung über LinuxCNC

  • Ich denke ohne MMS sind die Schnittwerte die ich da als Demo fahre etwas zu hoch. Die sind so in etwa die grenze von kurz vor zuviel für meine Maschine.

    An deiner Stelle würde ich mal mit nem 6mm Zweischneider anfangen. Maximale Tiefe von 10mm, seitliche Zustellung von10%, also 0.6mm und dann mit 24000rpm und 2400 mm/min (wenn du mit einem Einschneider anfängst, dann mit 1300mm/min) fahren und gucken wie sich der Spaß anhört. Wenn du lieber vorsichtig bist dann fang mit 5mm Tiefe an um sicher zu gehen.

    Und von da aus kannst du dich dann hoch arbeiten.

    Solange es sich gut anhört (ja ich weiß ist ne doofe Beschreibung aber wenns zu viel ist und du das Geräusch hörst dann weist du was ich meine), das bauteil einigermaßen Kalt bleibt und die Späne gut warm runter kommen dann hast du gute Settings gefunden.

    Generell nicht zu langsam fahren, die Späne müssen etwas dicke haben und brauchen was Material damit darüber die Wärme abgeführt werden kann. Wenn die zu klein/dünn werden geht wäre in den Fräser und ins Bauteil und dann klebt der Fräser schnell zu.

    Ansonsten wenn man gar keine Idee hat wo man anfangen soll ist der Sorotec Rechner ganz ok, er berücksichtigt halt die Zustellung nicht wirklich. Solange du da aber Seitlich im Bereich zwischen 10 und 20% bleibst kann man bei so kleinen Fräsern meist die volle Schneidenlänge vom Fräser gut mit den Werten von dem Rechner fahren. Liber in der Tiefe kleiner anfangen und mehr Zeitlich und Geschwindigkeit drauf als zu langsam und zu wenig Seitlich.

    Grüße,
    Klaus


    Fusion CAD -> Fusion CAM -> Planet CNC TNGV2 -> KMS DIY CNC -> fertig

  • Schnittdaten, können nur Richtwerte sein. Man muss sich ranntasten. Es gibt X Legierungen. ALMG3 geht ganz gut. ReinAlu ist praktisch unfräsbar.

    Man hört es auch beim fräsen, wenn was nicht stimmt. Wenn das Material "schmiert" (macht ja Alu gerne), anhalten und Fräser "säubern". Drehzahl runter oder Vorschub hoch.

    Du wirst (anfangs) viele Fräser brauchen.

    Ich kühle Alu mit Wasser und ein paar Tropfen Spüli.


    MfG

  • Dass man sich da langsam rantasten muss wir mir immer klarer, hab jetzt einen guten Ansatz :thumbup:  

    @ScorpionTDL in dem Wiki hast du Fräser von Gühring und Sorotec verwendet. Würdest du die Gühring im nachhinein wieder Kaufen?
    Sind auch etwas günstiger als Sorotec

    Grüße
    Jan


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    Fräserbruch Otter7045 mit 2.2KW Spindel

    Steuerung über LinuxCNC

  • Es kommt ein bisschen auf den Anwendungsfall an.

    Die Gühring machen auf meiner Maschine ein etwas schlechteres Seitenfinish im Vergleich zu den Sorotec und es gibt die 6mm nicht mit 25mm Schneidenlänge.

    Gefühlt brauchen sie etwas mehr power als die Sorotec. Das war früher mit der Mafell ehr ein Thema, an der 2.2KW HF ist das egal. Ich nehme sie gerne zum schnell viel Material weg hauen an stellen wo mir das Finish egal ist.

    Mittlerweile habe ich noch nen China 6mm mit 25mm Schneide gefunden der fast an das Finish vom Sorotec ran kommt, der hat den Sorotec aktuell bei mir etwas abgelöst, allerdings braucht der deutlich mehr MMS Kühlung drauf um ruhig zu laufen. Da ich mir bisher die Sorotec immer kaputt gefahren habe und noch nie einen verschlissen habe packe ich den Sorotec 6mm nur noch aus wenns wirklich wirklich schön werden soll ;) von dem China teil bekomme ich einfach 3 für den preis von einem Sorotec.......


