Unsicher mit Fräsparametern

  • Hab zwar noch keinen Verglüht, aber meine auch das die in HPL mehr leiden als in 7075er Alu.

    Grüße

    Daniel


    Idee -> QCAD-Pro -> Estlcam 11 -> TNG v2 -> PFM2.6

  • Wenn der Fräser verklebt, ist der Span zu groß. Höhere Drehzahl oder geringere Vorschub verkleinern den Span.


    Wenn der Fräser verklebt, schneidet er nicht mehr.

    Bei Holz? Bei Alu, wenn der Span verklebt wird das Material zu warm, also Drehzahl runter und oder Vorschub höher.

    Grüße

    Daniel


    Idee -> QCAD-Pro -> Estlcam 11 -> TNG v2 -> PFM2.6

  • Wenn der Fräser verklebt, ist der Span zu groß.

    Das stimmt nicht. Der Span muß die Wärme abführen. Feine Späne speichern wesentlich mehr Wärme als grobe Späne und führen sie damit nicht so schnell ab. Wenn durch Hitze Späne am Werkzeug kleben dann setzt man allgemein den Vorschub hoch oder die Drehfrequenz runter, nicht umgekehrt. Das ist Grundwissen Zerspanung.

    Bei Alu, wenn der Span verklebt wird das Material zu warm

    Aluminium wird beim fräsen nie so heiß das es klebt. Das ist einzig ein Ergebnis das durch die (falsche) Legierung entsteht. Aluminium-Knetlegierungen sind so weich das der Span sowohl wieder am Aluminium als auch am Werkzeug klebt (AlMgMn, AlMg und AlMgSi ). Diese Legierungen sind einfach nicht zum Fräsen geeignet, da kann man diskutieren wie man will. Mit der Temperatur hat das gar nichts zu tun. Eine gute Übersicht über gängige Legierungen ist hier zu finden. Ich kaufe kupferhaltige Legierungen (AlCuMg1 oder 2017) zum fräsen und habe keinerlei Probleme damit. Der Fräser ist zweitrangig weil der durch diese Legierungen wie durch Butter geht, ich kaufe dafür auch keine extra Alu-Fräser sondern verwende die PMMA Fräser die schon älter sind. Und kleben von Spänen kenne ich nicht bei diesen Legierungen.
    Knetlegierung habe ich mal vor Jahren getestet. Durch den Materialaufbau am Fräser sind HM-Fräser gebrochen. HSS-Fräser gingen besser, aber eine saubere Kante gab es nie, eben weil die Späne wieder ins Material getrieben wurden.


    grüße
    ralfg

  • ... Eben. Aber das Alu klebt nun mal weil es zu Warm wird. Ob er nun am Alu und oder Fräser klebt is doch egal, die Ursache ist das das Material schmilzt. Also Drehzahl runter und oder Vorschub hoch.

    Grüße

    Daniel


    Idee -> QCAD-Pro -> Estlcam 11 -> TNG v2 -> PFM2.6

  • die Ursache ist das das Material schmilzt.

    Bitte, lies Dir mal die Materialeigenschaften von Aluminiumlegierungen durch. Dann wirst Du auf den ersten Blick sehen das das Unsinn ist.
    AlMg3, also eine Knetlegierung die sich kaum fräsen lässt, hat einen Schmelzpunkt von 640°C. Weichglühen tut man es bei 360°C. Also ist es bei 360°C noch genauso fest wie im kalten Zustand. Wenn Du auf der Fräse solche Temperaturen am Material erreichst würde ich mal einen Fräser statt einer Feile einsetzen.
    Der Schmelzpunkt einer sehr gut fräsbaren, kupferhaltigen Legierung AlCuMg1 liegt gut 50°-80° C niedriger. Sie müsste nach Deiner Angabe also früher schmieren.
    Es geht bei Metallen rein weg um die Härte und die ist bei gut zerspanbaren Legierungen gut doppelt so hoch.


    grüße

  • Sorry schmelzen ist auch nicht das richtige Wort. Es wird weicher als es schon ist und fängt an zu schmieren.
    Wenn wir uns bei der Ursache auch nicht einig sind, dann hoffentlich bei der Gegenmaßnahme.

