Vakuumaufspannung Pumpe / Technik

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    • Vakuumaufspannung Pumpe / Technik

      Hallo zusammen,

      ich würde in Zukunft für einige Projekte gerne meine Werkstücke per Vakuum halten, um so z.B. Bauteile flächig plan fräsen oder ohne Haltelaschen ausfräsen zu können.

      1.
      Ein Problem bei dem ich leider nicht so recht weiter komme ist die Auswahl eine geeigneten Vakuumpumpe.
      Zum Halten kleiner Bauteile benötige ich einen möglichst großen "Unterdruck". Bei Durchfräsungen sollte dieser möglichst bestehen bleiben, wodurch ein hoher Volumenstrom benötigt wird. Leider muss ja bekanntlich ein Kompromiss zwischen den beiden getroffen werden.

      Welche Pumpen haben sich hier für euch bewährt? Da ich die Abluft schlecht weg bekomme, wäre außerdem eine ölfreie Pumpe ideal...

      2.
      Was nutzt ihr als "Unterlage"?
      • Einen Aluminiumtisch mit Dichtschnur? -> Für's plan fräsen denke ich gut, Durchfräsungen wohl eher schwierig
      • Eine projektspezifisch gefräste Platte (bspw. aus Holz) mit Löchern nur da, wo später nicht gefräst wird? -> Extra Aufwand aber ermöglicht Durchfräsungen
      • MDF Platte -> Soll wohl einfach sein, benötigt aber viel Volumenstrom


      Ich wäre euch für Ideen und Anregungen zu 1. und 2. sehr dankbar :)

      Viele Grüße
      Josh
    • Hallo,

      da gibt es leider keine eierlegende Wollmilchsau bzw. hohes Vakuum und hoher Volumenstrom wird unverhältnismäßig teuer und energiehungrig (geht dann schnell in den Bereich mehrerer tausend Euro und mehrerer kW Stromverbrauch).

      Für Kleinteile die hohes Vakuum benötigen ist man aus meiner Sicht mit billigen Drehschieberpumpen gut bedient - kosten so um die 100 bis 150 Euro.
      Nachteil: das Vakuum bricht schon beim kleinsten Leck sehr stark ein und es entsteht beim Betrieb ein Ölnebel - also nichts für die Wohnung.

      Für große Teile die mit wenig Unterdruck auskommen aber gewisse Leckagen toleriert werden müssen den Hausstaubsauger (bei gelegentlicher Nutzung) oder ein Industriesauger (wenn er oft genutzt wird). Beim Hausstaubsauger sollte immer etwas Leckage vorhanden sein damit der Motor wenigstens ein bisschen gekühlt wird.

      Es ist halt eine Spanntechnik bei der man schon im Voraus ein bisschen mitplanen muss um Lecks zu minimieren und die auch nicht für alles geeignet ist.

      Christian
    • Bei kleinen Teilen kannst du das mit dem Vakuum vergessen. -1Bar Da kannst du dir anhand der Fläche ausrechnen mit welchem Druck das Werkstück angedrückt wird. Die Fräskräfte übersteigen diesen Druck sehr oft.

      Ich will mich aber gerne eines besseren belehren lassen, denn das sind nur meine Erfahrungen.
      Idee -> QCAD-Pro -> Estlcam 11 -> TNG v2 -> PFM2.6
    • Hallo Josh,

      ich habe eine Drehschieber-Pumpe Becker VT/VX 40 für meinen GAL 600x400. Drehschieber sind der trockene Kompromis zwischen Seitenkanaverdichter (Volumen) und Kolbenpumpe (hohes Vakuum). Seitenkanalverdichter benötigen einen Vlumenstrom / Leckage, sonst richt das Vakuum zusammen.

      Für einen Rasterstisch ohne Durchfräsung würde ich eine Thomas-Pumpe (500W bzw 70l/Min Kolben-Pumpe) empfehlen. Vakuumbehalter davor und während des Fräsenes dann die Pumpe abschalten. Man kann auch Vakuumpads nutzen und sofar 3D-drucken.

      Schau Dir auch nal den selbst gebauten Vakuumtisch von @Alois73 an. Ich hat wohl eien Aufspannplatte aus Alu mit (wenigen) Vakuumlöchern. Aud diese kann er verschieden Vakkumplatten spannen, die durch die Löcher entsorgt werden.


      Beim Lochrastertisch kann man Lochgummi-Matten dazwichen legen.

