Probleme mit Schrittmotor

  • Hi,


    ich versuche mich gerade an einer Steuerung für eine CNC-Maschine. Leider habe ich nicht viel Vorwissen, wenn es um den Bau einer CNC geht. Ich habe bereits eine ganze Menge gelesen, aber komme bei der Einstellung des Schrittmotors nicht weiter. Konkret habe ich folgende Teile Nema 23HS5628-8.0, TB6600, 24V 17.6A Netzteil und das entsprechende CNC Shield.


    Der Schrittmotor kann wohl nur 1.8° pro Schritt und benötigt wohl 2.8A. Daher habe ich den Treiber entsprechend eingestellt. Siehe Einstellungen im angehängten Bild. Der Motor läuft und kann mit EstlCam angesteuert werden.

    Jetzt zu meinem Problem. Der Motor pfitscht/pfeift/grummelt in manchen Stellungen und macht merkwürdige Geräusche. Sozusagen im Idle Modus. In anderen Stellungen wiederum nicht. Auch führt er manche Schritte nicht aus. Dabei spielt die Geschwindigkeit in EstlCam wohl keine Rolle. Die Verkabelung scheint wohl richtig zu sein? Der Motor läuft zumindest. Die Frage ist, ob der Treiber richtig eingestellt ist und welche Einstellungen ich im EstlCam vornehmen muss. Dort habe ich auch die 200 Schritte je Umdrehung eingestellt und den Maximalvorschub auf 1020mm/min begrenz. Bei den anderen Einstellungen habe ich herumgespielt ohne einen Verbesserungszustand zu erreichen.

    Wie kann ich dem Problem auf die Ursache kommen?

    Vielen Dank für eure Zeit!

  • Hallo (wie auch immer der Name ist ),


    warum nimmst du die Datenleitungen vom CNC Shield ab, wenn du es doch eh nicht nutzt (fehlen ja die Treiberbausteine) und gehst nicht direkt vom Arduino Uno an die Treiberkarte TB6600 ?

    Der beschriebene und gezeichnete Aufbau ergibt nicht viel Sinn, da dieses Arduino Shield eigentlich selbst Treiberbausteine aufnehmen und dann die TB6600 überflüssig wäre oder halt das Shield ansich unnötig ist, wenn man von dem Arduino Uno die Signale direkt an die TB6600 Karte verlegt ! ;)


    Das einstellen der Schrittweite hat nicht direkt was mit deinen Schrittmotoren zu tun, sondern der Schrittmotortreiber erzeugt dann sogenannte Zwischenschritte (Mikrostepping) , bedeutet bspw. wenn du die TB6600 Karte auf 1/2 = 400 oder 1/8 = 1600 Einzelschritte einstellst, dann erzeugt die Karte leicht anders wandernde Ströme für den Motor und er hat dann eine kleinere Schrittweite. Im Gegenzug sinkt dabei aber auch das Drehmoment.


    Da Piepsen und Pfeifen , da gibts mehrere Möglichkeiten. Eine bekannte bei den China TB6600 Karten ist, das die beim Löten der Karten Kondensatoren verbauen die nicht den vom Chiphersteller spezifizierten Werten für den Controllerchip entsprechen. Viele Löten die falschen dann raus und passende rein. Gibt eber noch einige andere Fehlerquellen, auch Softwareseitige einstellungen. Das müsste man dann aber schon wissen was alles eingestellt ist.


    Gruss


    Dirk

    Weisheit des Lebens : Es gibt keine dumme Fragen, nur Menschen die dumm Antworten !

  • Hi Dirk,

    nun ich habe das ganze als Set gekauft. Wenn ein Motor funktioniert, würde ich auch die anderen 3 anschließen. Ich denke die Idee das CNC Shield zu benutzen vereinfacht eventuell die Verdrahtung. Nichtsdestotrotz, habe ich das CNC Shield entfernt und die Pins direkt auf den Arduino gesteckt. DIR-, PUL-, ENA- auf Arduino GND. DIR+ zu PIN5, PUL+ zu PIN2 und ENA+ zu PIN8. Auch direkt über das Board kann ich ihn nun mit EstlCam ansteuern.

    Leider hat sich die Geräuschkulisse des Motors nicht geändert. Kannst du mir Lesestoff bzgl. des Kondensators bereitstellen? Was mich wundert ist, dass nicht der Treiber pfeift, sondern der Motor selbst. Softwareseitig habe ich selbst nicht viel an den Standardeinstellungen geändert. Ich habe einen Screenshot von den EstlCam Einstellungen angehangen.