    Grüße

    Daniel


    Idee -> QCAD-Pro -> Estlcam 11 -> TNG v2 -> PFM2.6

    Edited 2 times, last by Bambusbjoern ().

  • Wow so viele Antworten, vielen Dank.
    Ein Set von EU_HOZLY ist jetzt unterwegs zu mir. Weil ich so lange nicht warten will habe ich noch einen Einschneider und Zweischneider Uni je 6mm.
    Damit sollte ich für den Anfang zurecht kommen.


    Den Einwand mit Estlcam und Koordinaten habe ich nicht verstanden. Estlcam hat doch zwei Koordinatensysteme und dank Referenzfahrt sollte der Maschinennullpunkt doch immer an der selben Stelle sein.
    Wenn ich dann im CAM den Nullpunkt gezielt setze kann ich die Maschine doch gezielt platzieren.


    Patrick

    Estlcam V11 - Steuerung Arduinoclub Estlcam BOB - Fusion360

  • Ursache von Aufbauschneiden ist wohl auf Alu zu übertragen.

    Nein, das ist nicht übertragbar. Eisenmetalle härten beim Zerspanen aus. Die Aufbauschneide wird härter als das Ursprungsmaterial. Im Intervall bricht die Aufbauschneide vom Werkzeug ab und kann dabei die Schneide beschädigen. Durch die größer werdende Oberfläche wird mit jedem Intervall die Aufbauschneide größer. Das führt zu schnellem starken Verschleiß des Werkzeugs.


    Bei Aluminiumlegierungen gibt es thermisch härtbare und thermisch nicht härtbare Varianten. Die Knetlegierungen sind thermisch nicht härtbar. Sie behalten im gesamten Temperaturverlauf die gleiche Härte. Bei Aluminium kann es durch Bearbeitung zu einer oberflächlichen Erweichung kommen, in dessen Folge makroskopisch gesehen ein unruhiges Aussehen der Oberfläche entstehen kann. Der Grund liegt dabei in der schnellen Wärmeabführung von Aluminium. Aus diesem Grund können beim falschen Polieren sehr kleine Krater entstehen, so das es keine spiegelnde Oberfläche gibt. Diese Erweichung bedeutet aber nicht das das Material flüssig wird sondern das die Oberfläche nicht homogen weich wird.
    Werkzeuge zum Verformen von Knetlegierungen werden deshalb auf 200°C vorgewärmt um eine bessere Oberfläche zu erhalten.
    Ich hab jetzt keine Lust weiter in die physikalischen Eigenschaften einzutauchen, Aluminium reagiert nicht wie andere Metalle. Hier ist eine Matrix mit Temperatur und Härte, an der man sehen kann das sowohl AlMg3 (Knetlegierung) als auch eine härtbare Legierung im nahezu gesamten Temperaturbereich die gleiche Härte behält.

    Bei Aluminium ändert sich die Fließspannung in Abhängigkeit zur Formänderungsgeschwindigkeit. Das bedeutet das bei schnellerer Formänderung die Fließspannung bei gleicher Härte abnimmt. Das ist grundsätzlich anders als bei Eisenmetallen. Wenn ich also Aluminium strangpressen will schieße ich es möglichst schnell durch die Form. Fürs Fräsen ist das aber unerheblich.


