FU Allgemein: Motorleistung

  • Hallo zusammen,


    ich habe mir kürzlich einen gebrauchten Danfoss VLT 6004 Frequenzumrichter gekauft um damit ein Radialgebläse für die Absaugung zu betreiben.


    Ich habe leider übersehen, dass der FU nur +/- 4 Leistungsstufen von der Werkseinstellung zulässt (S. 83). In meinem Falle liegt die untere Grenze bei 0,55 kW. Der Motor den ich ansteuern möchte (Marathon Electric 56T34F5301J) hat bei 50 Hz nur 0,25 kW.


    Ich stelle im FU ja neben der Motorspannung auch den Motorstrom ein. Wozu wird überhaupt die zusätzliche Angabe über die Leistung benötigt, bzw. kann ich die Leistung evtl. auf die 0,55 kW einstellen wenn Strom/- und Spannung stimmen, ohne den Motor damit zu überlasten?


    Ich wäre euch dankbar, wenn ihr einen Tipp hättet. Danke im Voraus!


    Viele Grüße

    Josh

  • Hallo Josh,

    habe etwas Schwierigkeiten mit der Fragestellung. Was möchtest Du regeln?

    Normalerweise verwendet man einen FU, um unterschiedliche Umdrehungen / Geschwindigkeiten / Drehmomente / Beschleungigungen zu erzeugen.

    Für ein Radialgebläse braucht man eigentlich keinen FU. Der Marathon ist ein 3-Phasen-Asynchronmotor, den man ganz einfach ans 3-Phasen-Netz hängen kann, denk ich.

    Willst Du ihn nicht ans 3-Phasen-Netz hängen?

    LG, Christian

  • Hallo Christian,

    ein FU kommt in der Industrie sehr häufig vor, auch wenn es nur ein Radialgebläse ist.

    Die Vorteile sind zB. die Anbindung an die SPS, die Laufkontrolle, die Leistungsreglung u.v. mehr. Ist also garnicht mal so abwegig.

    Eine Antwort zum FU und Einstellung kann ich leider nicht beantworten.


    Gruß

    Karlheinz

  • Hallo Josh,


    wenn der FU angenommen 5KW kann und der Motor nur 3KW hat dann funktioniert das.

    Es sollte natürlich immer nach Möglichkeit annähernd zum Motor der FU ausgelegt werden.

    Also einen 50KW FU an einen 1KW Motor, würde ich einfach nicht anklemmen PUNKT.

    Die KW Angabe bezieht sich auf viele andere Bauteile auch noch abseits des FU. Motorschutzschalter,Schütze usw..

    Dem FU ist es prinzipiell egal, er will nur den Strom und andere Werte vom Motor Typenschild. Anhand dieser regelt er dann.


    Wenn der Motor 8KW hat und der FU nur 5KW dann sollte man es unterlassen!

    Ach dann könnte man ja den Strom aufs Maximum vom FU stellen und einfach die maximale Frequenz reduzieren und herum spielen!

    NEIN umgekehrt einfach lassen, da brennt nur der Motor und der FU. Es fehlt an Magnetisierung usw...

    Man kann die Motordaten einfach nicht korrekt eintragen.


    Du schreibst von 4 Leistungsstufen... Nehme an das du im FU die Festdrehzahlen meinst?

    Würde ich so nicht machen sondern über eine 0-10V Regelung dann ist es Stufenlos. (Analogeingang vom FU)

    Gibt z.b 0-10V Dimmer mit so was wäre es möglich oder über ein Stink normales Drehpoti.


    Was du dem FU mitteilen solltest z.b:

    Netz Spannung,

    Netz Frequenz,

    Motor Strom,

    Motor Überstrom,

    Cos phi,

    Motor Nenndrehzahl,

    Spannung Motor,

    maximale Frequenz Motor,

    Minimal Frequenz,

    Maximal Frequenz


    Dann kann der FU arbeiten.


    Im übrigen ist die Minimalfrequenz dann auch sehr wichtig.

    Wenn die z.b auf 0HZ gestellt wird dann wird sich der Motor nicht drehen, was er aber sollte bei einer Lüftung.

    Also hier stelle ich bei Lüftungen z.b. dann 15-20HZ als Minimum ein.


    Habe jetzt einfach mal ein paar wichtige Parameter genannt, es gibt noch unendlich viele andere.... Anlauf Rampe, Stop Rampe, nicht lineare Kurve usw...

    Kommt natürlich auf den FU an und seine Einstellmöglichkeiten.

  • Hallo Josh,

    Alex hat schon alles Wichtige richtig beschrieben.


