Fräser kaputt - worauf achten ?

  • Hi Leute,


    gestern ist es passiert (mir zum ersten mal). Ich hab was gefräst (4mm Schaftfräser in Eichenholz, 2000mm/min)
    das hat die ersten male ganz gut funktioniert. Leider hat es sich dann beim 3ten mal irgendwie komisch angehört.
    Es war deutlich lauter und hat etwas vibriert. Dacht mir dann schon, ich sollte evtl. mal auf 1500mm/min. zurück gehen.
    Und während ich so überlege ob ich das wohl besser mache, macht es "Knack", ein, zwei Funken flogen und der Fräser war ab.
    Die Maschine hat kurz gerumpelt und Ruhe war.
    Hab dann versucht die Reste des Fräsers aus dem Spannfutter zu bekommen, das ging echt schwer raus.


    Jetzt zur Frage:
    Kann man das Spannfutter weiter verwenden ? Optisch sieht es unten irgendwie "verkratzt" aus...
    Ich hab mal einen neuen 4mm Fräser eingespannt und den Job weiter laufen lassen. Gefühlt und vom
    Geräusch her, lief die Maschine wieder gut.. sogar besser wie vorher (neue Fräser !)
    Das einzig nervige, offensichtlich hat sich dadurch mein Y um 0,3mm verschoben und der Fräßjob war dann doch nicht
    mehr so gut... (konnte aber gerettet werden).


    Wie handhabt ihr das ?

    Gruß Martin


    Eigenbau Holzfräse nach Life Latitudes Art - 1,5kw Chinaspindel - Nema23 - Estlcam - Arduino - DM332T Endstufen

  • Was für eine Steuersoftware verwendest Du? Immer vorher Referenzfahrt machen. Nach einem Crash wieder referenzieren, dann sollte es passen. Der Spannzange sollte das normal nichts ausgemacht haben. Kannst ja einen Fräser weiter ausspannen und mit der Messuhr den Rundlauf kontrollieren.

  • Hi,


    ich nutze Estlcam. Und da ich keine Endschalter habe, wird das auch nix mit der Refernezfahrt. Aber evlt. bau ich mir da welche dran.

    (oder ne Tastplatte usw.)

    OK, also der Spannzange macht das also nichts. Sehr gut. Dann muss ich mir da keine Gedanken machen.


    Vielen Dank

    Gruß Martin


    Eigenbau Holzfräse nach Life Latitudes Art - 1,5kw Chinaspindel - Nema23 - Estlcam - Arduino - DM332T Endstufen

  • Es kommt drauf an wo der Fräser abbricht. Mit ist letztens einer so halb in der Spannzange gebrochen und da hat nen schönen Grat rein gezogen. Die taugt jetzt leider nicht mehr.

    Grüße,
    Klaus


    Fusion CAD -> Fusion CAM -> Planet CNC TNGV2 -> KMS DIY CNC -> fertig

  • Hallo (ein Name wäre nett),


    dass du dir keine Gedanken machen brauchst hat Alois nicht gesagt, sondern dass du den Rundlauf prüfen solltest.

    Eine defekte Spannzange kann gefährlich werden, weil sie den Fräser nicht mehr sicher hält!


    Je nachdem, wie du vorgegangen bist, um die Fräserreste aus der Spannzange rauszubekommen, kann es zu Schäden gekommen sein.

    Wenn du unsicher bist, kaufe dir besser eine neue Spannzange, das tut weniger weh als Verletzungen durch Fräsergeschosse.

  • Hallo Brick,


    hast Du Massivholz gefräst?

    Ich war sehr erstaunt, als mir ein Tischler erzählte, dass ihm mal das Sägeblatt einer großen 400V Format-Kreissäge fast um die Ohren geflogen wäre. Nur die Umhausung hat ihn gerettet. Was war passiert?

    Er hat Massivholz aus detuschen Wäldern gesägt. Die Bäume enthalten z.Z. noch Granatsplitter aus dem 2. Weltkrieg. Diesen gehärteten Stahl schafft dann auch eine große säge nicht...