    Aluminium in reiner Form ist so weich das man es weder fräsen noch schleifen kann. Es verklebt das Werkzeug oder die Schleifpartikel. Dabei behält es seine Härte. Für Umformprozesse ist das allerdings von Vorteil. Um Aluminium mechanisch bearbeiten zu können werden Legierungen hergestellt. Das ändert nichts am Aluminium, auch nicht unbedingt etwas an der Härte, aber an der Eigenschaft. Durch geringste Zusätze von Magnesium (1-5%) wird die Schmelze dünnflüssiger ohne die Eigenschaften im kalten Zustand zu ändern. Kupfer, Zinn, Silizium setzen die Festigkeit und Härte herauf, ohne die gute Verformbarkeit zu beeinträchtigen. Die Dehnbruchgrenze wird durch die minimalen Zusätze auf das 10-fache hochgesetzt. Durch Kupfer, Zinn und/oder Silizium werden aushärtbare Legierungen hergestellt.
    Das Besondere an Aluminium ist das die Eigenschaften des Aluminiums sich durch kleinste Zugaben von anderen Materialien grundsätzlich ändern lassen. Das ist auch ein großer Unterschied zu anderen Metallen. Wenn ich eine harte Goldlegierung möchte muss ich 20-30% Kupfer oder Zinn zugeben, was dann aber nicht nur die Eigenschaften sondern auch eine Farbänderung mit sich bringt. Mit 1-5% Zugabe von anderen Bestandteilen kann ich die Eigenschaften anderer Metalle nicht ändern.


    So, jetzt die kurze Zusammenfassung. Aluminium in Reinform ist höchstens als Alufolie zu gebrauchen. Bei Aluminium Legierungen werden durch minimale Zugaben anderer Stoffe sehr einfach spezialisierte Legierungen hergestellt. Die Spezialisierung schliesst aber die intermediäre Verwendung oft aus. Man kann eine weiche Knetlegierung kaum zerspanen, aber sehr gut schneiden. Zum Zerspanen gibt es spezielle Legierungen. Genau wie es welche gibt die sich gut schweißen lassen, sehr hart sind, sich gut anodisieren lassen oder die Salzwasserfest sind. Diese Legierungen sind menschengemacht, also planbar und nachvollziehbar.


    Hier irgendwelche Vergleiche mit anderen Metallen zu ziehen geht nicht. Kauft Euch eine zerspanbare Legierung und Ihr werdet glücklich.


    grüße
    ralfg

  • Hier kam ja die Frage auf warum die Chinaspindel mit Estlcam gefühlt zwischen 8000 und 12000 rpm nix verändert.


    Der Fu liefert bei 100HZ 6000 rpm . Bei 200 HZ 12000, 300 HZ 18000, 400 HZ 24000.
    Vorausgesetzt alle Parameter sind richtig gesetzt


    Das allein reicht aber nicht in der Kombi mit Estlcam. Dort muss das ganze noch an das 0-10 Volt Signal angepasst werden. Dazu gibt es in Estlcam einen Menüpunkt. Bei Interesse such ich den mal raus. Hab hier keinen Zugriff aufs Programm grad


    Edit: unter dem Reiter FRÄSMOTOR den Wert für PWM Maximallänge anpassen. Meinen musste ich bis 86% runtersetzen bis es genau passt von 6000 bis 24000 rpm

  • Hallo zusammen,


    Es ist vollbracht, die ersten Späne sind geflogen und sowohl Fräser als auch der Senker haben es überlebt. Obwohl letzterer Kontakt mit Rampa Muffen hatte.


    Heute habe ich die Aufspannplatte gefertigt. Zuerst bin ich mit dem Senker rum und habe an jeder Stelle einer Muffe einmal kurz eingestochen. Wollte sichergehen dass es passt und am Rand musste ich eh von Hand bohren. So hatte ich dann schon mal ein schönes Raster.


    Nachdem alle Handarbeiten erledigt waren, Platte wieder montiert und zum Spass einmal die Fahrwege eingraviert.


    Jetzt wollte ich es aber wissen und hab den 4mm Fräser rein gemacht. Ich musste einfach die ersten Löcher ausprobieren.


    Was soll ich sagen, es hat geklappt.


    Die Parameter werde ich mal prüfen. Auf dem FU steht 100 Hz wenn in Estlcam auf 12.000 steht.
    Bei 24.000 steht der auf 394Hz, ich denke das geht so klar.


    Jetzt auf Rampas warten (100 sind zu wenig) und die Absaugung ran.


    Gibt es Tipps zur Zuluft in die Fräskabine? Habe Sorge dass der Sauger einen Unterdruck erzeugt. Ein einfaches Loch will ich aber ungern rein schneiden. Habe Bedenken dass der Lärmschutz dann schlechter wird. Jemand eine Idee?