    Wenn einem die Schneidenlängen von den Gühring reichen und man aus DE was geliefert haben will sind die ansonsten voll OK für den Preis.

    Grüße,
    Klaus


    Fusion CAD -> Fusion CAM -> Planet CNC TNGV2 -> KMS DIY CNC -> fertig

  • Ich habe fast nur die Fräser aus China.

    Da sollte man aber auch mal nachmessen. Wo 3,175 (1/8") drauf steht, ist noch lange nicht 3,175 drin.

    Ansonsten gebe ich Klaus 100% recht.

    Meine Maschine ist ein kompletter Eigenbau und etwas schwach. Leider auch nicht ganz verwindungssteif. Muss also langsamer und behutsamer machen.


    MfG

  • Hallo Jan


    Wenn du die Zeit hast, kann ich dir auch die Fräser aus CN empfehlen. Habe sie bei Hozly direkt bestellt, Einschneider für Alu und die gehen wirklich gut.


    Hab ein bisschen Spiritus und Wasser gemischt als MMS ;) was ich dir empfehlen kann, auf deine Opferplatte (bei mir MDF) habe ich grossflächig Folie gelegt und an den Seiten ausserhalb des Fräsbereichs hochgezogen.

    Das hält die Sauerei etwas in Grenzen und die Späne wandern mit der Folie in den Müll.

    Viele Grüsse


    Dieter


    Sie dürfen nicht alles glauben was sie denken. (Heinz Erhardt) ;)

  • Genuso wichtig wie die passenden Fräser ist die Auswahl der richtigen Alu-Legierung. Je nach Legierung habe ich schlechte Erfahrungen mit HM-Fräsern gemacht und verwende lieber HSS-Fräser. HSS Fräser, so ist meine Erfahrung, sind flexibler und brechen nicht so schnell wenn mal ein Span im Weg ist. Gerade wenn es sich um dünne Fräser handelt.


    Ansonsten kann man kupfer- und/oder bleihaltige Legierungen sehr einfach fräsen (AlCuMgPb (3.1645), AlCuBiPb (3.1655), AlMgSiPb (3.0615), AlCuMg1 (3.1325)). Bei solchen Legierungen kann man kaum etwas falsch machen und es ist leichter zu fräsen als Kunststoffe.

    Dagegen sind schmierige Legierungen wie AlMg3 (3.3535) kaum zu fräsen. Sie bauen sich schlagartig auf dem Fräser auf, was dann schnell das Ende eines Fräsers ist.


    Ich habe in den nächsten Tagen eine große Aluplatte mit sehr vielen Nuten zu versehen. Ich habe die Platte aus AlCuMg1 (3.1325) gekauft. Diese Legierung ist nicht viel teurer als als einfaches Schmieraluminium (AlMg3), aber beim Fräsen wesentlich einfacher. Das schont extrem die Nerven.

    Mit Spiritus arbeite ich grundsätzlich nicht auf der Fräse. Da wird mir schlecht von. Wenn schon Ethanol, dann wäre wohl Rum meine Wahl. Oder Rum/Tee gemisch.

    Ich verwende aber Scheibenfrostschutzmittel aus dem Autobereich mit Isopropanol. Die Dämpfe sind nicht expolosiv in der Umhausung, es riecht besser und ist günstiger im Preis.

    Oft fräse ich aber trocken. Dann sind die Späne leichter abzusaugen. Wenn Fräser beim Alufräsen abgebrochen sind dann immer weil Späne in einer Nut im Weg waren.


    grüße

    ralfg

  • Hallo Ralf


    Das richtige Alu macht's natürlich aus. Ich bekomme halt immer wieder Abschnitte aus unbekannten Material.