    Genauso sind Verästelungen sehr viel härter oder könne sich lösen und querstellen. Damit hat man plötzlich sehr viel mehr Eingriffsfläche. Das glecihe passiert, wen sich ein Werkstück aus der Auspannung löst.

    Das führt auch zum Fräserbruch.


    Es kann auch an zu wenig setilicher Zustellung und dadurch entstehndes Reiben und Schwingen des Fräsers liegen.

    Das ist dann eine Kombination aus Steifigkeit der Maschine, Resonanzfrequenz der Maschine und Drehzahl. Auf YT gibt dazu interessante Videos, in denen sich die Fräser wie ein Zitteral vor und zurück bewegen.

    Auf (weichen) Hobbymaschinen fährt man daher auch eher Gegenlauf als Gleichlauf (EstlCam -> Grundeinstellungen).


    Referenzschalter würde ich Dir auf jeden Fall empfehlen.

    Eine Tastplatte oder ein 3D-Taster können nach Schirttverlust oder anderen Problemen ebenfalls helfen, den Nullpunkt des Werkstücks zu finden und weiter zu machen.

    Ich bin heute beim Fräserwechsel ausversehen gegen etwas gefahren. Mittels 3D-Taster habe ich das Werkstück wieder vermessen und konnte weiter machen.

    Das gilt übrigens auch, wenn man bei EstlCam mal den Not-Halt (E-Stop) drückt. Dann schaltet er auch alle Relais aus. Läuft die Vakuumpumpe für Vakuumaufspannung darüber ist das Werkstück meist verrutsch. Die Spindelläuft ja noch ein wenig nach und schieb das Werkstück.


    Laut Sorotec Schnittdatenechner wäre bei Hartholz, 4mm Z2 zu rechnen:

    Drehzahl S=24.000 U/min (Drehzahllimit Spindel)

    Vorschub F=2.500mm/Min

    D.h. wenn Deine Maschine es kann, könntest Du auch schneller.

    Aber bitte mindests 0,1mm besser 0,5mm seitlich zustellen, wegen Reiben und Schwingung.

    In der Tiefe würde ich bis 8mm (2xD) gehen.

    Ich hatte mal ausversehen Buche Multiplex mit 6mm und Zustellung 20mm (3,3xD) Vollnut gefräst. Ging auch. Hörte sich aber nicht gut an.

  • Mit ist letztens einer so halb in der Spannzange gebrochen

    Wenn der Fräser in der Spannzange bricht, ist die Spannzange krumm. Die Backen der Spannzange müssen überall gleich anliegen, der Druck muss gleichmäßig auf die gespannte Fläche verteilt sein.

    Die Fläche auf der der Fräser gehalten wird ist wesentlich stabiler als ein 4mm Schaft.

    Die schwächste Stelle des Werkzeugs, während des Fräsens, ist immer das obere Ende der Schneide, dort kommen die Kräfte auf den wesentlich dickeren Schaft.

    Nur bei einer Kollision kann der Fräser am Spannfutter abknicken. Aber ein Bruch innerhalb des Spannfutters kann nur passieren wenn die Backen nicht gleichmässig packen.


    grüße

    ralfg

  • Hi Leute,


    Ich fass mal die Fragen zusammen:

    - Ich weiß ehrlich gesagt jetzt nicht mehr genau, wo er abgebrochen ist. Ich glaub so ca. 1-2mm innerhalb der Spannzange

    - Ok. Ich hab jetzt leider keine Messuhr, deswegen werd ich mir einfach eine neue Spannzange kaufen, so teuer sind die ja nicht.

    - Ja es war Hartholz (Eiche). Mich hat das Geräusch eh schon irritiert. Meine Maschine könnte schneller, denk aber das das nicht
    sinnvoll gewesen wäre. Ich bin wie gesagt, mit 2000mm/min. gefahren. Zustellung war 3,5mm bei 22.ooo RPM


    Tja, es ist wie es ist...
    Vielen Dank für eure Tipps und Hinweise.


