3D Fräsen, Teile nicht maßhaltig

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    • 3D Fräsen, Teile nicht maßhaltig

      Hallo zusammen,

      bisher habe ich immer 2D gefräst und die Maße haben auf +/- 3/100stel gepasst.
      Nun habe ich die ersten Versuche in Estlcam mit 3D Fräsen gestartet.

      Zunächst ein einfaches Bauteil, eine Spannpratze mit einigen Rundungen und einer Nut für die Schraube.

      Das Bauteil ist 80x15x15mm. Die Nut ist 6mm breit.

      Gefräst habe ich es wie auf dem Bild zu sehen, also die Rundungen nach oben. Als Fräser kam ein 3,175mm Zweischneider für Schruppen und Radiusfräser mit 2,5mm Durchmesser fürs Schlichten dran. Material ist 15mm Siebdruckplatte.

      Zunächst belehrt mich Estlcam, dass 0% gewölbte Flächen vorhanden wären. Das sehe ich anders, auf der linken Seite sind doch die Verrundungen. Ok, stört ja aber nicht weiter bei der Bearbeitung.

      Mit diesen Einstellungen bin ich gestartet, habe schon einige Versuche hinter mir, mit dem Ergebnis aber unzufrieden


      Das Bauteil misst später exakt 80mm Länge, aber 15,2mm Breite. Die innere Nut ist gerade einmal 5,2mm statt 6mm breit.

      Was mir in der Vorschau schon komisch auffällt, die Nut wird mit dem 3,175mm Fräser mit genau einer Fräsbahn erstellt. Trotz des Übermass beim Schruppen von 0,5mm (beidseits?) hätte ich bei einer Nutbreite von 6mm mit dem Fräser 3,175 zwei Bahnen erwartet.



      Beim Schlichten wird grundsätzlich fein abgezeilt, aber die Außenkontur und die Nut wird in einem Durchlauf direkt auf die vollen 15mm gefräst. Ich vermute, dass der Fräser und das Material beim Schlichten seitlich ausbricht und es daher zu dem Übermaß außen bzw. dem Untermaß innen kommt. Schrittverluste treten keine auf, auch die nachfolgende Referenzfahrt zeigt keine Abweichungen an. Immerhin ist der Fräser nicht abgebrochen. Die Oberfläche ist schön glatt, die Seiten hingegen stark ausgefranst. Für mich ein weiteres Indiz, dass es am Schlichten liegen muss.

      Ich habe bereits verschiedene Einstellungen versucht, auch andere Fräserdurchmesser verwendet. Das Ergebnis ist immer gleich. Das NC Programm habe ich auch mal in den Anhang gepackt.

      Hat da jemand eine Erklärung für? Warum wird die Nut beim Schruppen nicht breiter gemacht? Die Z-Zustellung beim Radiusfräser habe ich auf 1mm angegeben. Warum wird die Außenkontur in einem Rutsch geschlichtet?

      Könnt ihr grundsätzlich Estlcam für 3D empfehlen oder sollte ich mir den Postprozessor von Fusion aneignen?

      Grüße Patrick
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      • Stufenpratze.nc

        (34.41 kB, downloaded 3 times, last: )
      Estlcam V11 - Steuerung Arduinoclub Estlcam BOB - Fusion360
    • Ich würde die Nut und die Aussenkontur generell im 2,5 D Modus fräsen. Dann wird das auch maßhaltig. Nur die Rundungen oben mit 3D abzeilen. Oder besser noch gleich mit zwei Operationen abarbeiten. Also erst die Nut und aussenkontur fräsen, dann umspannen und durch die Nut anschrauben. Die Kurven dann gleich seitlich gespannt fräsen.
    • Hallo Patrick

      Wie sieht deine 3D Zeichnung aus? Was nimmst du für ein Programm?

      An deiner Fräsdatei kann ich entnehmen, dass du fast 10 min damit fräst, ich würde schätzen, dass es bei reiner 2,5 D Fräszeit weniger als 5 min dauert.

      Wie Alois schon geschrieben hat, habe ich auch auf 2 x gefräst. Zuerst die Kontur, dann umgespannt im Schraubstock das Langloch gefräst.