    Da muss ich mich langsam rantasten und schauen ob das klappt. Wobei mein Verhältnis Alu zu Holz bei 1 zu 99 liegt. ;)

    Viele Grüsse


    Dieter


    Sie dürfen nicht alles glauben was sie denken. (Heinz Erhardt) ;)

  • Was ist den mit Alu AlMg4.5 das wird oft als gut fräsbar angeboten...

    Gruß Martin


    Eigenbau Holzfräse nach Life Latitudes Art - 1,5kw Chinaspindel - Nema23 - Estlcam - Arduino - DM332T Endstufen

  • das ist auch unter AW5083 bekannt. Lässt sich recht problemlos fräsen. Verarbeite ich zu gefühlt 90% auf der Fräse.

    Auf der Drehe ist es dagegen nicht so prall.

    Grüße,
    Klaus


    Fusion CAD -> Fusion CAM -> Planet CNC TNGV2 -> KMS DIY CNC -> fertig

  • Hallo

    man sieht an der Schnittkante einer Aluplatte schon ob es eine gut fräsbare Legierung ist. Wenn sich dort das Sägeblatt abzeichnet ist es ok, bei Schmieralu ist auch der Sägeschnitt schon glatt verschmiert und ein starker Grat dran. Ich hole oft kleine dicke Restblöcke vom Schrottplatz. Da kenne ich die genaue Legierung auch nicht. Die können das zwar mit der RFA-Analysepistole messen, haben aber bei kleinen Stücken verständlicher Weise keine Lust dazu. Da verlasse ich mich auf mein Auge und bin auch noch nie reingefallen.

    Das AlMg4.5 (AW5083) ist nicht so gut zu fräsen wie eine kupferhaltige Legierung, dafür lässt es sich gut schweißen. Für konstruktive Verwendung sollte man beachten das die Zugfestigkeit wesentlich geringer ist als bei einer kupferhaltigen Legierung.

    Werkstoffdaten findet man hier. Als fauler Käufer kaufe ich dort auch direkt ein. Die Preise sind für mich ok, abgesehen davon das Alupreise sich im letzten Jahr fast verdoppelt haben.



    grüße

  • Hallo zusammen,

    danke euch für eure Tipps. :thumbup:


    Das Fusion360 CAM und Weihnachtsgedöns hat mich jetzt doch etwas länger aufgehalten.
    Ist gar nicht so einfach eine vernünftigen Programmablauf zu erstellen mit dem man dann Fräsen kann.

    Mein letzter CAM Stand habe ich hier aufgenommen: CAM-Video


    Die ersten Tests habe ich bereits gefräst. Naja ganz gut ist das ganze noch nicht aber viel gelernt dabei. Verwendet habe ich ein 8mm & 6mm Zweischneider sowie Fasenfräser von Sorotec. Der 2mm Einschneider für die Ecken und Bohrung kam aus China.
    Erste Fräsung ist eine Mischung der Schnittdaten aus dem Sorotec Schnittdatenrechner und von ScorpionTDL Das war viel zu viel Vorschub und Zustellung.
    Zweiter durchlauf mit viel weniger Zustellung und 50% Vorschub. Da gabs nur Alu-Mehl als Späne, Maße waren völlig daneben. Die Sorotec Fräser brauchen doch etwas Zustellung.
    3. Fräsung dann 70% Vorschub von Klaus und 4 (8er) bzw. 3mm (6er) Z-Zustellung und 1 und 0,6mm seitlich. Ergebnis was schon deutlich besser und einigermaßen Maßhaltig. Mit dem 8mm Fräser und der Zustellung bin gefühlt an der Grenze der Maschine hinsichtlich Steifigkeiten.
    Ein Video des letzten Test Fräsung muss ich die Tage noch bearbeiten und verlinke es hier dann.

    Was meint Ihr zu der CAM Strategie und Ergebnissen?

  • Erste Fräsung ist eine Mischung der Schnittdaten aus dem Sorotec Schnittdatenrechner und von ScorpionTDL Das war viel zu viel Vorschub und Zustellung.

