Opferplatte wie oft planen. Tipps für Durchfräsung gewünscht

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    • Opferplatte wie oft planen. Tipps für Durchfräsung gewünscht

      Hallo zusammen,

      Ich habe per Suche nichts gefunden, das Problem müsste aber jeder mit Opferplatte haben.

      Ich habe das Aufspannsystem von Andreas mit 50mm Raster. Siebdruckplatte als Aufspannplatte und OSB Platte mit Durchgangslöchern als Opferplatte.

      Die OP habe ich plan gefräst und die ersten Teile gefertigt. Die Konturen der Bauteile sind deutlich in der OP zu sehen.
      Bei Durchfräsung gibt es immer Spuren. Auch durch stark schwankende Materialdicken passiert mir das. Plattenstärke am Rand gemessen und Oberfläche mittig wo gefräst wird angetastet. In der Mitte ist die Platte dünner gewesen und somit habe ich 0,6MM zu tief gefräst.

      Bei dem Verschleiß muss ich die OP bereits nach wenigen Teilen erneut planen.

      Wie macht ihr das? Einfach rein fräsen und entsprechend häufig planen? Oder schütz ihr die?

      Gruß Patrick
      Estlcam V11 - Steuerung Arduinoclub Estlcam BOB - Fusion360
    • Hallo Patrick!

      Einerseits stören mich die paar Riefen in der Opferplatte wenig. mit schleifpapier hole ich den Grat runter und dann ist alles wieder plan. Bevor da ein Teil reinkippelt dauert es. Andererseits lege ich bei Durchfräsungen auch einfach Pappe unter, wenn es sich machen läßt. Auf den Vakuumtisch lege ich ein Stück Schwimmbeckenfolie, in das meine Fräse entlang der Kanäle kleine Löcher gebohrt hat. Die opfert sich natürlich dann irgendwann auch.

      Grüße
      Jörg
      Der sich mit dem Schaltplan einer Taschenlampe auskennt. ;)
    • Hi,

      neu planfräsen tue ich erst, wenn das Werkstück nicht mehr aufliegt, sondern schwebt oder kippelt :D. Das ist erst der Fall wenn über größere Flächen die Opferplatte komplett weggefräst ist. Nuten und "Schweizer Käse" tut der Funktion keinen Abbruch..

      Wenn Fransen an den Einfräsungen in der Opferplatte sind, ziehe ich die kurz mit einem Schleifklotz ab.

      Was auch hilft: Z=0 auf Höhe der Opferplatte verlegen, nicht auf die Oberkante des Werkstücks.
      Gruß

      Andreas
    • Zuerst mal könntest du den z-Nullpunkt auf die Opferplatte legen statt auf Materialoberseite, dann spielt schwankende Materialdicke keine Rolle. Und ja, die Opferplatte ist zum Opfern da ;-), ich habe z.B. gar keine feste Opferplatte, sondern schraube die halt drauf, wenn ich durchfräsen muß, und weil die Opferplatte bei jedem Wetter anders krumm ist (dummerweise Buche Leimholz), muß ich bei genauen Teilen sowieso vor jedem Frästag planfräsen. Aber das ist in 10 Min gemacht, das läuft von alleine, und ein bißchen was vorbereiten muß man parallel ja eh noch immer.
    • Paddycube wrote:

      ... Bei Durchfräsung gibt es immer Spuren. Auch durch stark schwankende Materialdicken passiert mir das. ... Wie macht ihr das?
      Hallo Patrick,

      Einfach nicht rein fräsen. Das ist kein Scherz und klappt prima. Die schwankende Materialdicke ist dabei unerheblich. Wichtig ist die im Gcode angegebene Frästiefe.

      Das geht wie folgt:
      • Bezugsebene ist die Auflagefläche des Werkstücks (die Opferplatte).
      • Eine Tastplatte auflegen und diese anfahren. Wenn diese z.B. 2mm dick ist, danach in der Istwertanzeige diese 2mm eintragen. Jetzt weiss man den exakten Abstand des Fräsers zur Opferplatte.
      • Die Z-Achse auf das im Gcode geforderte Zielmaß fahren. Z.B. Gcode Z-10 --> Istposition +10mm über Opferplatte.
      • Dann die Z-Achse nullen. Der Fräser steht jetzt an der optimalen Nullposition, an der nichts beschädigt wird und
      • jetzt endet die maximale programmierte Frästiefe immer auf der Aufspannebene.


      Einfach mal ausprobieren.


      Edith sagt noch: Nachtrag.
      Diese Methode schützt auch meine Saugplatte/Vakuumplatte vor Beschädigung. Egal ob mit Gummimatte, Klebeband oder Zeitung, Bezugsebene ist immer die Auflagefläche des Werkstücks. Und zu dieser ist der Nullpunkt nach oben verschoben. So bleibt auch das Koordinatensystem erhalten.


      Es grüßt der
      Raimund

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    • Hallo Patrick

      Wie bereits geschrieben, das dauert bis was kippelt und dann hat die Fräse ja doch eine ordentliche Aufspannfläche, mal links, mal rechts und mittig abwechselnd fräsen, schön ausgewogen.
      Ich fräse jetzt auch viel und ich hab sie seit Ostern genau 1 x abgerichtet. Als Opferplatte ist MDF zu empfehlen, da sehr plan und wenig Feuchtigkeitsschwankend, des weiteren ein Werkstücklängenmesser. Seit ich den dran habe, fräse ich nur noch sanft in die Opferplatte.