      Grüsse

      Dieter
      Sie dürfen nicht alles glauben was sie denken. (Heinz Erhardt) ;)
    • Ich hätte gerne die 3D Datei zur Analyse.
      Estlcam interessiert mich wenig, aber beim 3D Fräsen werden die Werkzeugwege abgetastet. Das ist bei jeder Software gleich. Im Englischen nennt sich diese Methode "Scanline".
      An parallel liegenden Wegen wird der Abstand zur Oberfläche des 3D Objekts abgescannt und damit die Werkzeugwege erzeugt. Das Abscannen zur Oberfläche geschieht in festen Abständen (Berechnungspräzision?).
      Ist der Abstand auf 0.2mm eingestellt wird eine Kante in diesem Bereich mit einer Toleranz bis zu 0.2mm getroffen. Also, nur alle 0.2mm sucht das Programm nach der Oberfläche wenn die Kante bereits nach 0.001mm kam wird einfach 0.1999mm drüber gefahren. Fräst man, wie bei 3D üblich, mit wechselnden Richtungen in der Werkzeugbahn können also Differenzen von fast 0.4mm entstehen. Auf jeden Fall muß die Auflösung der Abtastung auf einen möglichst kleinen Wert gestellt werden um die Ungenauigkeiten an den Kanten zu reduzieren. Das verbessert aber nur die Kanten an denen das Scannen einen Sinn gibt.
      Wenn die Werkzeugwege parallel der langen Kante verlaufen ist es dazu noch davon abhängig wie die seitliche Zustellung eingestellt ist. Denn das ist ein fixer Wert. Wie die seitliche Zustellung eingestellt ist sehe ich nicht, nach dem G-Code haben die Fräsbahnen beim Schlichten in X einen Abstand von 1.5mm. Also, nur wenn zufällig eine Werkzeugbahn im Abstand der 1.5mm in den Schlitz trifft wird gefräst. Eine gute Oberfläche beim 3D Fräsen erhält man mit maximal 5% des Fräserdurchmessers als seitliche Zustellung, hier also 0.15mm statt der 1.5mm.
      Wenn die Einstellung die ich sehe von 15% Zustellung (0.375) dieser Wert sein sollte dann stimmt was anderes nicht, denn der Wert wird nicht verwendet. Könnte mit der fehlenden Werkzeugnummer zu tun haben (siehe unten)

      Das ist Grundwissen beim 3D Fräsen. Im G-Code müsste Dir auffallen das die krummen X-Werte kein maßhaltiges Fräsen erlauben.

      Verschiedene Möglichkeiten das zu verhindern:

      Nur das in 3D Fräsen was auch in 3D gefräst werden muß - Wie Alois schon geschrieben hat. Ich würde nur die Rundungen in 3D fräsen, eventuell die ganze Oberfläche. Den Schlitz und die Kontur würde ich im zweiten Schritt in 2.5D fräsen. In CamBam (weiß jetzt nicht wie das in estlcam ist) kosten die Bearbeitungen nichts und können gemischt werden. Es ist also kein Aufwand die beiden Bearbeitungen aufeinanderfolgend zu fräsen.

      Quer fräsen - Die Ungenauigkeiten treten in der Länge des Schlitzes und an den kurzen Kanten auf.

      Rechnen - Es wird errechnet das die seitliche Zustellung und die Präzision ein glatter Bruchteil des Fräsermaßes sind und das muss dann auch noch mit Längen und Breiten des Objekts überein stimmen.

      Eine andere Frässtrategie - Es ist bei so geraden Teilen sinnvoll eine Z-konstante 3D Frässtrategie zu verwenden. Damit laufen die Fräsbahnen in Z-Richtung parallel. Auch hier müssten zwei Bearbeitungen angelegt werden, eine horizontale oder vertikale um die Rundungen heraus zu bekommen und eine Z-konstante um Schlitz und Kontur zu fräsen.