    Ich denke, mit den Stromeinstellungen (Nennstrom Überstrom) schützt du nur den Motor. und haben mit dem Regelverhalten nichts zu tun

    Wenn du den kleinstmöglichen Strom einstellst, würde bei einer z.B. mechanischen Störung der Strom für deinen Motor zu groß werden.

    Hier musst du einen externen Motorschutz verdrahten, abgestimmt auf den Motorstrom. Dann dürfte das funktionieren.


    Gebläse und Lüfter betreibt man normalerweise nicht mit einem FU


    Grüße, Franz

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank für eure schnellen und hilfreichen Antworten! Dieses Forum ist einfach klasse :thumbsup:


    @ Christian: Ich habe mir den FU dazu besorgt, damit ich zum einen Parameter wie Einschaltrampe und Frequenz einstellen kann und andererseits von Außen bspw. über die Digitaleingänge steuern kann.


    @ Alex: Bei den 4 Stufen meine ich tatsächliche die Motorleistung (S. 83 hier: https://files.danfoss.com/down…ives/doc_A_1_MG60A903.pdf). Minimal kann ich bei meinem Modell nur 0,55 kW einstellen ("gemäß Typenschild"). Im Datenblatt steht bei Motorstrom und -nenndrehzahl noch der Hinweis, dass diese Werte korrekt eingestellt werden müssen, da diese Bestandteil der V V CP+ Steuerung sind. Da dieser Hinweis bei der Motorleistung nicht steht, habe ich gehofft, dass dieser Parameter weniger entscheidend ist. Danke für die Bestätigung hierfür!


    Ich werde die Kombination dann morgen einmal testen. Da sowohl FU, als auch Gebläse "neu" (gebraucht) sind, bin ich umso gespannter auf das Ergebnis ;)


    Viele Grüße

    Josh

  • Ich habe den Danfoss FU auf die Motorparameter eingestellt, verkabelt und siehe da: Das Gebläse läuft wunderbar! :)


    Ich habe mir nun noch einmal die aktuellen Werte für Strom, Spannung und Leistung im FU beim 100% Betrieb (50 Hz) angesehen. Hier stelle ich fest, dass Stromaufnahme und Leistung deutlich höher sind als auf dem Typenschild angegeben: 8|


    Typenschild FU Einstellung FU Messung
    Motorspannung 380 V 380 V 398 V
    Motorstrom 0,92 A 0,92 A 1,24 A
    Motorleistung 0,25 kW 0,55 kW (untere Grenze) 0,62 kW


    Ist das "normal" oder überlaste ich so auf Dauer den Motor? Ist bei der auf dem Typenschild angegebenen Leistung tatsächliche die elektrisch aufgenommene (Wirk-)Leistung oder die mechanische Leistung an der Welle gemeint? Falls elektrisch, dann komme ich auch mit dem Leistungsfaktor von 66% nur auf 0,38 kW Scheinleistung und nicht auf 0,62 kW :s


    Viele Grüße

    Josh


  • Hallo Josh


    kW ist die Wirkleistung. Also die Leistung die an der Welle abgegeben wird.

    Wenn der Motor tatsächlich 1,24A aufnimmt ist er auf Dauer überlastet.

    Entweder du verringerst die max Drehzahl oder den Volumenstrom vom Gebläse.


    SG

    Peter :)

  • Ich frage mich nur, wie die Daten auf dem Typenschild zu den gemessenen Werten passen. Auch wenn nicht 400 V, sondern 380 V angegeben sind; die 5% mehr Spannung dürften doch nicht den Unterschied machen!? Der Strom ist 35% höher und die Leistung sogar 63% höher als auf dem Schild angegeben.


    Handelt es sich bei den dort angegebenen Werten um "Maximalwerte" oder um "Nenngrößen im unbelasteten Zustand" ? Der Motorhersteller kann ja nicht wissen, dass sich an der Welle das Schaufelrad meines Radiallüfters befindet... Wenn sich die Werte auf dem Typenschild also auf den unbelasteten Fall beziehen, wären die deutlich höher gemessenen Werte für mich erklärbar.

    Dann bliebe nur die Frage, ob der Motor eine derartige Dauerbelastung (max. 1-2 Stunden am Stück) aushält :/


    Viele Grüße

    Josh

  • Hallo Josh,

    hast Du den Motor richtig angeschlossen?

    Es gibt zwei verschiedene "Spannungsniveaus", wie man ihn anschliessen kann (wobei nicht dabei steht, was zu welcher Spannung).