    Hallo

    ich weiß ja nicht wie das bei Dir mit dem Hellsehen ist. Was eine "Mischung der Fräsdaten………" bedeutet weiß ich nicht.

    Sich in zwei weiteren Punkten, relativ, auf diese unbekannten Schnitdaten zu beziehen bringt auch nix.

    Das Video kann man nicht anschauen, "Video nicht verfügbar - Dieses Video ist privat."

    Wenn Du Hilfe erwartetes ist all so etwas kontraproduktiv.


    Auf dem Foto sieht man an der linken version das Deine Z-Achse sehr weich ist. In der Mitte ist es das Gleiche. In der rechten Version ist der Fräser so dünn das die weiche Z-Achse abgefedert wird.

    Grundsätzlich ist es, das ist meine Meinung, erstmal die Frässtrategie die das ganze so schlecht macht. Die Z-Achse drückt nach wenn der Vorschub in den Ecken runter geht.

    Warum fräst du nach der Außenkontur?

    Wenn du die Flächen, ich sehe nur zwei Höhen, als Rechteck mit parallelen Werkzeugwegen, größer als die Kontur abplanst, dann hast Du keine Ecken innerhalb der Kontur. Einfach hin und her fräsen, erst die obere Fläche, dann die untere Fläche, dann die Schräge ansetzen und als letztes die Kontur fräsen.

    Dann gibt es keine Vorschubänderung innerhalb der Kontur und somit keine Fehler. Das löst nicht das Problem Deiner weichen Z-Achse, aber damit musst Du sowieso umgehen lernen.

    Wieso es unterschiede in der Maßhaltigkeit geben kann verstehe ich nicht.


    grüße

    ralfg

  • fraesoholic sorry hatte vergessen das Video auf Öffentlich zu stellen. :S

    Danke für deine Hinweise. Wird es es mit dem Video etwas klarer wie ich vorgegangen bin ?

    Das mit der weichen Z-Achse erscheint logisch. Nach dem Schrubben nochmals dünn Planen könnte Möglichkeit sein die Kräfte zu reduzieren und eine bessere Oberfläche zu bekommen.

    Grüße
    Jan


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    Fräserbruch Otter7045 mit 2.2KW Spindel

    Steuerung über LinuxCNC

  • Hallo Jan

    ich habe mir gerade das Video angeschaut. Mal eine Frage vorab: Wie kommt so eine unsinnige Frässtrategie zusammen?

    Ist das vielleicht ein automatisches CAM das an eine KI angebunden ist?

    Ich würde den Block erst in zwei Höhen abplanen, erst die obere, dann die untere. Das geht jeweils von rechts nach links (X). Zwei Fräsungen in Y Richtung sind nötig, die würde ich der Optik wegen zuerst auf die untere Ebene fräsen. Das würde ich mit dem größten Fräser machen den ich habe. Schlichten würde ich, mit dem gleichen Werkzeug. Das Loch muss nicht durch das dicke Material gefräst werden. Auch die Schräge würde ich in kleinen Zustellungen zu einer feinen Treppe fräsen. Bei kleiner Zustellung kann man mit abwechselnder Fräsrichtung viel Zeit sparen. Da die Radien eh nachgefräst werden müssen kann wohl auch der Ausschnitt mit dem gleichen Werkzeug gemacht werden..

    Werkzeug hin und her wechseln gibt auch wenig Sinn.

    Die Optik beim Alufräsen finde ich wichtig. da gefällt mir die rechte am besten. Trochoidale Werkzeugwege sehen extrem gut aus.


    Keine Ahnung wie man ein halbwegs sinnvolles CAM dazu bringt so unsinnig wie im Video durch die Gegend zu fahren. Habs grad noch mal geschaut und kanns nicht fassen.

    Lade die Zeichnung hoch, gibt Werte wie Material, Größe, Fräser an und ich zeige eine Alternative die mit den gleichen Zustellungen nur die Hälfte der Zeit läuft.



    grüße

    ralfg