Werkstattboden

  • Hallo Zusammen,


    ich habe folgendes Problem. Meine Werkstatt ist meine ehemalige Garage welche ich schon vor einigen Jahren zugemauert habe. Leider hatte ich in der Garage einen Gefälleestrich mit Fliesenbelag.

    Bis jetzt hatte ich nur Werkbänke entlang der Wände. Hier habe ich einfach unterschiedlich lange Beine bzw. Stellfüße verwendet um die Arbeitsflächen ins Wasser zu bringen.


    Jetzt komme ich aber an den Punkt das ich z.B. einen MFT auch mal um 90Grad drehen muss um gescheid arbeiten zu können. Bei einer 90 Grad Drehung würde dann jedoch die Arbeitsplatte plötzlich in zwei Richtungen schief stehen. :rolleyes::rolleyes::rolleyes:


    Also hab ich mich jetzt dazu durchgerungen den Gefälleestrich zu entfernen. Da ein neuer Estrich mit Fliesenbelag aber Wartezeiten (Trocknungszeiten) von rund 4-5 Wochen bedeuten würde denke ich über einen anderen Aufbau nach.

    Aktuell favorisiere ich folgenden Aufbau

    Kanthölzer in ca. 50 cm Abstand. dazwischen Styrodur oder Schüttung. Auf den Kanthölzern einen dünnen Filzstreifen um Knarzgeräusche zu minimieren. Darauf dann 22mm starke V100 Verlegeplatten.


    Ich überlege ob ich überhaupt noch einmal Fliesen verlegen soll. :?:

    Reicht eine Lage Verlegeplatten, oder soll ich ggf. 2 Lagen nehmen :?:


    Wie sehen eure Werkstattböden aus ?

  • Wie sieht es denn mit der Feuchtigkeit von unten aus. Vielleicht kann man es ja in zwei Abschnitten machen,so daß du noch eine Hälfte der Garage nutzen kannst. Also ich würde es definitiv mit Estrich machen. Guter Estrich ist doch nach einer Woche begehbar.

    Gruß Dietmar

    Halte dir jeden Tag 30 Minuten für deine Sorgen frei und in dieser Zeit mache ein Nickerchen.

    Abraham Lincoln

  • Hallo Uwe,
    wenn es die Raumhöhe erlaubt dann mache eine Holzkonstruktion. Die Kanthölzer gegen den Beton sicherheitshalber mit einem Folienstreifen abdichten. Anstelle der Platten würde ich Nut-Feder-Bretter nehmen. Macht zwar mehr Arbeit und ist teurer???, aber schöner und fußfreundlicher.
    Mein Keller ist leider gefliest und mit 2,20m Raumhöhe ein Aufbau nicht möglich. Dort wo ich viel stehe liegen alte Teppiche.


    Schöne Grüße

    Anton

  • Servus Uwe,


    wie schon angesprochen Feuchtigkeit, die muss halt beachtet werden sonst quillt und schimmelt es dir.

    Auf die fertige Konstruktion mit den Verlege platten würde ich dann einen PVC verlegen.

    Es gibt den in sehr stabiler Ausführung als Puzzle System. Das sind relativ große Platen mit Verzahnung die kann man einfach verlegen und halten sogar einem Hubwagen Stand.

    Sind um die 3-5mm dick.

    Haben wir in der Firma in den Gängen, die braucht man nicht mal kleben, da Sie sehr steif sind.


    Ich hab Fließen aber die waren halt schon drinnen, würde ich in der Werkstatt so nicht machen.

  • Hallo Uwe


    Mein Keller ist nur knapp 2 m dick und musste auch was wohnlicheres haben. Da zu wenig Platz vorhanden, habe ich Laminat verlegt.

    Nicht das optimalste, aber er hält sehr gut. Habe ihn mittlerweile seit 6 Jahren drin, hat schon ein paar Einschläge erlebt und ist nicht mehr ganz so frisch.

    Der grosse Vorteil, lässt sich super kehren, der Nachteil dabei, liegt viel Sägemehl rutscht es. Ist aber kein Problem, da ich immer schön aufräume.


    Falls du dich für die Garage doch für Holz eintscheidest, dann auf die Dampfsperre von unten achten und als Verlegeplatte würde ich OSB empfehlen, da viel robuster und stabiler. Wenn es dein Budget erlaubt, könntest du auf den OSB Kork verlegen oder die neueren Linoleum Klick Laminate. Der Hobbyraum soll ja auch schön sein. :)


    Grüsse


    Dieter

    Viele Grüsse


    Dieter


    Sie dürfen nicht alles glauben was sie denken. (Heinz Erhardt) ;)

  • OK,


    ich hab wohl zu wenig Informationen geliefert.


