Milhouse

  • Hallo allerseits,


    hier möchte ich euch gerne meine Eigenbaufräse vorstellen, bzw. den aktuellen Stand. Der Baubericht war im letzten halben Jahr in manchen Phasen ein guter Motivator, deshalb freue ich mich sehr über Feedback. Fertig wird man ja irgendwie nie, deshalb hab ich den Bericht jetzt einfach mal rausgehauen. Ich veröffentliche ihn zu einem späteren Zeitpunkt auf github, deshalb ist er so projektig aufgebaut.


    Grüße Philip

    Milhouse

    Beschreibung der Eigenbau-CNC-Fräse Milhouse.

    Geschichte

    Basis war eine CNC-Fräse, die ursprünglich für den Flugmodellbau gedacht, aber nie richtig fertiggestellt worden war. Sie hatte konstruktive Mängel, die man nicht beheben kann, ohne alles neu zu konstruieren. Letztlich mitgenommen wurden davon nur Endstufe und Motoren. Es gab damals, also ca. 2013, noch deutlich weniger Community und günstigen Zugang zu Teilen. Das hat sich heute, 2021 geändert.

    Konzept

    Platz ist kostbar, davon habe ich nicht viel. Vorbild für die Konstruktion ist die CNC14 Dötzchen. Da ich nicht viel Platz habe, sind die Außenmaße gedeckelt. Die CNC14 Vise war ein Augenöffner, weil man recht simpel konstruktiv eine Bearbeitungsdimension stark erweitert und so eine Limitierung kleiner Maschinen „aufbricht“.


    Milhouse ist eine modulare und portable CNC-Fräse. Die Grundplatte kann abgenommen werden, so dass die Fräse auf oder an einem beliebig großen Werkstück platziert werden kann und der gesamte XY-Verfahrweg zur Verfügung steht. Um alles portabel zu halten, soll die Elektronik in einem separaten Köfferchen untergebracht werden und kann komplett abgesteckt werden. So hat man drei Teile: Grundplatte, Fräse und Elektrik, die kann man auch alleine tragen.

    Um die Handhabung je nach Einsatzort einfach zu halten, kann das Portal in voller Höhe genutzt werden, die Zahnriemen verlaufen geschützt auf dem Portal.

    Aufbau

    Neben Holz soll auch mit anderen Werkstoffen experimentiert werden. Deshalb, und weil man hier im Nachhinein schwer wieder was ändern kann, sind die Führungen etwas überdimensioniert. X- und Y-Achse laufen auf 20 mm- und die Z-Achse auf 16 mm-Führungen. Ich habe das Gefühl, dass große Führungen ziemlich viel zur Laufruhe und Steifigkeit beitragen. Leider auch zum Gewicht. Kleiner hätte es vielleicht auch getan, whatever.


    Um dem U-förmigen Aufbau genug Steifigkeit zu geben, sind die Multiplexplatten verleimt und mit ca. 7000 Flach- und Runddübeln verbunden.


    Der Verfahrweg ist mit ungefähr 322 x 425 x 120 mm nicht so groß, dass man sich verirren könnte.


    Die Frässpindel ist eine Makita mit 700 Watt, das erste Projekt eine Aufnahme für eine inzwischen gekaufte Kress in der Warteschlange.


    Eine Absaugung ist noch nicht eingebaut. Angedacht ist ein abnehmbares Gehäuse in Art einer Glocke, welches komplett über die Maschine gestülpt wird. Wenn man hier den Luftstrom über Ein- und Austritt kontrolliert, wie in einem Windkanal, kann zumindest der Staub gut abgezogen werden. Mal schauen. Zusätzlich würde es auch Schall dämmen.


    Die Kabelführung ist noch nicht fertig, es soll eine seitliche Rolle installiert werden, auf der der Kabelstrang geführt wird. Energieketten bieten sich nicht an, wenn man die Kabel abnehmen will.


    Der Elektronikteil ist möglichst einfach gehalten. Endstufe, 24 V-Netzteil, Arduino mit GRBL, Step-down-Wandler für die Beleuchtung und die Not-aus-Schaltung sollen in einem Kasten untergebracht werden.


    Seitlich am Wagen ist eine Chinch-Buchse zum Anschluss der Tastplatte.

    Betrieb

    Bisher läuft Universal Gcode Sender (UGS) auf einem älteren MacBook, das via USB mit Milhouse verbunden wird. Joggen kann man mit einem XBox-Controller, der direkt mit UGS spricht. Das funktioniert bisher wunderbar.