    Viele Grüße
    Rico

  • Hallo Rico,


    also erstmal dieses CNC Shield kannste dir schenken. Brauchste wirklich nicht, wenn du schon eigene TB6600 Treibermodule hast.


    Das "ENA" signal kannst du dir auch normal sparen das zu verkabeln. Das wir nicht mehr benutzt.


    Das deine Motoren Pfeifen, auch wenn die nichts tun, liegt daran, das die keine "Idle" Modus haben, sondern unter Dauerstrom stehen, auch Haltestrom genannt.


    So bewegen sich die Motoren bei Last nicht und halten die Position. Ohne Haltestrom würden die Spindeln sich mit der Hand sehr leicht drehen lassen, aber beim Fräsen und unter Last würden sie die Postion dann nicht halten können. Bei manchen TB6600 Karten kannste den Haltestrom mit einem Mäuseklavier (Dip switch Schalter) auch einstellen. Deshalb piepsen die Motoren auch wenn sie nicht laufen, da sie trotzdem unter Strom stehen.


    Aber ein paar Dinge sollten man schon noch wissen. Bezüglich Schrittverluste usw.


    Sind die Motoren eingebaut ?

    Wie hast du die Schrittverluste gemessen ?


    Denn es ist ein Unterschied ob die Motoren eingebaut sind oder trocken laufen. Sind Sie in der Fräse eingebaut, dann gibts reichlich Möglichkeiten auch an der Mechanik was zu Schrittverlusten führen kann. Laufen sie Trocken, also ausgebaut, dann liegts an den Treibern, den Software Einstellungen oder vielleicht dem Motor selbst.


    Bezüglich Pfeifen findest du hier infos zu dem Treiberbaustein TB6600HQ der in den meisten Karten der Art verbaut ist :


    Datasheet TB6600HG PDF


    Eine Grundsätzliche Schaltung dafür findest du hier :

    Schaltung TB6600HG

    oder hier

    Schaltung 2 TB6600HG


    Hier findest du eine Beispielinfo wie man bei den Toshiba Treiberbausteinen ansich das Pfeifen reduzieren/entfernen kann :

    Pfeifen von Treiberstufen entfernen


    Findest du fast am Schluss des Artikels unten bei "Abhilfe:" !


    Grüsse


    Dirk

    Weisheit des Lebens : Es gibt keine dumme Fragen, nur Menschen die dumm Antworten !

  • Weiß nicht ob es hilft.. aber du hast bei denen TB6600 bei den Switch 4-6 off/off/on drin.
    Dazu finde ich keine passende Einstellung auf dem Aufdruck. Evlt. liegts da dran ?!


    Gruß Martin

    Gruß Martin


    Eigenbau Holzfräse nach Life Latitudes Art - 1,5kw Chinaspindel - Nema23 - Estlcam - Arduino - DM332T Endstufen

  • Hi,


    @Dirk, das mit dem Haltestrom macht absolut Sinn. Als Neuling verwundert einem diesen pfietschen und pfeifen nur dermaßen, dass man denkt man hätte etwas falsch verkabelt. Insofern die Geräusche dazugehören, kann ich erst einmal damit leben. Ich habe einen Treiber aufgeschraubt aber leider besitzen diese kein Mäuseklavier. Die ENA-Verkabelung habe ich auch entfernt. Funktioniert tatsächlich genauso wie vorher :)

    Das ändern des Treibers trau ich mir nicht zu, da müsste ich jemanden Fragen, der sich etwas besser mit Elektronik auskennt.

    Nun zu den Schrittverlusten. Der Motor ist nicht eingebaut und steht bei mir auf dem Schreibtisch :) Messen musste ich den Schrittverlust nicht, da er einfach sichtbar ist. Wenn ich in EstlCam die X-Achse konstant bewege. Ruckelt der Motor manchmal, lässt einfach ein paar Schritte aus und läuft unrund. Ich konnte jedoch das Problem weiter eingrenzen. Der Beschleunigungspfeil in EstlCam ist 5-geteilt. Sichtbar ist der Fehler, wenn ich bei den obigen Einstellungen in EstlCam den Zweit-Kleinsten Beschleunigungspfeil drücke. Beim kleinsten oder größten lief der Motor rund.

