Resonanzen bekämpfen

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Resonanzen bekämpfen

      Hallo zusammen,

      vor einer Weile gab es die Frage bzgl. Füllung der Hohlräume.

      Damals hatte ich den Link zu diesem Vergleichsvideo nicht parat.
      Da es mir gerade über den Weg lief, poste ich es schnell, ehe ich es wieder vergesse :whistling:
      Meine Beiträge sind ausschließlich für das Forum "cnc-aus-holz.at" bestimmt! Ich untersage jegliches (auch teilweises) Kopieren, Weitergeben und Wiederveröffentlichen.

      Django013
    • Moin moin,

      M.Sati schrieb:

      Also der Herr Möderl schwört auf Küchenrolle
      das zeigt nur, dass ein geschätztes Vorbild auch mal ins Klo greifen kann :whistling:

      Man muss sich schon ein wenig mit der Theorie beschäftigen, um zu einer praxistauglichen Lösung zu kommen.
      Es gibt im Grunde zwei Arten der Schallbekämpfung:
      - einmal zu verhindern, dass Schall, der über die Luft übertragen wird zu Körperschall wird (hauptsächlich im Lautsprecherbau)
      - und dann zu verhindern, dass sich Körperschall in die Luft übertragen kann (Maschinenbau)

      Im Lautsprecherbau gibt es für den ersten Fall wieder zwei Grundprinzipien: einmal das Volumen mit Flies auffüllen: das führt zu einer virtuellen Volumenvergrößerung und somit zu einer Senkung der Resonanzfrequenz. Die andere Möglichkeit sind die Teermatten mit Fließauftrag. Die sollen das Gewicht der Wände vergrößern und dem Schall eine weiche Oberfläche bieten, sodass der Schall keine Energie mehr hat, wenn er auf die Wand auftrifft.

      Im Maschinenbau muss man den Gedankengang umdrehen, denn der Schall ist bereits in den Wänden drin.
      Eine Schallausbreitung innerhalb verbundener Wände kann man nicht verhindern. Also schaut man sich die Übergangsstellen an. Eine Maschine hat im Grunde zwei Übergangsstellen: einmal die Außenseite der Wände und dann die Füße auf denen die Maschine steht.
      Die Füße "weich" zu machen, kann schnell kontraproduktiv werden, denn wenn sich die Maschine bewegen kann, hat sie weniger Masse, die sie schnellen Bewegungen entgegen setzen kann. Dadurch kann sich die Maschinen aufschaukeln und zu schwingen anfangen. Nichts, was man wirklich erleben möchte!
      Deshalb werden Maschinen in Fabriken eher noch mit dem Betonfußboden verschraubt - dann zählt das ganze Gebäude mit zur Impulsmasse 8o

      Also schaut man sich die Wände an.
      Körperschall bedeutet ja, dass sich der Körper mit einer gewissen Frequenz verformt und zwar so wie eine Musiksaite. Jeder weiß, dass eine Saite einen Grundton und diverse Obertöne hat. Je höher der Ton, desto schneller verformt sich die Wand.

      Wenn ich es jetzt schaffe, dass die Wand sich nicht mehr im Rhythmus der Musik verformen kann, dann habe ich nicht nur verhindert, dass der Schall das Medium wechseln kann, sondern habe auch den Schall im Körper gedämpft.

      Ein wirksames Mittel gegen Körperschall ist, den Hohlraum mit frei beweglicher Masse aufzufüllen und ihr dabei noch genügen Bewegungsspielraum lassen. Je kleiner jetzt die Einzelteile im Hohlraum sind, desto besser können sie sich an die Verformung der Wand anpassen. Sind sie fre beweglich, können sie Impulsenergie von der Wand aufnehmen (was schon zu einer Dämpfung führen würde). Zusätzlich wird die Dämpfung noch dadurch verstärkt, dass die Sandkörner, wenn sie die Impulsenergie von der Wand aufgenommen haben, sich von der Wand wegbewegen. Das ganze Füllvolumen führt dazu, dass das Sandkorn seine Energie an das nächste Korn abgeibt und vom Rest wieder an die Wand zurück gedrückt wird. Dieses Zurückdrücken geschieht aber azyklisch, also trifft es die Wand zu unterschieldlichen Zeitpunkten, was wiederum eine Dämpfung zur Folge hat.
      Bei jeder Energieübertragung wird ein kleiner Teil in Reibung/Wärme umgesetzt.

      Somit wird klar, dass es kontraproduktiv ist, den Hohlraum zu 100% auszufüllen - der Sand hat keinen Platz mehr, wohin er sich bewegen könnte. Es wird auch schnell klar, warum Sand so gut geeignet ist. Die einzelnen Körner haben geringe Masse, können also schnell Impulsenergie an der Wand aufnehmen. Vergleicht man die Sandkörner mit Glas- oder Bleikugeln so wird schnell klar, dass wesentlich mehr Sandkörner an der Wand anliegen, als es bei anderen Materialien der Fall wäre. Also kann potentiell auch mehr Impulsenergie neutralisiert werden :)

      Yo, wenn man sich jetzt das Küchenpapier im Hohlraum vorstellt - Hm, also einmal verhärtet das Papier mit der Zeit, wird als selbst zum Schallleiter. Ist im Prinzip das gleiche, wie mit Poraver, wenn es verklebt. Es ist eine Masse, die selbst (mehr oder weniger gut) Schall leitet. Die Dämpfung bei dem Papier wird mit der Zeit schlechter.
      Ja und dann sehe ich auch nicht, dass das Papier Impulsenergie aufnehmen und zum falschen Zeitpunkt wieder abgeben könnte ...
      Also meiner Ansicht nach bietet Papier nur einen Widerstand, der mit der Zeit abnimmt.

      Im Nachbarforum berichteten Leute, die es zuerst mti Teppichstreifen versucht hatten. Nach Umstellung auf Sand hieß es: ein Unterschied wie Tag und Nacht. Auch wenn das Video nur kurz ist, zeigt es die Wirkung doch sehr deutlich auf.
      Meine Beiträge sind ausschließlich für das Forum "cnc-aus-holz.at" bestimmt! Ich untersage jegliches (auch teilweises) Kopieren, Weitergeben und Wiederveröffentlichen.

      Django013
    • Hi Alex,

      90% Füllstand wäre auch noch ok. Schließlich sind die Amplituden der Wände nicht so riesig.

      An Sand würde ich den nehmen, den ich am günstigsten bekomme. Also vermutlich den von einem Sandkasten, wo die Kinder das Sandkastenalter überschritten haben :)
      Meine Beiträge sind ausschließlich für das Forum "cnc-aus-holz.at" bestimmt! Ich untersage jegliches (auch teilweises) Kopieren, Weitergeben und Wiederveröffentlichen.

      Django013