Unsicher mit Fräsparametern

  • Hallo zusammen,


    die Fräse steht und ich habe mich lange davor gedrückt, endlich mal Späne zu produzieren. Jetzt wird es ernst.
    Nachdem ich Probleme hatte, mich durch die Vielzahl an Fräser zu wühlen, habe ich mir nun einen kleinen Fundus an Fräsern zugelegt. Einige neue von Sorotec, einen Nutfräser für Oberfräsen und einige gebrauchte aus der Bucht für die ersten Brüche.


    Nun steht bei mir das Bohren der Aufspannplatte an. Andreas hat ja schön beschrieben wie die aussehen kann. Es sollen Rampa Muffen im 50mm Raster werden. Dazu wollte ich nun Löcher mit 10.2 oder 10.5mm Durchmesser in die Siebdruckplatte (Aufspannplatte) bohren. Beim Durchmesser bin ich unsicher, laut Hersteller sollte das Loch zwischen 10 und 10,5mm sein.


    Zeichnung ist in Fusion360 erstellt, und in Estlcam habe ich die Bohrungen als Kreistaschen definiert.


    Soweit so gut, nun zu meinem Problem. Als Fräser möchte ich einen 4mm 3 Schneider, nehmen einfach weil ich davon einige da habe. Mit dem Schnittdatenrechner von Sorotec habe ich die Werkzeugdefinition versucht.



    Mir kommen die Vorschubwerte sehr sportlich vor. Auch weiß ich nicht, mit welcher Tiefenzustellung ich da ran gehen kann (wovon hängt die ab?) Meine Fräse ist eine Alu Fräse, ähnlich dem Biber. Ich habe aber keinerlei Erfahrungswerte. Daher bin ich in Estlcam auf einen geringeren Vorschub gegangen. Sollte ich dann nicht auch die Drehzahl senken?


    Gleiches Problem beim späteren Planen der (OSB) Opferplatte. Da soll ein 20mm Nutfräser ran. Laut Sorotec sollte die Drehzahl unterhalb der Mindestdrehzahl meiner China Spindel liegen (aktuell 8000U/min). Daher habe ich eine höhere Drehzahl gewählt und auch den Vorschub erhöht.



    Kann ich mit den von mir eingestellten Werten bedenkenlos starten? Möchte ungern bei den ersten Gehversuchen schon alles zu Klump fahren.
    Diese Themen sind für mich als Anfänger wirklich schwer zu greifen.


    Noch eine Frage zur Begrifflichkeit der Zustellung. Nach meinem Verständnis spricht man von Zustellung und seitlicher Zustellung. Seitliche Zustellung verstehe ich so, wie viel des Fräserdurchmessers ich in X/Y fahren kann. Beispiel bei 4mm Durchmesser und 2mm seitlicher Zustellung würde ich mit dem halben Fräser durchs Material und die andere Hälfte des Fräsers dreht frei (etwa in der vorher erzeugten Nut). Entspricht dies der Räumzustellung in Estlcam?


    Demnach ist die Zustellung wie tief ich in einem Durchgang in Z ins Material eintauchen kann? Damit müsste diese doch von der Schneidlänge abhängen. Ich vermisse im Sorotec Rechner die (Tiefen)Zustellung.


    Vielen Dank für eure Hilfe
    Patrick

    Estlcam V11 - Steuerung Arduinoclub Estlcam BOB - Fusion360

  • Die Paramerer schauen für mich jetzt aber ok aus. Löcher würde ich aber bohren. Einfach nen 10,2mm Kurz Bohrer.
    https://www.ebay.de/itm/FORMAT…34aa4c:g:gW4AAOSw2xpdY~47



    Die gibt es aber auch günstiger.
    https://www.ebay.de/itm/Spiral…35db18:g:0wQAAOSwq5lTnsWN


    Die benutze ich schon seit Jahren um Kernlöcher für Gewinde zu bohren.

    Grüße

    Daniel


    Idee -> QCAD-Pro -> Estlcam 11 -> TNG v2 -> PFM2.6

    Edited once, last by Bambusbjoern ().

  • Hallo,


    danke soweit für die Tipps und das Video. Sehr anschaulich beschrieben.
    Welcher Vorteil bietet mir denn der 6mm Fräser über den vorhandenen 4mm Fräser? Nur Zeitersparnis oder gibt es darüber Hinaus wichtige Gründe?


    Ein 6mm Schaftfräser für Holz steht noch auf meiner Einkaufsliste, ist mir aktuell aber zu teuer (Bruchgefahr zu groß)

    Estlcam V11 - Steuerung Arduinoclub Estlcam BOB - Fusion360

  • Hallo Patrick


    Nur keine Angst, denn dann passiert's wirklich.


    Was ich dir empfehlen kann, nimm eine Papplesperrholzplatte und fräse die zur Übung.
    Ein paar Kreise, Löcher etc. und du bekommst ein Gefühl fürs Maschinchen. Das Holz ist relativ weich und verzeiht doch einiges.
    Wenn du dann ein gutes Gefühl hast gehst du ans wirkliche Material.