    Daraufhin habe ich die Schritte je Umdrehung auf 1600 erhöht. Jetzt ist der Fehler entweder verschwunden oder nicht mehr mit bloßem Auge sichtbar (auf allen Beschleunigungspfeilen). Der Motor müsste doch theoretisch auch mit 200 Schritten zurechtkommen :/

    @Martin off/off/on gibt es bei mir als label und steht für 2.8A :)

    Grüße Rico

  • Hallo Rico,


    als Mäuseklavier bezeichnen Elektroniker die kleinen Schalter die man zum einstellen benutzt. Also bei Dir bspw. Mircoschritte und Strombegrenzung. Oder auch Dip Switch Schalter genannt. Und wenn du kein Mäuseklavier an deinen Treibern hättest, könnteste die Werte dafür ja garnicht einstellen. ;)


    Allerdings sollte man überlegen welche Schrittzahl/Umdrehung für den Motor brauchbar wäre, denn wie ich schon schrieb : Höhere Microschritte => geringeres Drehmoment => Höhere Schrittverluste unter Last! ||


    1600 Schritt pro Umdrehung finde ich ein wenig viel, weil Dir da einiges an Drehmoment verloren geht. Wenn Du bspw. nachher eine 1605 Kugelumlaufspindel verwenden willst, hast du eine Steigung von 5mm/Umdrehung bei 1600 Schritte = 0.003mm/Steigung pro Schritt. 8|


    Das ist völlig unnötig und als Genauigkeit eh nicht erreichbar und kostet Dich nur Drehmoment. Sehen wirste da niemals irgendwas an "einzelnen" Schrittverlusten, die kannste dann nur messen.


    Deshalb würde ich eher die Mircoschritte niedriger ansetzen. 400-800 sind ein guter Wert, 200 Schritte je nach Spindelsteigung zuwenig, hängt aber auch davon ab, in was Du den Motor einbauen willst und das sollte man dann erstmal unter Last (montiert an einer Spindel) testen mit einer Messuhr.


    Ein weiteres Problem sind die Impulslängen. Bei manchen Steuerkarten muss die Impulslänge erhöht werden. Hatte ich mal das Problem. Kannste in Estlcam unter dem Punkt "Schrittimpulslänge" einstellen.


    Allerdings würde ich Dir empfehlen, das Du dir eine Messuhr zulegst. Nur so kannste einigermaßen genau feststellen ob und wieviele Schrittverluste Du wirklich hast oder ob deine Achsen alle sauber ausgerichtet sind usw.. Muss ja nicht gerade eine von Mitutoyo sein, eine einfache brauchbare von der Bucht tut es für die ersten Messversuche auch.


    Alles andere wäre momentan nur herumdoktern und Pie mal Auge, aber nichts Handfestes und nachprüfbares.


    Noch eine Frage. Wenn du doch schon Estlcam als Steuersoftware benutzt, warum programmierst du dann anscheinend den Arduino Controller mit dem Pinout von "GRBL 0.9 und 1.1" ?

    Warum nimmst du dann nicht direkt die Programmierung für Estlcam ? :)


    Gruss


    Dirk

    Weisheit des Lebens : Es gibt keine dumme Fragen, nur Menschen die dumm Antworten !

  • Hi Dirk,


    nun testen kann ich das ganze noch nicht, dazu fehlen mir noch die Teile und die CNC. Aber das ist ein guter Tipp!
    Ich werde den ganzen Kram Schritt für Schritt zusammenbauen und mir dann im eingebauten Zustand eine Messuhr zulegen. Das kann aber sicher ein paar Monate dauern.

    Wie gesagt, bei 200 Schritten ist der unrunde lauf des Motors sichtbar, da muss man nichts messen. Es wäre aber wie du schon sagst sinnvoll herauszufinden, ob die Schrittfehler bei einer höheren Taktung weg sind oder einfach nicht sichtbar sind. Mit der Impulslänge habe ich auch schon gespielt. Sowohl mit einer Erhöhung als auch mit niedrigeren Werten konnte ich keinen Unterschied feststellen. Ich habe aber noch einen anderen Motor und Treiber (selbe Bauart) und schau mal ob bei diesen auch das Problem auftritt.