    Wie gesagt, ich order da mal schnell was neues, sicher ist sicher.


    Gruß Martin

    Gruß Martin


    Eigenbau Holzfräse nach Life Latitudes Art - 1,5kw Chinaspindel - Nema23 - Estlcam - Arduino - DM332T Endstufen

  • . Aber ein Bruch innerhalb des Spannfutters kann nur passieren wenn die Backen nicht gleichmässig packen.


    grüße

    ralfg

    Nicht unbedingt. Ich habe eine Spanzange in der die inneren Backen nur halb so lang sind wie die äußeren. Ein teil des Schaftes wird also nicht gehalten.

    Nun kann es bei starken Vibrationen dazu kommen das der Teil des Schaftes der nicht gehalten wird abbricht.

    Ansonsten kann ich das was du sagtest so unterschreiben.

    Grüße

    Daniel


    Idee -> QCAD-Pro -> Estlcam 11 -> TNG v2 -> PFM2.6

    Edited once, last by Bambusbjoern ().

  • Wenn der Fräser in der Spannzange bricht, ist die Spannzange krumm.

    Bei mir ist er nicht komplett in der Spannzange gebrochen sondern der Bruch ging leicht schräg vom Ende der schneide in den Schaft hinein und ging auf der einen seite ca 0.5mm in die Spannzange hinein. Das hat gereicht um die innen zu zerkratzen. So wie der gebrochen ist war das schon ok. Konnte weder Fräser noch Fräse was dafür, war eigene doofheit, hatte das rohteil 90° gedreht eingespannt. Da gab's dann statt 10% seitliche Zustellung ne Vollnut bei volle Schnitttiefe. Das war dem Fräser dann etwas zu viel.

    Grüße,
    Klaus


    Fusion CAD -> Fusion CAM -> Planet CNC TNGV2 -> KMS DIY CNC -> fertig

  • Ok. Ich hab jetzt leider keine Messuhr

    Dazu braucht es keine Messuhr. Man kann das Tragbild mit Tuschierpaste sehen.

    Die muss in diesem Fall etwas mit Öl verdünnt werden und wird sehr dünn auf den Schaft des Fräsers aufgetragen.

    Dann wird der Fräser eingespannt. Dann vorsichtig wieder herausgenommen.

    Man sieht dann an den Abdrücken ob die Spannbacken gleichmäßig anliegen.

    Da man als Hobbyist keine Tuschierpaste in der Schublade hat geht alternativ auch, entfetten mit Spiritus und dünn mit Schuhcreme einreiben. Früher hat man auch einfach dünne Kunstharzfarbe genommen.

    Der schwierigste Schritt ist, den Fräser aus dem Futter zu entfernen ohne die Schuhcreme zu verwischen.

    Auch gut geht es mit einem Eding. Den Fräserschaft schnell, dick und gleichmäßig anmalen.

    Fräser einspannen und einen Kaffee trinken. Dann sollte die Farbe so fest sein das man sie nicht verwischt.

    Ich habe eine Spanzange in der die inneren Backen nur halb so lang sind wie die äußeren

    Es geht ja nicht darum wie lang die Backen sind, aber vorne sind Spannzangen gerade und die Fläche ist nur durch die dünnen Schlitze unterbrochen. Bei einer guten Spannzenge liegen die Backen zu 98% an. Bei billigen Fräsern wo die Korngröße in Millilitern gemessen wurde kann es schräge Brüche geben. So was verwende ich kaum.

    Und Fräser spanne ich grundsätzlich so kurz das oberhalb der Schneide nur der Fräserdurchmesser bleibt.

    Dann gibt es keine Brüche oberhalb der Schneide.

    Ich habe seit jeher eine kleine Dose in der ich abgebrochene Fräser sammele, da ist auch nach 10 Jahren nur ein Bodensatz drin. In der Regel, wenn man bei der Seltenheit von Regel sprechen will, geschieht das bei mir bei Kollisionen mit zu eng gesetzen Spannpratzen. Aber selbst die billigen 1/8" Fräser in D=3.175 gehen durch die 5mm Alukanten zusätzlich wie durch Butter. In Holz besteht eher der Fehler das sich stumpfe Fräser aufheizen und in einer Nut festklemmen.