      Alternativ probiere die "Blue-Tape-Methode". Einfach Werkstück mit doppelseitigem Klebband aufkleben. Hält, insbesondere bei kleinen Teilen, erstaunlich gut.

      Ich komme im Moment leider nicht zum Fräsen, da ich im Zuge des Umbaus auf Riemenumleknung die gesamte Fräse neu ausrichte... dsher aktuell nciht mehr Praxis.


      VG, Björn

      The post was edited 1 time, last by BjoernK ().

    • BjoernK wrote:

      Alternativ probiere die "Blue-Tape-Methode". Einfach Werkstück mit doppelseitigem Klebband aufkleben. Hält, insbesondere bei kleinen Teilen, erstaunlich gut.
      Die Blue tape Methode hat nix mit Doppelseitigem Klebeband zu tun.
      Bei der Bluetspe Methode werden beide Seiten mit Malerabdeckklebeband beklebt.
      ebay.de/i/274416471666?chn=ps&…4h1Fo11sMyE0aAr05EALw_wcB
      Die diese beklebten Seiten werden dann mit Cyanacylat (Sekundenkleber) zusammen geklebt.
      Aber auch da muss man sehr sauber Arbeiten um Maximale halt zu erzeugen.
      Idee -> QCAD-Pro -> Estlcam 11 -> TNG v2 -> PFM2.6
    • Vielen Dank für die zahlreichen Antworten!

      Auch wenn die handelsüblichen Drehschieberpumpen ein hohes Endvakuum erreichen und ich den Volumenstrom von ca. 300 l/min bzw. 18 m³/h auch nicht so schlecht finde (hängt natürlich von der Anwendung ab, ob es reicht), ist für mich glaube ich der Ölnebel ein zu großes Argument dagegen. Außerdem kann die Pumpe wohl auch nicht durchlaufen. Ob es für einen Fräsjob reichen würde steht leider nirgendwo.

      Die "Blue-Tape-Methode" habe ich bei kleinen Bauteilen aus Messingplatten auch schon einmal getestet und so wie oben beschrieben funktionierte es bei mir auch sehr gut!

      Aus BjoernK's Thread lese ich, dass wohl eine Kombination aus MDF + Gummimatte + SKV/Staubsauger ganz gut funktionieren soll. Da ich einen Kärcher Nass/Trockensauger mit ca. 1300 W besitze, könnte ich natürlich so erst einmal abfahren. Die Frage wäre dann noch Tisch bauen oder kaufen. Luftschlauch Adaption würde man dann vermutlich mit einem PVC Rohr machen (cncwerk.de/forum/viewtopic.php?f=8&t=472&hilit=vakuumtisch, siehe Seite 4).

      BjoernK wrote:

      ich habe eine Drehschieber-Pumpe Becker VT/VX 40
      Die Daten zu deiner Pumpe sehen ganz gut aus + Trockenläufer, aber > 1000€ für eine gebrauchte Vakuumpumpe übersteigt leider mein für dieses "Update" vorgesehenes Budget ||

      Viele Grüße
      Josh
    • CNC_Josh wrote:

      ... Da ich einen Kärcher Nass/Trockensauger mit ca. 1300 W besitze, ... noch Tisch bauen ...
      Hallo,

      wenn Du trocken und vorzugsweise Holz und Kunststpff fräsen möchtest, würde ich zuerst zu einer selbst gebauten MDF-Saugplatte raten. Der Aufwand und die Kosten sind sehr überschaubar.

      Vor einigen Wochen habe ich für mich eine vereinfachte Version des Modells aus dem CNCwerk gebaut und ich bin sehr zufrieden.

      Unten ist eine MDF-Platte 12mm stark, in die die Kanäle (8mm tief) eingefräst wurden. Diese Platte wird nur an den Ecken mit vier M4 oder M5 Schrauben gegen verrutschen gesichert. Aussen ist ein Rand (Höhe 14mm) geleimt, in dem sich auch die Anschlussröhrchen befinden. In diese Wanne ist eine Platte 3 ... xx mm eingelegt, die am Rand mit einfachem Paketklebeband abgedichtet ist. Ausser dem Rand ist nichts verleimt.

      Das Ganze funktioniert wie folgt:
      Auch der Boden dieser Saugplatte ist undicht. So wird er automatisch perfekt an die ebene Bodenplatte der Fräse angesaugt und ist so faktisch wieder dicht.