    Also Feuchtigkeit ist kein Thema, Raumhöhe auch nicht. Heizund ist vorhanden. (hab es gerne warm).

    Aktuell habe ich 8 cm Höhenunterschied über die gesammte Raumlänge. Die Grundfläche ist ca. 564 x 268 cm


    .

    Die Wartezeit habe ich von einer Estrichfirma von der ich mir bereits ein Angebot für einen neuen Estrich geholt hatte.


    Wass jetzt genau unter dem alten Estrich ist, Die Bodenplatte und warscheinlich auch noch eine Schweißbahn...


    Kann ich genau sagen wenn ich den alten Boden rausgestemmt habe.

  • Hallo Uwe


    Wie Ditmar schon erwähnte es ist wichtig über die spätere Nutzung nachzudenken. Bei einem Aufbau mit Balken entfällt natürlich eine Nutzung als Garage, allerdings könnte das später relativ einfach zurückgebaut werden und dann könnte immer noch eine Estrich eingebracht werden. Estrich ist zwar nach knapp einer Woche begehbar allerdings sollte er zum Belegen mind. 4 Wochen alt sein (voll abgebunden).


    Ich war in einer ähnlichen Situation allerdings mit einer Scheune anstatt einer Garage. Ich habe hier Holzbalken (KVH) von 60x120mm hochkant eingesetzt. Das gibt zum einen eine große Tragfähigkeit und ermöglicht auch eine sehr gute Dämmung (bei mir 120mm Styropor).


    Ich habe am Eingang einfach eine entsprechende Stufe (knapp 200mm hoch) die mir lieber ist als eine "dünne Stufe" die eher zur Stolperfalle führt. Natürlich musst Du genau überlegen welche Türen wo in Deine Garage gehen. Türen die zur Garage hin aufgehen beschränken da deine mögliche Höhe!, es sein denn Du kannst die Tür Situation ändern.


    Ganz wichtig das Du erstmal eine nahtlose Dampf Sperre (Folie) auf dem Rohfussboden einbringst. Hier ist wichtig das weder der Untergrund noch die Balken die Folie punktieren können. Selbst ein kleines Loch kann hier aus Dauer Probleme machen. So verhinderst Du zuverlässig aufsteigende Feuchtigkeit. Hier gibt es dickere und stabilere Folien falls der Untergrund nicht ganz eben ist. oder, besser, kurz abspachteln.



    Die Balken selber kannst Du dann einbringen und mit Multiplex Quadraten in verschiedenen Stärken unterlegen. Ich habe es geschafft auf ein Abweichung von nur +/-1mm zu kommen. Darauf habe ich dann 25mm OSB Verlegeplatten mit NuF aufgeschraubt. Das ist zwar keine schwimmende Verlegung, allerdings sollte das OSB trotzdem einen min. 10mm breiten Abstand zur Wand aufweisen. Die Balken und auch das OSB werden in der Länge arbeiten!. Als Dämmung könnte man Schüttung nehmen oder aber, wie in meinem Fall einfach Dämm-Styropor aus dem Baumarkt



    Hier ist es ratsam in zwei Schichten zu arbeiten mit verschobener Fuge. Bei mir waren die Platten jeweils 500x1000x60mm. Im Foto siehst Du zunächst 2 Platten übereinander ohne versetzte Fuge. Aber das war nur als Abstandshalter für die Balken. Später wurde die obere Platte herausgenommen.....


    Bei meinem Aufbau mit 120mm hohen "Sparren" habe ich einen lichten Abstand von 500mm gewählt damit war die Installation einfach. Ersten Balken gelegt und dann Styropor Abschnitte als Abstandshalter und den nächsten mit etwas Druck installiert. Im Foto siehst Du das ich auch Wände gebaut habe, dadurch konnte ich die Balken gut in der 15mm OSB Beplankung fixieren. Übrigens: Auch die Wände sind mit 120mm isoliert, hier allerdings mit Mineralwolle)



    Als Oberbelag habe ich dann zunächst eine Trittschalldämmung aufgebracht und letztendlich einen Laminatfussboden (Restposten Baumarkt) installiert. Der Laminatfuss Boden ist weniger stabil als z.B. ein Vinyl Click Boden. Aber bei mir stehen später hier nur die CNC, ein 80W Co2 Laser und der 3D Drucker.