    Ich nutze im Reiter Steuerungselektronik GRBL, da dies bei mir funktioniert. Wenn ich Arduino auswähle, funktioniert leider nichts mehr. Oder was meinst du mit direkter Programmierung? :)

    Viele Grüße
    Rico

  • Hallo Rico,


    also wenn man mal das Ganze vom Schwanz an aufzäumt, gibt einige Fehlerquellen die da wären :


    - Der Arduino hat eine Macke und gibt keine durchgehend korrekte Signale raus. Zum untersuchen solcher Probleme siehe Punkt „Hilfreich bei Fehlersuche“. Nachmessen mit dem Oszi oder mal ein weiteres kompatibles Arduinoboard kaufen zum tauschen, neu programmieren und testen. Kosten ja auch nicht die Welt. Oder direkt ein Arduino Mega nehmen! Da hast Du dann noch mehr Möglichkeiten mit Estlcam wie z.b. eine Handsteuerung . :thumbsup:


    - Die Verkabelung vom Arduino zu den Motortreibern fängt irgendwelche Störsignale ein oder ist defekt, so das das Signal nicht mehr korrekt interpretiert werden kann.


    Das hatte ein Kollege von mir. Da lief eine 230V Leitung unter dem Datenkabeln her vom FU, die er verlegt hatte. Da er alles im Schaltkasten verbaut hatte und die Leitung im Kabelkanal verlief, konnte er das Kabel so direkt nicht mehr sehen. Zu seiner Verteidigung, er hat keine Ahnung von Elektrik oder Elektronik. :whistling:


    Hilfreich bei Fehlersuche : Festgestellt haben wir das mit Hilfe von einem kleinen Mini-Oszilloskop das er sich extra dafür noch bei Amazon/Ebay gekauft hat. Wir sind das Ganze dann am Telefon durchgegangen. So ein kleines Oszi kann immer mal Hilfreich sein, um zu schauen, ob überhaupt passende Signale vorhanden sind :


    DSO 150 mini


    Davon darf man natürlich keine Weltwunder erwarten, bei dem Preis, im Vergleich zu einem echten DSO. Aber man kann erkennen ob das Signal einigermaßen so aussieht wie es sollte. Ihm hat es zumindest damals sehr geholfen, so das wir den Fehler finden konnten und seit dem läuft seine Fräse einwandfrei. :)


    - Der Motortreiber gibt keine korrekten Signale aus. Lässt sich mit dem kleinen Oszi auch nachmessen. Die Motortreiber einfach mal untereinander austauschen. Ist es bei allen Treibern so, dann liegt es vielleicht nicht an denen, es sei denn siehe nächsten Punkt.


    - Die Strombegrenzung der Motortreiber springt an, was auch zu einem Stottern führen kann. Dann könnten Deine Angaben die bspw. auf deinem Gehäusedeckel des Motortreibers stehen nicht stimmen, haben sich die Chinesen vielleicht verdruckt.


    Einfach mal den Wert für die Strombegrenzung höher setzen. Oder mit dem kleinen Oszi schauen ob es ein Eingangssignal gibt und auch ein Ausgangssignal was kontinuierlich ist.


    Ist das Eingangssignal in Ordnung, das Ausgangssignal aber nicht, dann liegt das Problem an den Motortreibern. Dann könnten die Treiber defekt sein, es an den Einstellungen der Dip Switch liegen oder Spannungsversorgung bricht ein (Netzteil nicht in Ordnung) usw…...


    Mach mal ein Foto von den Angaben auf dem Gehäusedeckel und ein Foto von den Dip Switches die du eingestellt hast um das mal zu sehen ob alles korrekt ist. Auch ein Foto von dem Typenschild von den Schrittmotoren?!?


    Einen Fall hatte ich, wo einer nicht sehen konnte wo bei den kleinen Schaltern „ON“ ist und hatte so aus versehen alle komplett andersherum eingestellt. Was dann natürlich gar nicht so funktionierte wie es sollte. 8o


    - Motortreiber Netzteil bricht bei kleinsten Lasten ein. Bei Einbrüchen der Spannung kann man so was nicht mit einem normalen Multimeter messen, da die einfach zu träge sind. Besser mit einem Oszi.


    - Oder es liegt am Motor. Aber das kannst Du auch ausschließen wenn Du einfach mal die Motoren tauscht. Tritt es bei allen auf, liegt das Problem also dann in der vorderen Kette an Bauteilen.


    Bezüglich Arduino Uno und Estlcam Einstellung :


    Das deine bisheriger Versuch wohl nicht funktionierten, wenn Du den UNO auf Estlcam programmiert hast, könnte ganz einfach daran liegen, das das Motortreiber-Shield das Du bisher benutzt hast und die Signale dort abgenommen hast, nur für GRBL gedacht war und auch nur dessen Pinbelegung kennt !!!


    Ohne das Shield kannst du auch den Arduino direkt für Estlcam programmieren, da Du ja nun an deine TB6600 Motortreiber gehst und nicht mehr über das unnötige Shield.


