Maßhaltigkeit

  • Hallo


    Ich habe bis jetzt Holz gefrässt und daher nicht so "genau" hingeschaut was die Maßhaltigkeit betrifft. Nun habe ich mich an Pom und Carbon probiert. Ich musste feststellen das meine Fenja auf der Y-Achse immer um ca 2tel zu wenig frässt. Das ist egal was ich mache. Ich habe ein Rechteck,ein Kreis oder auch nur eine Strecke abgefrässt von 140mm ..es war immer ca 2tel zuwenig. Ich nutze Linuxcnc und habe JMC-Servomotoren. Die Servos wurden jetzt nochmal bischen runtergeschraubt bei Beschleunigung auf 750 von 850 in der LinuxCNC config. Ausserdem wurde der Servo selber noch bischen nachgestellt im Setting (autotune) was aber auch keinen Erfolg brachte. Wo würdet ihr noch nachstellen? Irgenwo hab ich mal gelesen es gäbe in Linuxcnc so etwas? Wäre das der richtige Weg?

  • Hallo


    Hier mal das POM teil das ich für Testfräsungen genommen hatte.

    Die kleinen Löcher sollten 10mm haben ,das Rechteck 60mm, der Kreis 50mm und die Strecke 140mm(alles innenmaß). Auf X passt es eigentlich . Habe hier auch ohne Schmierung (nagelneuer Pro Acryl Fräser mit 1 Schneide von Sorotec )gefrässt was aber kein Problem sein sollte? Die 2 Testfräsungen recht sind irgendwie falsch gelaufen. Da hab ich irgendwas falsch gemacht also nicht wundern weil zb das Rechteck nur 1 Ecke hat und rest rundung ist. Das Testteil war jetzt auch nicht 100% in Richtung Y-Achse ausgerichtet deswegen zb die Lange Strecke jetzt nicht Paralell zur Kante verläuft. Ging ja nur ums messen. Also habe ich verschiedene Innendurchmesser die aber alle diesselbe Abweichung haben. Sind hier Aussendurchmesser besser zum nachmessen? Keine Ahnung ob POM jetzt evtl das falsche Material ist (weil kunststoff verzug?) und ich Alu nehmen sollte?

    Gruß
    Michael

    Edited 3 times, last by DC67 ().

  • Hallo Michael,


    als Leidgeprüfter an dieser Stelle, möchte ich folgenden Rat geben: Lass das mit den Testfräsungen. Wie du in deinen Fragen richtig feststellt, gibt es in diesem Bereich sehr wohl Einflüße aus dem Fräsprozess. Versuche stattdessen dem ganzen Thema durch einen Aufbau mit einer Messuhr nachzugehen. Bei Kreisen würde ich vor allem sehr klar danach gucken, ob diese in X und Y unterschiedlich sind. Das kann gerne mal ein Umkehrspiel sein und es wäre nicht die erste KUS, welche 0.2mm Umkehrspiel hat.


    Problematisch beim Aufbau mit der Messuhr ist, dass du zwar sehr gut Umkehrspiel finden wirst, jedoch leider Fehler über eine längere Strecke nicht finden wirst (Messbereich idR. 0..25mm, meist sogar nur 10/12.5), Messtaster sind noch ungünstiger. Schrittverluste wirst du jedoch so finden. Ich würde folgende Schritte angehen:


    1. Je Achse: Messung des Umkehrspiels:

    Messuhr mit Stativ gegen Portalblaken oder Z Platte ausrichten und leicht mit der Fräse gegen fahren. Nullen und dann zurück fahren.


    2. Schrittverlusttest:

    Messuhr aufbauen wie in 1, dann mit einem kleinen Programm wegfahren und wieder zurückfahren. Dabei ruhig so weit wie möglich bewegen.


    3. Steigungsfehler KUS:

    Hier wird es daheim schwierig, da man selten ein Laserinterferometer zur Hand hat. Gleichzeitig suchst du <0.5mm an Fehler und musst daher improvisieren.