      Wenn Du Zeit ohne Ende hast und gerne meditierst kannst Du die seitliche Zustellung auf einen so kleinen Wert stellen das sich die Differenzen nicht mehr bemerkbar machen, also in den 1/100 Bereich.
      Dann noch die Präzision beim scannen auf einen so kleinen Wert setzen. Das dauert zwar ewig, zeigt Dir aber das es mit den richtigen Einstellungen durchaus möglich ist so ein Teil in 3D zu fräsen.

      Paddycube wrote:

      Warum wird die Nut beim Schruppen nicht breiter gemacht?

      Grundsätzlich muß ein CAM nach Deinen Einstellungen arbeiten. Abweichungen dürfen nie, nie, nie ins Objekt gehen. Das wäre ja noch schöner wenn das CAM hier irgendwas wegfräsen würde.

      Paddycube wrote:

      Warum wird die Außenkontur in einem Rutsch geschlichtet?
      Dort sieht man genau das was ich beschrieben habe. Die Fräsrichtung ist wechselnd und in X-Richtung parallel. Durch den Abstand beim Scannen werden die Fräsbahnen abwechselnd nach rechts oder links länger und kürzer. Beim 3D-fräsen sind die Werkzeugwege immer in einer Achse parallel, hier die X-Achse. Es ist also bei horizontalen/vertikalen Werkzeugwegen nicht möglich mal in X und mal in Y Richtung zu fräsen. Aber das hatte ich schon.


      Ach ja, im G-Code steht keine Werkzeugnummer beim Werkzeugwechsel (M06) Damit ist nicht mal eine Simulation möglich. Da ist irgend etwas krumm, Einstellungen oder so…
      Die Werkzeugnummer identifiziert das Werkzeug, was in Klammern steht ist nur ein Name/Kommentar.

      grüße
      ralfg

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    • fraesoholic wrote:



      Ach ja, im G-Code steht keine Werkzeugnummer beim Werkzeugwechsel (M06) Damit ist nicht mal eine Simulation möglich. Da ist irgend etwas krumm, Einstellungen oder so…
      Die Werkzeugnummer identifiziert das Werkzeug, was in Klammern steht ist nur ein Name/Kommentar.
      Das ist bei estlcam normal. Das kennt in dem Sinne keine Werkzeugnummern.
      Beim m06 wird einfach nur Pause gemacht und der Text im Kommentar angezeigt. Mehr nicht.

      Generell würde ich persönlich davon abraten estlcam für mehr als nur etwas 2D fräsen zu benutzen. Das ist einfach nur krampfig. Guck dir dagegen mal Fusion an. Allein die simulation die du da hast ist goldwert wenn es etwa komplexer werden soll.
      Grüße,
      Klaus
    • ScorpionTDL wrote:

      Das ist bei estlcam normal. Das kennt in dem Sinne keine Werkzeugnummern.
      Schau unter -> Einstellungen -> CNC-Programmeinstellungen -> Texte ->
      <t> ist die Variable die die Werkzeugnummer ausgibt. Sie müsste beim Werkzeugwechsel, evt. auch bei Programm Anfang eingetragen werden.
      Im Stil T<t> M06
      Im Text auf der rechten Seite in einer bei mir installierten Version steht es:

      Upps, hat keine Minute gedauert um das zu finden. Testen kann ich es aber nicht, denn das Programm ist gänzlich unkonfiguriert und nur mal für solche Situationen wie dieser da, wo ich was nachschaue.
      Die Werkzeugnummer ist nicht nur die Voraussetzung für einen automatischen Werkzeugwechsel, wenn sie fehlt zeigt jedes mir bekannte Simulationsprogramm einen Fehler im G-Code an. Simulation ist aber Voraussetzung für Hilfe bei solchen Problemen.