    Ich bin mit meinem Aufbau sehr zufrieden und habe keinerlei Probleme mit Fusskälte.


    Wenn Du weitere Fragen hast: Jederzeit gerne.


    Liebe Grüße aus dem Westerwald


    Volkhard

    Volkhard


    Derzeit im Bau:

    Fräse : Fenja R4 1200D

    Motoren: JMC ihss60-36-30-21-38

    Fräsmotor: AMB Fräsmotor 1050 FME-U DI 230V

    Steuerung: Estlcam über Arduino Mega Karte

  • Hallo Volkhard,



    das hilft mir weiter. Bei mir sieht das sehr ähnlich aus. Ich hab nur keine 2-flg. Balkontür sondern eine Balkontür und ein Fenster.

    Hab mal ein Bild rausgekramt wo aufgeräumt ist.


    Feuchtigkeit von unten macht mir keinen Kummer, die Garage liegt im Haus und das Ganze ist erst 30Jahre alt.


    Fußkälte, da kann es eigendlich nur besser werden. Was ich nicht einschätzen kann ist, biegen sich die OSB-Platten unter Belastung durch ?

    Wie ist das bei deinen Platten ? Du hast 25 mm verwendet.


    Rückbauen werde ich das Ganze nicht mehr. Hab ein Doppelcarport vor dem Haus - reicht .

  • Hallo Uwe


    Ja das Foto macht es klarer. Die Balkontür die nach innen aufschlägt bestimmt hier deine max. mögliche Höhe Du solltest etwa 5mm Luft zur UK Tür haben. Damit ergibt sich natürlich zwangsläufig die Höhe Deiner Konstruktion. Ich hatte es da besser. Erstmal Restposten von Türen uns Fenstern gekauft und danach die Wände drum rum geplant und gleich den Fußboden Aufbau berücksichtigt.


    Zunächst musst Du erstmal den höchsten Punkt Deines Bodens ermitteln. Du sagtest es war mal eine Garage. Da geht das Gefälle hoffentlich von der Balkontür abwärts.

    Du solltest einen Laser nutzen um Deinen Boden zu vermessen. Einfach Aufstellen (er sollte selbst nivellierend sein) und an vielen Punkten einfach mal vom Boden zum Laserstahl messen. Dort wo du den geringsten Wert hast ist der höchste Punkt Deines Bodens.


    Nun musst Du die Differenz in der Höhe von diesem Punkt zur Unterkante der Balkontür ermitteln und mind. 5mm davon abziehen. Das ist nun die Höhe die du für den kompletten Fußbodenaufbau zur Verfügung hast.


    Ich hab mal auf einem Online Rechner ein paar Zahlen durchlaufen lassen und dabei eine Balkenlänge von 1 Meter (max Abstand zwischen den Multiplex Plättchen/Auflager) bei einer Verkehrslast von 250kg und einer Fixlast von 50kg. Den Balkenabstand (Mitte Mitte) habe ich mit 40 cm angenommen. Das könnte mit einem Balken 4x6 HOCHKANT funktionieren. Bei einer Höhe von nur 5cm müsste der Balken 6cm breit sein. Natürlich sind das nur grobe Schätzungen und ich garantiere hier für nichts. Den Rechner findest Du unter http://www.eurocode-statik-online.de Da kannst Du selbst einmal verschiedene Modelle rechnen. Ich würde die Verkehrslast nicht unter 250kg ansetzen. Ich selber habe mit 400kg für meinen Boden gerechnet bei voller Breite mit einer Unterstützung. Da hatte ich noch Reserve.


    Wichtig sind hier die kraftschlüssigen Auflagepunkte der Balken. Mitte Auflagepunkt zu Mitte Auflagepunkt ergibt da die eigentliche Spannweite. Ich schätze mal du hast eine Lichte Breite von 3 Metern mit jeweils eine Auflage am Rand und zwei weiteren gleichmäßig verteilt hast du lediglich eine effektive Trägerlänge von 1 Meter. Wahrscheinlich krümmen sich bei einige Statikern die Fußnägel aber ich glaube für unsere Anwendung kann man durchaus so vorgehen ;) .


    Also erstmals ermitteln welche Konstruktionshöhe du zur Verfügung hast.


    Viel Spaß dabei


    Liebe Grüße


    Volkhard

    Volkhard


    Derzeit im Bau:

    Fräse : Fenja R4 1200D

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  • Hallo Volkhard,



    Da wo jetzt die Balkontüre ist war mal das Garagentor. Auf den vorherigen Bildern kann man die Türe sehen wo es ins Haus geht.