      Auf dem Foto sieht man, dass ich überwiegend mit einer Fräsunterlage aus 3mm Tischfolie arbeite. Viele meiner kleinen Frästeile sind ziemlich zerbrechlich, müssen aber dennoch sicher befestigt werden. Dazu verwende ich Doppelklebeband. Das klebt zwar saugut, aber das Lösen des Werkstücks und die Entfernung der Kleberreste sind immer eine Herausforderung.

      Deshalb arbeite ich mit einer Kombination der Klebeband- und Bluetape-technik. Einziger Zweck dieses Aufwandes ist das sichere und leichte Entfernen des Werkstücks ohne Kleberreste.

      - Die Saugplatte hält sich selbst an der Fräse fest.
      - Darauf wird die Tischfolie angesaugt.
      - Darauf ein Streifen billiges Malerabdeckband.
      - Und darauf zum Schluss - mit Doppelklebeband - das Werkstück.

      Der Vorteil ergibt sich erst nach dem Fräsjob. Das Papierklebeband klebt zwar sicher auf der Tischfolie, lässt sich aber leicht ablösen. Um jetzt jegliche Biegebelastung vom Werkstück fernzuhalten, zieht man die Tischfolie langsam nach unten von dem Papierklebeband (und dem Werkstück) ab. So ist nur sehr wenig Kraft zum Ablösen erforderlich. Genau so einfach ist es, das Papierband mit dem Doppelklebeband vom Werkstück zu trennen.

      Ich hoffe, das war einigermaßen verständlich. Jedenfalls habe ich jetzt keine Probleme mehr mit vom Ablösen vermackten oder gebrochenen Teilen.


      Es grüßt der
      Raimund
    • Hallo Josh,

      bau Die erst mal den Tisch von Raimund.

      Einige Baumärkte verkaufen HDF als MDF. Manchmal ist das MDF auch von hinten (klar) beschichtet. Beide funktioniert nicht als „poröse“ bzw. luftdurchlässige Vakuumspannplatte.
      Als Test Mund dran halten und durch saugen.

      Ich würde noch empfehlen, ein Vakuummeter (10 EUR) zu kaufen und in den Vakuumverteiler ein zu bauen. Du solltest mit dem Kärcher ca -200mbar bzw 800mbar absolut erreichen. Die müssen auch gehalten werden, sonst ist die Leckage zu groß und das Werkstück kann sich lösen.

      Bei meinem Werkstattsauger ging immer wieder der Bypass an. D.h. wahrscheinlich kannst du runter regeln oder besser Du baust noch ein Ventil ein um gezielt Leckageluft zur Kühlung des Saugers dazu zu geben.

      Mit einem Miele Staubsauger aus 2008 mit 2.000 W konnte ich mit 900W Das Vakuum erzeugen. Der wird aber warm, da. Ich gekühlt.

      Viel Erfolg!
    • Hallo Raimund, vielen Dank für deinen bebilderten Bericht! Ich kann dein Vorgehen gut nachvollziehen und werde es wohl auch mit einem solchen Tisch probieren. Ich überlege noch eine sehr dünne MDF Platte als Opferplatte oben drauf zu legen, um evtl. auch direkt zu spannen und durchfräsen zu können. Dies wird aber vermutlich nur bei großen Bauteilen funktionieren, da das Vakuum sicherlich sonst nicht ausreichend ist.

      BjoernK wrote:

      Ich würde noch empfehlen, ein Vakuummeter (10 EUR) zu kaufen und in den Vakuumverteiler ein zu bauen.
      Auch ein guter Hinweis, danke!

      Viele Grüße
      Josh
    • CNC_Josh wrote:

      ... Ich überlege noch eine sehr dünne MDF Platte als Opferplatte oben drauf zu legen, um evtl. auch direkt zu spannen und durchfräsen ...
      Hi,

      Wenn man unbedingt auch in die obere Platte hineinfräsen will, ist sie auch die Opferplatte. Sie ist nur in den Sperrholzrahmen eingelegt, mit Papierklebeband abgedichtet und leicht austauschbar. Und vorher kann man sie (mehrfach) planen.

      Tipp:
      Direkt zum Anfang und nach jedem Austausch eine Reserve-Oberplatte fräsen. Dabei am Besten ein Blatt Zeitungspapier unterlegen. Das schafft den nötigen Abstand zur Saugplatte. Es wird maximal das Papier angeritzt. Mir fällt jetzt spontan auch kein Fall ein, bei dem ich meine(n) Saugplatte/Vakuumtisch beschädigen müsste.


      Grüße vom
      Raimund
    https://www.daswetter.com/