      ScorpionTDL wrote:

      Guck dir dagegen mal Fusion an.
      Aktuell ist es rechtlich noch kritischer die Software zu benutzen. Der EuGH hat vor zwei Wochen die Grundlage für den Datenaustausch mit den USA gekippt (privacy shield). Damit ist es definitiv verboten in der EU geschützte Daten (z.B. durch UrHG) in die USA zu transferieren. Das geschieht bei Fusion definitiv regelmäßig. Bearbeitet man eine Datei deren Urheberrechte bei einem anderen liegen muß der jedesmal vor einem Transfer zustimmen. Und grundsätzlich unterliegt jede Datei dem UrHG. Auch wenn die Bearbeitung, wie oft bei Thingiverse, zulässig ist ist es trotzdem nicht zulässig die Daten in die USA zu transferieren.
      Rechtlich bist Du mit Fusion nur noch sicher wenn Du alleine nur die von Dir selbst erstellten Dateien in diesem Programm öffnest.
      Alle Verträge, in diesem Fall nötige Datenverarbeitungsverträge mit Autodesk und auch allen anderen amerikanischen Firmen zu denen Daten übertragen werden, sind hinfällig, da die gesetztliche Grundlage für diese Verträge nicht mehr existiert.
      Ich wäre vorsichtig damit, es würde zu einer Abmahnung schon reichen wenn Du eine Datei hier aus der Filebase in Deinem Fusion öffnest ohne vorher die Genehmigung des Erstellers einzuholen.

      grüße
      ralfg

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    • fraesoholic wrote:

      ScorpionTDL wrote:

      Das ist bei estlcam normal. Das kennt in dem Sinne keine Werkzeugnummern.
      Schau unter -> Einstellungen -> CNC-Programmeinstellungen -> Texte -><t> ist die Variable die die Werkzeugnummer ausgibt. Sie müsste beim Werkzeugwechsel, evt. auch bei Programm Anfang eingetragen werden.
      Im Stil T<t> M06
      Im Text auf der rechten Seite in einer bei mir installierten Version steht es:

      Upps, hat keine Minute gedauert um das zu finden. Testen kann ich es aber nicht, denn das Programm ist gänzlich unkonfiguriert und nur mal für solche Situationen wie dieser da, wo ich was nachschaue.
      Die Werkzeugnummer ist nicht nur die Voraussetzung für einen automatischen Werkzeugwechsel, wenn sie fehlt zeigt jedes mir bekannte Simulationsprogramm einen Fehler im G-Code an. Simulation ist aber Voraussetzung für Hilfe bei solchen Problemen.

      Mir ist schon klar wozu die Werkzeugnummer gerbaucht wird.
      Meine Aussage bezog sich auf den Steuerungspart von Estlcam. Der braucht die Nummer schlicht nicht. Selbst der Estlcam CAM part erzeugt lediglich einen
      M06 (Werkzeugname)
      Im der Estlcam Steuerung wird dann daraus einfach nur eine Pause und eine Popup Fenster in dem eben der Part in Klammern, sprich der Kommentar, angezeigt wird.
      Sieht dann so aus:

      Die Estlcam Steuerung verwendet schlicht keinerlei Werkzeugdatenbank auf die durch Nummern referenziert werden könnte. Daher findet man die auch sonst nirgends. Automatischer Werkzeugwechsel ist bei Estlcam entsprechend nicht drinnen.
      Ups, musste ich gar nicht erst nachgucken, weiß ich aus Erfahrung mit Estlcam

      Der CAM Part hingegen kennt Werkzeugnummern die werden aber nur vom Postprozessor gezogen wenn die zielsteuerung die auch braucht. Der PP für die eigene Estlcam Steuerung packt sie halt einfach nicht rein.

      fraesoholic wrote:

      ScorpionTDL wrote:

      Guck dir dagegen mal Fusion an.
      Aktuell ist es rechtlich noch kritischer die Software zu benutzen. Der EuGH hat vor zwei Wochen die Grundlage für den Datenaustausch mit den USA gekippt (privacy shield). Damit ist es definitiv verboten in der EU geschützte Daten (z.B. durch UrHG) in die USA zu transferieren. Das geschieht bei Fusion definitiv regelmäßig. Bearbeitet man eine Datei deren Urheberrechte bei einem anderen liegen muß der jedesmal vor einem Transfer zustimmen. Und grundsätzlich unterliegt jede Datei dem UrHG. Auch wenn die Bearbeitung, wie oft bei Thingiverse, zulässig ist ist es trotzdem nicht zulässig die Daten in die USA zu transferieren.Rechtlich bist Du mit Fusion nur noch sicher wenn Du alleine nur die von Dir selbst erstellten Dateien in diesem Programm öffnest.
      Alle Verträge, in diesem Fall nötige Datenverarbeitungsverträge mit Autodesk und auch allen anderen amerikanischen Firmen zu denen Daten übertragen werden, sind hinfällig, da die gesetztliche Grundlage für diese Verträge nicht mehr existiert.
      Ich wäre vorsichtig damit, es würde zu einer Abmahnung schon reichen wenn Du eine Datei hier aus der Filebase in Deinem Fusion öffnest ohne vorher die Genehmigung des Erstellers einzuholen.
      Klar wenn man sich nicht mit dem Cloud Ansatz von Fusion anfreunden kann oder es aus Rechtlichen Gründen nicht nutzen kann ist die Software raus. Ich bin kein Rechtsanwalt und halte mich aus jeglicher Disskusion dazu raus.