    Das mit dem Aufbau ist kein Problem (hatte beruflich lange mit Fenstern und Türen zu tun).


    Ich hab mir den Rechner mal angesehen, der bringt mich jedoch leider nicht weiter. Weil, die Kanthölzer muss ich nicht berechnen, die liegen ja auf der Bodenplatte auf.

    Nur die OSB-Platten dürfen sich nicht durchbiegen. Ich hab schon eine fahrbare Werkbank wenn da das ganze Gerödel drinn ist ist die bleischwer. Da hab ich halt Bedenken das sich die Platten durchbiegen und der Boden wellig wird.

  • Also ich würde auch eine Holzunterkonstruktion wählen. Abstand allerdings dann bei Werkstatt eher auf 400mm lichte Weite. Kannst Dich aber noch im Holzfachhandel beraten lassen.

    Die Holzunterkonstruktion kannst Du nämlich auch auf den mm genau in der Höhe ausrichten. Da reichen dann je nach Kantholz 800 - 1000mm abstand für die Auflagen/Unterfütterung.

    Ich habe bei meinen Räumen die OSB Platten mit dem Unterbau fest verschraubt. Da knarrt nichts. Darauf in den Wohnräumen Vinyl-Klick Boden.

    In der Werkstatt würde ich den OSB evtl. nur etwas anschleifen und versiegeln. Eben wie oben schon erwähnt wegen dem Rutschig werden.

  • Hallo Alois,


    Aktuell dachte ich an 60 x 40 mm KVH-Holz als Unterkonstruktion. Da mein Schwiegersohn einen Dickenhobel hat ist auch ein individuelles Maß kein Problem.


    Hab hier eine Tabelle gefunden (recht weit unten) Demnach hat eine 25ger OSB-Platte bei einem 600 mm Achsabstand der Unterkonstruktion eine Belastbarkeit von 7,5 KN/m²

    Die Durchbiegung wäre (bei L/300) 600mm/300 = 2mm. Dafür können aber auch über 750 kg auf dem m² stehen. Wenn ich jetzt noch druckfestes Styrodur zwischen die Kanthölzer lege sollte sich die Durchbiegung noch weiter reduzieren.


    Werde die Tage mal die Baumärkte in der Umgebung abklappern. Mal sehen was die überhaupt kurzfristig zu akzeptabelem Preis liefern können.

  • Ah, 25er halten natürlich entsprechend viel aus. Ich habe nur 19mm verwendet. Das Styrodur wird aber auch nicht überall sauber am Boden aufliegen, so dass es dennoch nachgeben wird. Aber mit den 25ern dann nicht nötig.

    Aushobeln würde ich immer auf das niedrigste Maß auf die ganze Länge, den Rest dann mit Zulagen und Furniere unterfüttern.

  • Die Kosten für Styrodur gegenüber Styropor (bei gleichem Dämmwert) könnte man sich eigentlich sparen. Die Dämmung wird nicht als tragendes Element gebraucht. Bei 25er OSB und einem Abstand von 600 sollte genügend Tragfähigkeit da sein da Ich würde trotzdem einen LICHTEN Balken-Abstand von 50cm (Achsabstand 56cm) empfehlen da die Dämmplatten (ohne Stufenfalz !!!) 50cm breit sind. Und ebenso zweilagig arbeiten um vertikale Fugen/Kältebrücken zu vermeiden. Damit übersteigst Du die Werte in der Tabelle und die Durchbiegung wird weiter verringert.

    Falls Du einen speziellen Standort für etwas Schweres hast und genau weißt wo die Füße hinkommen könntest Du diesen Bereich mit Holz auffüttern (Styropor entsprechend ausschneiden) und trägst nun die Last direkt auf Deinen vorhanden Boden ab. Bei meiner Fenja habe ich das gemacht in Erwartung von 100-150kg punktueller Last unter den Füssen des Unterbaues. Es geht natürlich auch ohne da es sich ja um eine ruhende Last handelt. Bei mir lag der Standort vorher fest also daher "Gürtel und Hosenträger" Entscheidung. ;)

    Volkhard


    Derzeit im Bau:

    Fräse : Fenja R4 1200D

    Motoren: JMC ihss60-36-30-21-38

    Fräsmotor: AMB Fräsmotor 1050 FME-U DI 230V

    Steuerung: Estlcam über Arduino Mega Karte