Vorstellung, Volksfräse und Problemchen

  • Hallo Zusammen,


    ich bin Thilo aus Franken, neu hier und wie soll es anders sein: Ich komme gleich mit einem Problemchen.


    Ich habe die Volksfräse nach UnclePhil fertig gestellt und in Betrieb genommen. Soweit so gut, ich komme immer besser zurecht.

    Sie läuft über ESTLCAM und die meisten Modelle mache ich in Fusion 360.

    Hier ein paar Impressionen vom Bau und der Fräse selbst:



    Nun habe ich erste Projekte gemacht, verstärkt möchte ich mich auf Reliefarbeiten und Schalen (also 2,5D-3D) konzentrieren, und auch Stichbilder.

    Beim ALLERersten Punktrasterbild auf eine schlichte Sperrholzplatte ist mir schon aufgefallen, dass es Bahnen unterschiedlicher Tiefe gibt. man beachte die zu hellen Streifen.


    Naja, liegt vielleicht am Holz dachte ich und hab mal weiter gemacht.

    Eine Schale als erster Test zweiseitiger 3D-Bearbeitung war mein nächstes Thema und auch hier sieht man, dass beim Schlichten plötzlich eine zu tiefe Bahn kommt (Programm aus ESTLCAM):


    Hier bei diesem Linienbild sieht man den Fehler unten rechts, sonst passt es sehr gut, aber Thrawn ist und bleibt einfach Geil! :D (Programm aus ESTLCAM)


    Tja, und bei diesem - allgemein missglücktem - Relief, sieht man auch ein zwei Bahnen die nicht stimmen (Programm aus Fusion):


    Das letzte Teil ist diese Schale aus Epoxy. Ich habe zwar auch andere Fehler gemacht, aber zuletzt noch eine Schale-in-Schale retten können. Das ist der erste geglückte 2-Seiten Versuch, aber die falschen Bahnen sind hier besonders krass (Programm aus Fusion)


    Wie man sieht, passt es die meiste Zeit, aber hin und wieder kommt mal eine Bahn die eben nicht passt.


    SOOO, nun zur Analyse bzw. Diagnose:

    - Alle Schrauben, Riemen, Madenschrauben SIND FEST

    - Schrittweite in Steuerung und Hardware PASST, ein Schritt entspricht runde 0,005mm.

    - Schrittverluste ausgeschlossen.

    - Opferplatte geplant

    - Krumme Maschine schließe ich fast aus, warum sollte sich der Fehler dann nur bei wenigen Bahnen im Zehntelabstand bemerkbar machen? Oder gar Diagonal?

    - Das Diagonale Fehlerbild sagt mir eigentlich, dass irgendwas mit der Kugelumlaufspindel bzw. dem Z-Achsantrieb nicht stimmen kann


    Und das Beste:

    - Das Problem ist reproduzierbar. Sprich ich hab nach Fertigstellen des Schlichtvorgangs der Schale einfach nochmal neu gestartet. Die erhabenen Bahnen bleiben stehen!



    WER kann und will mir bei meiner Diagnose helfen? Gibt es Tests die da zu machen sind?


    Ich danke jedem schonmal vorab!

  • Hi Thilo,


    Kannst du mal was schreiben über die Schnittdaten ?
    Auch die Estlcam Einstellungen wären evtl. hilfreich.

    Gruß Martin


    Eigenbau Holzfräse nach Life Latitudes Art - 1,5kw Chinaspindel - Nema23 - Estlcam - Arduino - DM332T Endstufen

  • Hi,


    danke schon mal für die schnellen Inputs!

    Ich werde so bald es geht die Sache mit dem Planen durchziehen. Denke das ist ein erster guter Schritt, um die Fehler auf bestimmte Maschinenbereiche einzugrenzen.

    GCodes lade ich nach Feierabend hoch.


    Aber eine Anmerkung noch. Die Opferplatte ging mit dem Planfräser sauber zu planen. Ich werde den Versuch daher mit weniger Durchmesser und Bahnabstand fahren.

  • Ich würde probehalber einfach mal ne Messuhr am Z-Schlitten Befestigen und mit der über eine Plane Oberfläche fahren (jeweils mit X & Y Achse getrennt) und gucken ob es da komische Sprünge gibt.

    Grüße,
    Klaus


    Fusion CAD -> Fusion CAM -> Planet CNC TNGV2 -> KMS DIY CNC -> fertig

  • Einwas kommt mir gerade noch. Wenn die Bahnen zu tief sind, KANN ich ja gar nicht sagen ob es wiederholt auftritt, denn ein Fräser würde ja auf der richtigen Position nicht schneiden.

    Das Thema Reproduzierbarkeit werde ich auch nochmal prüfen!

    Messuhr ist eine gute Idee! Muss ich wohl mal investieren.


    Die beigefügten Bilder zeigen nochmal die Schale in korrekter Verarbeitungsrichtung. Soe wurde wie ein Buch um die y Achse (kurze Seite) gedreht.

    Wir sehen teilweise auch zu tiefe Bahnen die sich wieder "fangen".

    Oben und unten passt auch fehlertechnisch nicht zusammen.


    Ist es möglich, dass sich die Kugelumlaufspindel hier bemerkbar macht, dass die nocht sauber läuft und sich "verspannt"? Chinazeug mit Pech?

  • Ehrlich gesagt ist ne Messuhr und ein Winkel das absolute Minimum um eine Fräse auszurichten. Ohne lässt es sich kaum machen.

    Gerade die Messuhr braucht man auch nach dem initialen Ausrichten eigentlich immer wieder.