      Rein von technischer Seite gesprochen ist Fusion eine sehr angenehme Software die es auch Einsteigen extrem einfach macht verhältnismäßig komplexe CAM Operationen zu erstellen. Gerade im 3D Bereich kann Estlcam einfach absolut nicht mithalten.
      Grüße,
      Klaus
    • Hallo zusammen,

      vielen Dank für die ausführlichen Antworten. Mir ist auch klar, dass dieses Teil leicht mit 2D Fräsen zu bewältigen ist und es damit allemal schneller geht. Aber darum geht es mir hier nicht. Ich möchte Erfahrungen im 3D Fräsen sammeln. Irgendwann soll da auch mal eine Figur oder andere echte 3D Objekte rauskommen. Daher taste ich mich mit diesem kleinen, wirklich einfachen Teil an das Thema heran. Das Teil ist ja auch relativ schnell gefertigt.

      Danke für die Ausführungen mit der Auflösung. Das parallele Abtasten zu einer Achse ist mir nun klar, jetzt weiß ich was mit der 0,2mm Genauigkeit gemeint ist.

      Im Anhang noch die STL Datei, welche mit Fusion entstanden ist. Fusion 360 nutze ich seit Jahren im 3D Druck. Den CAM teil habe ich bisher aber nie verwendet. Beim 3D Druck übernimmt dass der Slic3r für mich.
      Bisher hat mich hier das Einrichten des Setup sowie die Werkzeugliste in Fusion 360 davon abgehalten, es ernsthaft damit zu versuchen. Einen Estlcam Postprozessor habe ich aber bereits eingerichtet, werde mir den mal weiter ansehen.

      Grüße Patrick
      Files
      Estlcam V11 - Steuerung Arduinoclub Estlcam BOB - Fusion360
    • Wenn du eh mit Fusion arbeitest dann solltest du dir den CAM part defintiv anschauen. Die Oberfläche hast du dann ja eh schon drauf, da ist der CAM part nicht so weit von weg.
      Der Workflow ist einfach dann so schön aus einem Guss, kein Datei & Versions Chaos mehr, alles sauber aus einem Tool.
      Das Setup einrichten ist absolut simpel, die Werkzeugliste ist auch kein Hexenwerk. Und es gibt ohne Ende Videos zu dem Thema.
      Ich glaube da wirst du auf lange Sicht deutlich glücklicher mit als zu versuchen mit Estlcam ordentlich im 3D zu arbeiten.
      Grüße,
      Klaus
    • Hallo zusammen!

      Ich muss hier mal ein Lanze für Estlcam brechen, weil ich durch die Anwendung von Fusion 360 als CAM weiß wieviel Kopfarbeit es mir erspart. Ich bin bei Fusion nun nicht der Experte, brauche aber deutlich länger für die CAM-Geschichte als bei Estlcam. Meine 3D Projekte habe ich bisher alle mit Estlcam realisiert und bin mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Ich weiß es kann alles noch optimiert werden in Punkten wie Fräserbelastung und Zeit beispielsweise aber um schnell und sicher zu einem guten Werkstück zu kommen (sogar zweiseitig) halte ich das Programm für sehr geeignet.
      Warum im hier besprochenen Teil die Maße nicht stimmen weiß ich allerdings auch nicht, ich wollte nur nicht, dass gerade das Programm, was dem Anfänger den Einstieg leicht macht (auch finanziell) als ungeeignet dasteht.
      Ich habe mal zwei Versionen der Bearbeitung simuliert und die Bilder angehangen.