    Soweit ich es überflogen habe, kann der FU alles, was ein einfacher FU können muss.

    LG, Christian

  • Hallo Josh,

    du hast es selbst gesagt. Der Hersteller kann ja nicht wissen was an der Welle hängt.

    Die Angaben auf dem Typenschild sind das was der Motor dauerhaft kann, und zwar an der Welle. Dauerhaft, weil DUTY-CONT, ansonsten heisst das auch S1 Betrieb. Dann steht da noch die Angabe SF 1.15 drauf. SF steht für Service factor, heisst der Motor darf kontinuierlich um den Faktor 1.15, d.h. 15% höher belastet werden, allerdings verringert sich dann die Lebensdauer.

    Die Frage ist natürlich wie genau die Anzeige ist. Aber ich sage mal, man kann den Motor mit 1-1.1 A betreiben. D.h. du musst die Drehzahl etwas runter nehmen.

  • Die Angabe 0,25 KW Motorleistung beziehen sich auf eine Motorspannung von 230V.

    Wenn man mit der Formel rechnet, P = U x I x cos φ x √3 dann kommen 250W als Ergebnis heraus, wenn man bei der Spannung 230V einsetzt.

    Ist der Motor für 400V im Dreieck (siehe Klemmbrett) geschaltet worden?


    Grüße, Franz

  • Also das Schaltbild ist auf dem Typenschild zu sehen. Bei 400VAC (380V auf dem Typenschild)

    ist der Motor wie bei "High Voltage" zu sehen anzuschließen. Wobei das Klemmbrett schon speziell ist.

    Das ist offensichtlich auch geschehen.


    Wie schon mehrmals erwähnt. Drehzahl/ maximale Frequenz oder Belastung (Volumenstrom vom Lüfter) reduzieren

    und der Strom wird runter gehen. Strom verhält sich zur Drehzahl quadratisch. Wird also nicht viel brauchen.


    Gruß

    Peter :)

  • Ja genau, ich habe den Motor gemäß "High Voltage" verdrahtet.


    Dann steht da noch die Angabe SF 1.15 drauf. SF steht für Service factor, heisst der Motor darf kontinuierlich um den Faktor 1.15, d.h. 15% höher belastet werden, allerdings verringert sich dann die Lebensdauer.

    Danke für die Info, das wusste ich noch nicht. Demnach wäre ein Strom von 0,92 A * 1,15 = 1,06 A "erlaubt". Ich hatte 1,24 A und gehe davon aus, dass die Messung des FUs relativ genau ist.


    Dann muss ich wohl daraus schließen, dass der Motor nicht zu dem Radiallüfter (Cincinnati Fan PB-10A) passt und zu schwach ausgelegt ist...


    Wie schon mehrmals erwähnt. Drehzahl/ maximale Frequenz oder Belastung (Volumenstrom vom Lüfter) reduzieren

    und der Strom wird runter gehen. Strom verhält sich zur Drehzahl quadratisch. Wird also nicht viel brauchen.

    Ich habe das Gebläse für meinen Test tatsächlich erst einmal ohne jegliche Rohre und Schläuche betrieben. Für mich war zwar klar, dass eine Reduzierung des (Rohr-) Leitungsquerschnitts zu einer Reduzierung des Volumenstroms führt, nicht aber, dass dadurch auch der Motorstrom sinkt. Ich hätte eher vermutet, dass dadurch die Belastung zunimmt aber wenn dies -wie du schreibst- falsch ist, könnte der Strom dadurch ja schon passen.


    Das wäre sehr gut, denn ich habe mich eigentlich schon von dem Vorhaben verabschiedet den FU vorzuschalten. Softstart und Drehzahlregelung sind zwar schöne Features aber rechtfertigen für mich nicht den sonst nötigen Umbau des Haus Fehlerstromschutzschalters vom Typ A auf einen allstromsensitiven (Typ B)...


    Viele Grüße

    Josh

  • Hallo Josh


    Ein Lüfter ist nicht zwangsfördernd. Das heißt wenn du den Durchfluss unterbrichst, läuft der Motor im Leerlauf.

    Der Lüfter läuft dann aber im eigenen "Saft" und wird heiß. Zwar nicht bei der Leistung , aber prinzipiell schon.


    Gruß

    Peter :)

  • Hallo Josh,

    würde den Motor mit der Nennfrequenz, also 50Hz, betreiben, weil eine ev. zu niedrige Frequenz wieder andere Probleme verursacht.

    Stattdessen kannst Du die Spannung reduzieren, damit kannst Du einen niedrigeren Strom "einstellen".

    LG, Christian