    Im übrigen ist eine Spannzange für mich ein Qualitäts- und Präzisionswerkzeug.

    Der Kegel wird bei mir vor jedem Einsetzen gereinigt, dazu verwende ich einen Kegelreiniger.

    Bevor ich das Spannfutter festziehe, wenn sich der Fräser gerade noch so dreht, drehe ich ihn im Spannfutter.

    Dabei merke ich jede Ungleichmäßigkeit. Einen Lederhandschuh bei guten Fräsern sollte man nicht vergessen.


    grüße

    ralfg

  • Es geht ja nicht darum wie lang die Backen sind, aber vorne sind Spannzangen gerade und die Fläche ist nur durch die dünnen Schlitze unterbrochen. Bei einer guten Spannzenge liegen die Backen zu 98% an..


    grüße

    ralfg

    Du verstehst nicht was ich meine. Der hintere Teil des Schaftes wird nicht gefasst, und schwingt entgegen der Schneide. Bei starken Vibrationen kann der Teil dann abbrechen. So war es bei mir.

  • Der hintere Teil des Schaftes wird nicht gefasst, und schwingt entgegen der Schneide.

    In jedem Spannfutter ist der Fräser mit einem längeren Schaft nach hinten hin frei.

    Es werden keinerlei Vibrationen durch den Spannbereich nach hinten auf den Schaft weiter gegeben. Der Fräser zentriert sich bei hoher Drehzahl selbst durch den Trägheitsmoment, je höher die Drehfrequenz ist um so stärker die Zentrierung. Das ist wie mit den Schlittschuhdamen die sich immer schneller auf der Kufenspitze drehen wenn sie ihr Bein anlegen. Nur wenn es eine Unwucht gibt kann eine seitliche Auslenkung überhaupt geschehen.

    Wenn der Fräser nicht im Schaft beschädigt ist kann da nichts brechen.

    Wenn da etwas bricht ist wohl eher die Spindel oder das Futter unwuchtig.

    Ein unbeschädigter Fräserschaft kann niemals so hohe Seitenkräfte erzeugen.


    Es kann aber ausreichen wenn ein Futter mit Fräser drin runterfällt und hinten aufschlägt. In feinkörnigem Stahl kann so etwas eine Gefügeveränderung erzeugen, ähnlich wie ein Haarriß.


    grüße

    ralfg

  • Der Druck unten an der Kufe entspricht doch dem Gewicht der Eisläuferin+Equipment (Gravity), oder nicht?


    Gruß Volkhard

    Volkhard


    Derzeit im Bau:

    Fräse : Fenja R4 1200D

    Motoren: JMC ihss60-36-30-21-38

    Fräsmotor: AMB Fräsmotor 1050 FME-U DI 230V

    Steuerung: Estlcam über Arduino Mega Karte

  • ich meine seitlich.

    Der vergleich hinkt eh.


    Wenn man einen Stab im mittleren Bereich einspannt, und auf den unteren Bereich eineKraft ausübt, bewegt sich die Obere Seit auch wenn der Stab eingespannt ist minimal. Bei extremen Vibrationen kann sich das aber aufschaukeln.

    Grüße

    Daniel


    Idee -> QCAD-Pro -> Estlcam 11 -> TNG v2 -> PFM2.6

  • Ja, ist nur eine schöne Illustration ;) Ich musste nur einsteigen wegen des Drucks von unten ;)


    Gruß


    Volkhard

    Volkhard


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    Steuerung: Estlcam über Arduino Mega Karte

  • Habe deine Meinung zu Kenntnis genommen. Tja, dann müssen wir das nicht weiter Diskutieren. Ich zumindest bleibe ebenfalls bei meiner Behauptung.


    Gruß Daniel

    Grüße

    Daniel


    Idee -> QCAD-Pro -> Estlcam 11 -> TNG v2 -> PFM2.6