      Viele Grüße
      Jörg
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      Der sich mit dem Schaltplan einer Taschenlampe auskennt. ;)

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    • Diese STL Datei bekomme ich in Blender geöffnet. Mein C4D sagt mir einen Dateifehler an und nimmt die Datei erst nachdem ich sie in Netfabb neu abgespeichert habe, seltsam.
      Die Datei ist sauber, bis auf eines. Es ist sinnvoll so ein Objekt immer sauber auszurichten und am Ursprung der Datei zu platzieren. Egal was mit der Datei geschieht, man muß immer erst das Objekt neu ausrichten, auch im CAM.
      Ansonsten ist die Datei fehlerfrei.
      Noch was zur Simulation- Bei 3D Arbeiten sollte man sich immer den Rat eines unabhängigen Simulationsprogramms einholen, wie z.B. CAMotics. So eine externe Simulation stellt sicher das die Datei auch auf einem unabhängigen Gerät, wie der Fräse sicher funktioniert.

      grüße
    • Ich habe die letzten Tage versucht das Bauteil als 3D mit Estlcam zu schnitzen. Habe alle möglichen Parameter versucht, nichts maßhaltiges raus zu bekommen. Es scheitert immer an der Nut. Entweder zu schmal, deutlich Übermaß oder die Enden unrund. Mir ist klar dass es in 2D leichter wäre, aber darum geht es mir hier nicht.

      Habe es auch mit Fusion versucht und nach der Einarbeitung hat der dritte Versuch gepasst. Maße stimmen alle und die Oberfläche ist auch gut geworden.
      Die ersten Versuche sind wegen falschen Parametern gescheitert. Rohteilaufmass und Schlichten habe ich anders verstanden. Da tickt Fusion etwas anders als estlcam. In Fusion kann man schlichten und trotzdem Rohteil Übermaß haben.

      Der Aufwand in Fusion ist dafür deutlich höher und längst nicht so schnell gemacht.

      Für mich steht somit fest, Estlcam für 2D und wenn es schnell gehen soll. Außerdem bei allen schlechten Zeichnungen oder schlechten Bildvorlagen. Die manuelle Korrektur finde ich stark. Fusion bei 3D.

      Estlcam hat mir vor allem in der Einfachheit gefallen. Schade dass es bei 3D nicht hingehauen hat.

      Vielen Dank euch allen für die zahlreichen Antworten und neue Ideen.

      Patrick
      Estlcam V11 - Steuerung Arduinoclub Estlcam BOB - Fusion360
    • Ich hab das mal in CamBam mit vertikalen Werkzeugwegen angelegt. Das dauert 2 Minuten, höchstens.
      Die Breite des Schlitzes ist mit 6mm absolut präzise. Die Länge hat bei einer seitlichen Zustellung von 10% Werkzeugdurchmesser 35.65mm, bei einer seitlichen Zustellung von 5% ist die Länge 35.85mm.
      Gemessen in NC-Corrector. Natürlich sind die Fräszeiten bei 3D Bearbeitung entsprechend lang. Die betragen bei meinen Einstellungen beim Abzeilen mit der hohen Auflösung 14 min. Allerdings habe ich nichts optimiert und unten noch einen Abstand zum Objekt gefräst.Eingestellt habe ich einen 3mm Fräser, die Berechnungspräzision (Auflösung) steht bei 5% Werkzeugdurchmesser. Zu den Messwerten muß also immer der Durchmesser des Fräsers dazu gerechnet werden
      Wie geschrieben, Schlitz und Außenkontur würde ich sowieso nicht abzeilend bearbeiten, eben wegen der Differenzen.


      Wenn ich Z-konstante Werkzeugwege verwende ist die Differenz in der Länge logische Weise weg.
      Der Schlitz ist in alle Richtungen absolut präzise. Je nach Form des 3D Objektes muss man die Frässtrategie ändern. In CamBam kann ich das mischen und dank der vielen verschiedenen Begrenzungsmethoden kann ich die Oberfläche abzeilen und Schlitz und Außenkontur z-konstant fräsen.