    Aber Achtung, die Pinbelegung ist bei Estlcam ein wenig anders. Einfach rechts auf die Erklärung in Estlcam achten.


    Und noch was, falls Du es noch nicht wusstest. Wenn Du Änderungen in Estlcam vornimmst bezüglich Steuerung und Fräse, musste du immer den Arduino neu programmieren über Estlcam !


    Hat sich schon manch einer gewundert, warum er was verändert hat, aber nichts davon passierte oder sehen konnte. ;)


    Gruß


    Dirk

    Weisheit des Lebens : Es gibt keine dumme Fragen, nur Menschen die dumm Antworten !

  • Hey Dirk,

    vielen Dank für deine ausführlichen Erklärungen.


    An der Arduino-Konfiguration habe ich folgende Dinge probiert:
    - Arduino mit Shield und Steuerungselektronik GRBL mit ENA-Pin (wie im Bild vom #1 Post)

    - Arduino ohne Shield mit Steuerungselektronik GRBL mit ENA-Pin (DIR - 02 | PUL - 05 | ENA - 08)

    - Arduino ohne Shield mit Steuerungselektronik GRBL ohne ENA-Pin (DIR - 02 | PUL - 05)
    - Arduino ohne Shield mit Steuerungselektronik Arduino Uno (DIR - A0, PUL - A3)

    Unter all diesen Konfigurationen funktioniert die Steuerung des Motors. Ich weiß nicht warum es vorher mit Arduino Uno nicht funktionierte, aber jetzt geht es zuverlässig. Mit der Arduino UNO Einstellung habe ich folgende Tests gemacht. Dabei bedeutet OK (Motor läuft sichtbar rund) und NOK (Motor läuft sichtbar unrund) und NT (Nicht getestet). Sichtbar, da ich keine Messgeräte habe.

    Schrittlänge 200 - Maximalvorschub 3000mm/min

    0.5A -> OK

    1.0A -> OK

    1.5A -> OK

    2.0A -> NOK

    2.5A -> NOK

    2.8A -> NOK

    3.0A -> NT
    3.5A -> NT


    Schrittlänge 200 - Maximalvorschub 1024mm/min

    0.5A -> OK

    1.0A -> NOK

    1.5A -> NOK

    2.0A -> NOK

    2.5A -> NOK

    2.8A -> NOK

    3.0A -> NT
    3.5A -> NT


    Schrittlänge 400 - Maximalvorschub 3000mm/min

    0.5A -> OK

    1.0A -> OK

    1.5A -> OK

    2.0A -> OK

    2.5A -> OK

    2.8A -> OK

    3.0A -> NT
    3.5A -> NT


    Schrittlänge 400 - Maximalvorschub 1024mm/min

    0.5A -> OK

    1.0A -> OK

    1.5A -> OK

    2.0A -> OK

    2.5A -> OK

    2.8A -> OK

    3.0A -> NT
    3.5A -> NT

    Bei jeder Änderung des Stromes habe ich den Treiber vom Netzteil getrennt. Zudem ist das Ändern der Einstellungen im EstlCam manchmal nicht ganz wie man es sich wünscht. Jede Änderung der Schrittlänge etc habe ich mit "Steuerung programmieren" bestätigt. Manchmal ist EstlCam dabei wieder auf falsche Werte zurückgesprungen. Ein abermaliges ändern hilft dann jedoch meist.

    Nach diesem Test habe ich Stichprobenartig den Test wiederholt und dabei zuerst den Motor mit einem baugleichen Motor getauscht, dann den Treiber mit einem baugleichen getauscht und danach das Arduino Board (mit einem anderen aber auch China-Fake) getauscht. Das Verhalten der oben genannten Ergebnisse blieb gleich.

    Ich hab die Verkabelung geändert und wie oben beschrieben, den Netzstrom weit weg von den Pins gelegt. Auch hier keine Verbesserung.

    Ich denke, dass ich ohne Messgeräte erst einmal nicht weiterkomme. Hätte ich in meinem ersten Versuch nie die 200er Schrittlänge eingestellt, wäre mir der Fehler wohl nie aufgefallen :/. Letztendlich werde ich sowieso mehr als 200 Schritte benutzen und evtl. macht es dann mehr Sinn, den tatsächlichen Schrittverlust im Aufbau zu messen.

    Ich habe noch zwei Bilder der TB6600 hochgeladen. Er ist laut meinem Verständnis auf 200 Schritte bei 2.5A eingestellt.