      Grüsse

      Dieter
      Sie dürfen nicht alles glauben was sie denken. (Heinz Erhardt) ;)
    • Hallo,

      danke für die vielen Tipps.
      Ich bin doch überrascht, wie wenig maßhaltig Holzplatten sind. Gestern Leimbuche aus dem Baumarkt, angegeben als 18mm, gemessen zwischen 19 und 19,7mm. Ich habe zunächst an einer Ecke die 19,7mm gemessen und die als Frästiefe genommen. An einer anderen Stelle die Oberfläche angetastet und schwupps 0,5mm in die Opferplatte gefräst.

      Die Bezugseben auf die Opferplatte legen klingt interessant. Da wäre die Dicke des Materials recht egal. Ich stelle mir da nur den Werkzeugwechsel schwierig vor.

      Aktuell mache ich das so:
      1. Werkzeug einspannen und mit WZLS messen
      2. Oberfläche antasten, fräsen
      3. Werkzeugwechsel und erneute WZLS Messung an der vorherigen Stelle

      Dabei bleibt die Stelle der WZLS Messung gleich, immer eine Stelle an der Oberkannte des Werkstücks, die beim Fräsen erhalten bleibt.

      Wenn ich dies nun Umstelle auf die Opferplatte wäre die Vorgehensweise ja identisch. Bei kleinen Werkstücken sicher kein Thema.
      Mein Fräsbereich ist aber recht klein mit 700x420mm. Wenn ich nun eine Standardplatte 400x800 auflege, ist die geplante Fläche der Opferplatte bis auf 20mm ausgereizt. Mein WZLS ist größer und würde dann nicht mehr daneben passen. Ich müsste dann das Werkstück entnehmen, messen und neu Aufspannen. Das wird nix werden.
      Wie kann ich in so einem Fall vorgehen?

      Grüße Patrick

      PS: Karton und Kork werde ich mal ausprobieren. Habe da noch einiges herum liegen
      Estlcam V11 - Steuerung Arduinoclub Estlcam BOB - Fusion360
    • Sind die Werkstücke wirklich immer so groß, dass die gesamte Fräsfläche benötigt wird? Oft ist der "hintere rechte Teil" ungenutzt und ein guter Platz für den WZLS.
      Du kannst es drehen und wenden wie Du willst - aber es hilft nix, Du brauchst eine Stelle im Fräsbereich für den WZLS, sonst wird das nicht gescheit laufen. Also einfach die Platten anders zuschneiden, dass es passt.
      Gruß

      Andreas
    • Das kommt doch stark drauf an wie du mit dem WZLS misst.
      Je nach Software muss der ja nicht zwingend auf Z0 stehen um die Werkzeuglänge zu bestimmen.
      Meiner Steht zwar immer fest auf der Opferplatte, aber da ich aktuell meist in Schraubstöcken Fräse ist das nie mein Z0.
      Ablauf ist halt, Fräser am WZLS Abnullen. Auf gewünschter Fläche Z0 setzten. Bei einem Werkzeugwechsel entsprechend über WZLS wieder Die Länge bestimmen.
      Solange der WZLS dabei auf der selben Z höhe sitzt geht das wunderbar.
      Man muss halt an der Stelle die Werkzeuglänge messen und nicht Z0 setzen.....
      Grüße,
      Klaus
    • Also meine alte Multiplexplatte auf der Holzfräse war nach dem Planfräsen oft kurze Zeit später schon gerne um bis zu 0,1mm uneben.
      Ich habe zum durchfräsen immer ein paar dünne MDF Platten mir durchgehendem Lochmuster. Die wird dazwischen gelegt und wenn sie verbraucht ist, entsorgt.
      Und besonders jetzt mit der Aluspannplatte.
    • Hallo
      Ich fräse immer bis zu 0.5mm durch dafür liegt auch eine billige plangefräste OSB Platte auf der Fräse mit der werden auch die Werkstücke mit Spax nieder geschraubt weil die Massivholzplatten oft sehr krumm sind.

      in Tischlereien wird weitgehend auf Opferplatten verzichtet.

      da werden verstellbare Vakuum Stempel verwendet wo das Werkstück rundherum frei ist. und wenn Konturen gebraucht werden die nicht auf die Stempel passen dann wird nur bis auf 3mm Tiefe gefräst und dann mit einer Oberfräse mit Anlaufring die Konturen fertig gefräst.
      lG
      Fadi

      Baubericht der 107XL, Idee und Planung der Querfräse, Sparkcube v2.0 H+200 3D Drucker
    • Hallo zusammen

      Was meiner Meinung nach immer hilft, um Holz gegen Feuchtigkeit zu schützem ist eine lackierte Fläche, auch geölt hilft es wahrscheinlich besser, als unbehandelt.
      Klar ist eine Aluplatte die eleganteste Lösung die kostet aber auch etwas mehr als eine MPX Platte.

      Ich habe meine MPX lackiert und die Opferplatte draufgeschraubt und plangefräst. Das hat bisher immer gut gepasst, was ich an Präzision von der Maschine erwarte.

      Grüsse und einen tollen Tag

      Dieter
      Sie dürfen nicht alles glauben was sie denken. (Heinz Erhardt) ;)
    https://www.daswetter.com/