      Also, es geht schon so ein Objekt in 3D präzise zu fräsen. Allerdings muß man einschätzen können was die unterschiedlichen Strategien leisten können. Die Z-konstante Frässtrategie ist nicht viel langsamer als den Schlitz und die Kontur in 2.5D zu fräsen.
      Hier wäre meine Vorgehensweise bei der gestellten Aufgabe das Teil möglichst präzise, aber komplett in 3D zu fräsen. Oberfläche abgezeilt, Seiten und Schlitz z-konstant, aber alles aus einer Datei.
      In CamBam geht das problemlos, ich denke da ist auch Fusion am Ende.


      Ich finde übrigens solche Wettbewerbe zum Thema "Wie ist meine, bzw. die beste Vorgehensweise auch in unterschiedlichen Programmen" sehr interessant. Da lernt man viel durch

      grüße

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    • millingpenguin wrote:

      Für mich eher 2 Stunden
      Also bitte,
      die komplette Datei mit den 3 Mop, vertikal und 2x z-konstant inclusive öffnen im NC-Corrector in 3:58.
      Ein Screencast dazu
      Und wie man sieht hab ich mich gar nicht beeilt.
      Ich begrenze hier die Werkzeugwege der Oberseite mit einem Begrenzungswinkel, den hat von Euch wahrscheinlich kaum einer benutzt. Sobald ich den Winkel senke werden keine 90° Werkzeugwege mehr erzeugt. Das ich hinterher auf 45° gegangen bin bestimmt nur wie weit die Werkzeugwege "um die Ecke gehen".

      grüße

      The post was edited 1 time, last by fraesoholic ().

    • Hallo,

      die im 1. Post gewählte Bearbeitungsstrategie "Parallel abzeilen in X-Richtung" (die linken Buttons) ist für das Teil ungünstig:
      • Zum Schlichten wird ein 2,5mm Fräser mit 15% Zustellung verwendet.
      • 15% von 2,5mm sind 0,375mm -> das ist dann das feste Raster bzw. Abstand der einzelnen Fräsbahnen in dem der Fräser beim schlichten über das Werkstück fährt.
      • Die Problematik ist folgende:
        • Nehmen wir mal an wir haben eine Materialkante bei Y = 10mm
        • Nun kommt der Fräser bei einem Raster von 0,375 allerdings nur bei 9,75 und 10,125mm vorbei - die 10 trifft er nie.
        • 9,75mm ist vor der Kante und wird noch gefräst / 10,125 ist aber schon hinter der Kante und der Fräser bleibt oben.
        • Am Ende ist die Kante also bei 9,75mm und es bleiben 0,25mm zu viel Material stehen
          (zu wenig Material kann nicht passieren - Estlcam verletzt nie das Teil, es kann nur zu viel stehen bleiben)
      • Der Worst case in dem Fall ist der Fräser würde bei 9,626 und 10,001 vorbeikommen - dann haben wir sogar 0,374mm zu viel Material.
      • Und auf der Gegenseite der Nut kann dasselbe passieren - also nochmal 0,374mm zu viel.
      • Dazu kommt auch noch die Berechnungspräzision die im Beispiel auf 0,2mm eingestellt war und ebenfalls auf beiden Seiten nochmal zuschlagen kann.


      Geeignet wäre für das Teil die Bearbeitungsstrategie "Schichtweise / Konturparallel bearbeiten" (der jeweils rechte Button)
      Dann werden die Maße in der X/Y Ebene im Rahmen der gewählten Berechnungspräzision genau, dafür bilden sich dann allerdings Treppenstufen auf den Rundungen vorne.

      Möchte man die auch noch weitgehend reduzieren muss man die Zustellung beim Schlichten drastisch reduzieren - z.B. auf 1% was dann allerdings auch entsprechend die 15-fache Bearbeitungszeit bedeutet.

      Alles in allem ist so ein Teil sehr viel genauer und schneller in 2d mit einmal umspannen herstellbar.

      Christian
    https://www.daswetter.com/