    Ende der Woche kommt ein Freund vorbei, der sich etwas besser mit Elektronik auskennt als ich, evtl. sieht er Dinge, die ich nicht sehe und dann werde ich mir mal Gedanken machen, einen Oszi/Multimeter zu kaufen

    Viele Grüße
    Rico

  • Hallo Rico,


    kleiner Hinweis, weil es sonst zu Missverständnissen kommen könnte und ich das 3 mal lesen musste bis ich verstand was du meintest. ;)


    GRBL und Arduino Uno, die Du in Estlcam angibst zu programmieren, sind nicht die Steuerungselektronik, sondern die Steuerungssoftware, genauer eigentlich nur der G-Code Interpreter. Die Steuerungssoftware ansich ist Estlcam. Die Steuerungselektronik ist nur der Arduino Uno der die Motortreiber mit Signalen füttert. Musste echt erst überlegen was du genau meintest. ;)


    Also rein von den Bilder scheint alles so eingestellt zu sein wie Du das beschrieben hast. Daran könnte es dann nur liegen, wenn der Aufdruck auf den Treibern nicht stimmt.


    Dann zu Deinen Beobachtungen. Die widersprechen eigentlich komplett der Logik. Also nicht Deine Beobachtungen, sondern das was der Motor macht.


    Zum einen sind 3000mm/min ziemlich viel. Da kann es dann schon mal zu Schrittverlusten kommen, meistens aber eigentlich erst richtig unter Last. Normale sind da eher Werte je nach Motor und Steigung von 1200-1500mm/min. Doch um das genauer einzukreisen müsste man das Typenschild und das Datenblatt von deinen Motoren sehen.


    Interessant ist nun, das der Motor vom deiner Beobachtung her bei 400 Microsteps besser läuft als bei 200. Und bei 200 Schritte mit 3000mm/min besser als mit 1024mm/min. Das widerspricht aber eigentlich komplett der Elektrotechnik.


    Jetzt mal grob definiert :


    - Je mehr Microschritte, desto geringer der Stromimpuls -> desto geringer das Drehmoment = mehr Schrittverluste


    - Je schneller der Vorschub, desto geringer der Stromimpuls -> desto geringer das Drehmoment = mehr Schrittverluste


    Rein Theoretisch und eigentlich auch Praktisch nur unlogisch bei Lastlos laufenden Motoren. 8o


    Doch bei Dir ist es genau umgekehrt, zumindest von Deiner Beobachtung her. Doch denke ich, das Du bei 3000mm/min die Schrittverluste garnicht sehen kannst. Denn bspw. bei einer 6mm Achse und 200 Schritten ergibt das :


    6mm*PI = 18.85 / 200 = 0.092mm Bewegung der Achsenrotation pro Schritt und dann auch noch sehr schnelle Impulse um die 3000mm/min zu erreichen. Soll heißen das Du einzelne Schrittverluste bei 200 Schritten nicht sehen kannst, sondern Du dann gehäufte Verluste siehst, wenn überhaupt.


    Allen Beobachtungen Deinerseits, sind immer mit einer Verringerung der Impulslänge für die Motoren verbunden. Somit ein geringerer kurzzeitiger Stromimpuls das das Netzteil abgeben muss. Könnte also auch am Netzteil liegen.


    Ich denke ohne passende Messgeräte würde das nur weiter in ein Rätselraten ausarten. :whistling:


    Ich würde Dir Empfehlen, zum einen eine Messuhr mit (Magnet)-Halter zu besorgen, damit Du einigermaßen genau mal beurteilen kannst, ob und wie viele Schrittverluste die Motoren haben.


    Ausserdem ein mini DSO oder ein Kombigerät mit Multimeter und DSO in einem. Der Kollege hatte sich ja das kleine Mini DSO gekauft, ich mir damals aber ein Multifunktionsmeter. Das ist ein Multimeter und ein mini DSO in einem. Siehe hier :



    hier den Link zu dem Gerät :


    2 in 1 Oscilloscope Multimeter


    Kostet zwar das doppelte wie das kleine MiniDSO, aber kann auch einiges mehr. Ich habe es seit Anfang des Jahres und es war schon etliche male im Einsatz und kann nicht klagen.


    Doch ohne Messergebnisse spekulieren wir nur weiter rum. :(


    Gruss


    Dirk

    Weisheit des Lebens : Es gibt keine dumme Fragen, nur Menschen die dumm Antworten !