    Gutes Stahllineal mit 0.05er Teilung und einen Gravierfräse nehmen und dann die Länge des Lineals abfahren. Dazu der Fräse bspw. 100mm vorgeben und gucken, wo die Spitze landet. Mit genug Licht und wachen Augen, solltest du so einen Skalierungsfehler finden können. Kompensation durch Steigungsanpassung in der Steuerung und Dreisatz. Exakt ist das nicht, aber es sollte etwas helfen.


    Bonne Chance!

  • So heute mal Zeit gehabt. Die Fräse ist mittels Programm 200x jeweils 800mm hin und hergefahren mit F2000 auf einen festmontierten Anschlag. Danach hatte ich eine Abweichung von 0.04 laut Messuhr. Das wäre für meine Hobbyfräse denke ich akzeptabel oder? Also muss ich den Fehler woanders suchen.

  • D.h. kein Schleppfehler iSv. Schrittverlusten. Das ist gut. Dann gilt es nun aber noch die anderen Sachen zu eleminieren (Umkehrspiel und CO findest du mit einem reinem WIederholen nicht).

  • eine Frage, lässt Ihr wirklich den Zeiger Eurer Uhr 200 Mal gegen einen festen Anschlag knallen und hofft dass der danach noch stimmt? Ich würde die Uhr einmal auf Null stellen, dann 200 Mal in der Luft verfahren und zum Schluss wieder die Position gegen den Nullpunkt auf dem festen Anschlag kontrollieren. Da aber wieder mit geringem Vorschub dagegen fahren. Irgendwie bekomme ich immer Sodbrennen wenn ich irgendwo solche Videos sehe. || Aber 0,04 mm ist doch vollkommen in Ordnung. :thumbsup:

  • Bei mir war neulich das Festlager an Y nicht mehr fest verspannt. So konnte die ganze Spindel knapp 0.1mm hin und her bewegt werden.

    Motorkupplungen oder Zahnscheiben sitzen fest auf Motor und Spindel? Bei mir hatte sich mal eine Scheibe gelöst und konnte je nach Lastsituation bis zu 10° verdrehen, ehe die Spindel wieder mitgenommen wurde. Seit dem habe ich mit Lackstift einen durchgehenden Strich über Welle und Scheibe um eventuelle Verdrehungen zu erkennen.


    Gruß Patrick

    Estlcam V11 - Steuerung Arduinoclub Estlcam BOB - Fusion360

  • Heute mal weiter ausgetestet. Erst habe ich die Mutter auf Y gelöst und dann bischen mehr angezogen.Ich habe eine Messuhr auf den Tisch gespannt und bin dann mit dem Balken gegen die Messuhr gefahren und habe diese "genullt". Dann bin ich jeweils 0.250 in Y- und Y+ und wieder zurück auf 0 . Ich hatte dann immer ungefähr 0.04 auf der Uhr stehen. Ich denke das "Umkehrspiel" ist akzeptabel für die Fräse? Jetzt muss ich nochmal Kreise in Pom fräsen ob das nachziehen der Mutter tatsächlich was gebracht hat.

  • bin dann mit dem Balken gegen die Messuhr gefahren und habe diese "genullt". Dann bin ich jeweils 0.250 in Y- und Y+ und wieder zurück auf 0 .

    So misst man kein Umkehrspiel. Das wäre die Positioniergenauigkeit, denn es wird ja wiederholt in die gleiche Richtung gefahren.

    Zum Messen des Umkehrspiels fährt man gegen die Meßuhr, nullt die Meßuhr und fährt dann in die andere Richtung.

    Die Differenz zwischen Verfahrweg und Meßuhranzeige ist das Umkehrspiel.


    grüße

  • So ich habe das wie Ralf erklärt hat gemacht. Danke hierfür nochmal für den hinweis . Man lernt nie aus bzw hatte das falsch interpretiert :thumbsup: Bei der Messung kam ich auch auf 0.04. Ich hatte jetzt zwischenzeitlich die Y-Achse Mutter gelöst und wieder festgezogen aber mehr wie vorher. Jetzt habe ich nochmal die Kreise und das Viereck gefräst. Nun komme ich besser weg als vorher auf Y. Ich messe hier nun statt der 0.2 nur noch teilweise 0.0 oder 0.02-0.04. Das denke ich ist in Ordnung. So wie es aussieht muss ich dann wohl bischen Spiel auf der Y-Spindel gehabt haben.