    Grüße,
    Klaus


    Fusion CAD -> Fusion CAM -> Planet CNC TNGV2 -> KMS DIY CNC -> fertig

  • Das schon, aber ohne Winkel und Messuhr wird die Fräse "nur" krumm und schief. Auf den letzten Bildern ist es aber auf wenigen cm mal hoch, mal tief, und dazu ist noch ein ganz seltsames Muster auf dem Holz. Das muß etwas anderes sein.


    Wenn du dann eine Messuhr hast, kannst du die Messuhr mal an die z-Achse klemmen und einfach immer wieder 50mm auf- und abfahren, ob die Fräse überhaupt reproduzierbar eine best. z-Höhe anfahren kann. Denn offenbar kann sie es nicht.

  • Und ich hau jetzt gleich mal die Steppertreiber in den Ring..
    Was hast du den da für welche ?
    Gabs doch auch schon öfter, das das irgendwelche billigen waren, die dann Probleme gemacht haben !

    Gruß Martin


    Eigenbau Holzfräse nach Life Latitudes Art - 1,5kw Chinaspindel - Nema23 - Estlcam - Arduino - DM332T Endstufen

  • Ich habe die Fräse so gut es ging per messschieber und winkel ausgerichtet, und dann die Opferplatte geplant. Damit war ich bisher zufrieden. Die Platte ist super Plan geworden, da habe ich aber auch nicht die zAchse bewegt.

    Ja das Fehlerbild passt zu Problemen mit dem Antrieb. Muss was mit Positioniergenauigkeit zu tun haben, entweder Treiber, Motor oder Gewindetrieb. Ich gehe auf die Suche!

    Uploads kommen noch!

  • Wenns nur bei Bewegungen der Z Achse auftaucht kontrollier noch mal die Festlagerseite der KUS ob das wirklich 100% immernoch alles richtig Fest ist. Sowohl das Festlager Selber als auch die Mutter die die Spindel am Festlager hält (habe selbst gerade erst ein Paar Tage damit verbracht so nen Fehler zu finden || )
    Wenn da alles Passt dann noch die KUS Mutter und Mutterhalter überprüfen und die Klauenkupplung.

    Das sind normalerweise die Typischen Kandidaten für Probleme.

    Grüße,
    Klaus


    Fusion CAD -> Fusion CAM -> Planet CNC TNGV2 -> KMS DIY CNC -> fertig

  • Analog ist besser als digital. Man sieht so am Zeiger direkt was los ist.......

    Volkhard


    Derzeit im Bau:

    Fräse : Fenja R4 1200D

    Motoren: JMC ihss60-36-30-21-38

    Fräsmotor: Suhner UAK 30 RF 1.55kw, 230V

    Steuerung: Estlcam über Arduinoclub Mega Karte

  • ich würde mal behaupten jeder ist besser als keiner.

    Persönlich tendiere ich ehr dazu beim einstellen nen Puppitaster (Fühlhebelmessgerät) statt einer Messuhr zu nehmen. Finde den mit dem verstellbaren Hebel einfach universeller. Die Absoluten werte interessieren ehrlich gesagt auch meist nicht. ob das jetzt 0,01mm oder 0,012mm Abweichung sind ist egal. Hauptsache man sieht das was abweicht und ob eine Änderung eintritt.

    Ich würde da jetzt nicht unbedingt ein 5€ Modell holen aber eins für ein paar hundert muss es in meinen Augen fürs Hobby auch nicht sein. Ich denke mit den Geräten für einen Mittleren zweistelligen Betrag (0,01mm Teilung) macht man für den Anfang nicht viel falsch.

    Grüße,
    Klaus


    Fusion CAD -> Fusion CAM -> Planet CNC TNGV2 -> KMS DIY CNC -> fertig

  • und zwar welche Auflösung sollte die den haben?


    Analog ist besser als digital.

    Da bin ich absolut bei Dir. Ich habe eine Analoge und eine Digitale. Die digitale ist praktisch unbrauchbar zum Einstellen, da die Zahlen so schnell wechseln und man nicht sieht, ob es "rauf oder runter" geht.

    Die billigen Analogen haben meist den Nachteil, das sie "nur" 10mm Messbereich haben. Besser sind 25mm (1").

    Im Hobbybereich und vor allem bei Holz ist 1mm kein Mass (Weisheit vom Bau). :)


    MfG

  • Zum Ausrichten einer Maschine würde ich in der Tat ein einfaches Fühlhebelmessgerät ("Bubbitaster", "Puppitaster") mit einer Auflösung von 0,01 mm nehmen. Das ist Basisausstattung (neben einem großen guten Winkel).


    Ich selber habe zudem ein noch feines Fühlhebelmessgerät. Das ist aber was für Masoschisten oder diejenigen, die wirklich auf der MEssplatte was treiben wollen.


    Für Wiederholungsmessungen und Backlashmessungen ist eine klasssiche Messuhr mit 10, besser 25mm Verfahrweg wirklich nützlich. Die Fühlhebelmessgeräte haben idR einen Messweg von ganzen 0.8mm und damit ist das Aufsuchen von Skalierfehlen und Co einfach nur mühsam. Ich bin hier sogar ausgesprochener Fan einer digitalen Messuhr, allerdings habe ich auch eine wirklich gute (Schrittauflösung 0.001 mm, Fehlergrenze 0.005mm). Das beliebige Setzen eines Nullpunktes auf Knopfdruck empfinde ich als sehr angenehm. Die Uhr ist u.a. in meinem Video zum Vers.by Probe zu sehen.