    Grüsse


    Dieter

    Viele Grüsse


    Dieter


    Sie dürfen nicht alles glauben was sie denken. (Heinz Erhardt) ;)

  • Hallo,
    10,5mm Löcher für die Rampa Einschraubmuttern, mit einem 8mm Fräser. Sorotec Artikel FSH082.0800.26 VHM-Schaftfräser Z2 Ø8,0mm SL:26 Holz
    Ich schreibe das jetzt bestimmt schon 4 mal hier im Forum.
    Grüße, Franz


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  • Danke für den Hinweis, als Anfänger ist es nicht immer leicht, überall durchzusteigen. Da entstehen auch mal doppelte Fragen (Trotz Suchfunktion).
    Der von Dir vorgeschlagene Fräser ist sicherlich Klasse, ist mir aber zu teuer.
    Ich werde mir mal ein paar 6mm zulegen und dann einfach mal loslegen. Während der Bearbeitung kann ich ja Drehzahl und Vorschub anpassen, wenn es komisch klingt oder qualmt.

    Estlcam V11 - Steuerung Arduinoclub Estlcam BOB - Fusion360

  • Hallo Patrick,
    ich habe den Fräser 2017 gekauft und der hat schon einige Stunden Fräsarbeit geschafft.
    Wenn Du üben willst, sind die billigen Fräser sicher ausreichend.
    Wenn Du aber mehrere 100 Löcher von genau 10,5mm Durchmesser in einem Fräsvorgang in die Opferplatte fräsen möchtest, dann kann ich dir nur empfehlen, nicht an guten Fräsern zu sparen.
    In einem zweiten Fräsvorgang solltest Du die Löcher mit einem Fasenfräser entgraten.
    Beim eindrehen der Rampamuttern schieben sich die Außenränder der Löcher nach oben.
    Ich kaufe auch nicht gerne teuer.
    Grüße, Franz


    Ich möchte noch hinzufügen, die Löcher müssen in die Grundplatte und die Opferplatte gefräst werden. In die Grundplatte kommen 10,5mm Löcher für die Rampamuttern, in die Opferplatte z.B. 8mm Löcher.
    Patrick, Du solltest Rampamuttern mit Innensechskant zum reinschrauben kaufen. Ich habe 18mm lange für die 23mm Siebdruckplatte genommen. Kosten waren, meine ich auch ca > 150 Euro.


    Wenn dann nach z.B. 90 Löchern von 250, der Billigfräser streikt und Nothalt gedrückt werden muss, der Nullpunkt dadurch hin ist, gehts in den Baumarkt eine neue Grundplatte kaufen.

  • Fräse die Löcher lieber mit einem 6er Fräser. Ein 10er Bohrer braucht schon eine niedrige Drehzahl und würgt schnell die Spindel ab . ...

    Grundsätzlich stimme ich dir da zu. Aber was spricht gegen eine Eurohalsaufnahme, Bohrmaschiene rein und fertig.

    Grüße

    Daniel


    Idee -> QCAD-Pro -> Estlcam 11 -> TNG v2 -> PFM2.6

  • Hallo zusammen


    Noch ein anderer Weg, mit einem 8er Bohrfräser zuerst die Löcher bohren und dann nachher mit dem Fräser nachfräsen, dass nutzt dann auch den Fräser im 2.ten Gang nicht so schnell ab.


    Grüsse


    Dieter

    Viele Grüsse


    Dieter


    Sie dürfen nicht alles glauben was sie denken. (Heinz Erhardt) ;)

  • Ja, Andreas entweder so, (die ordentliche Version) oder wie ich: Werkstücknullpunkt irgendwo und vor Programmstart den Bildschirm mit den Maschinenkoordinaten fotografieren. Dann kann man immer (nach Crash und Referenzfahrt) wieder dahin zurück. Z muß gegebenenfalls neu gemacht werden bei Bruch.


    Grüße Jörg

    Es grüßt Jörg, der sich mit dem Schaltplan einer Taschenlampe auskennt. ;)

  • Also noch um nochmal Bezug auf den Bohrer zu nehmen, ich habe das mal mit nem Schnöden alten ehr Stumpfen Holzbohrer und einer 2,2 KW Spindel FU ohne Vector Control gemacht.


    Die Drehzahl habe ich von anfangs 1200 langsam auf 7500 gestellt 400mm/min und 1mm Spanbruch. Mit nem Kurz Bohrer wäre da sicherlich mehr drin. Is doch nur Holz.
    Ich hatte nur das eine Reststück, auf der Rückseite is da dann leider etwas rausgesplittert, was würde bei einer Heilen Platte nicht passieren.



    https://youtu.be/EEnvDgZXmwU

    Grüße

    Daniel


    Idee -> QCAD-Pro -> Estlcam 11 -> TNG v2 -> PFM2.6

  • Die Drehzahl habe ich von anfangs 1200 langsam auf 7500 gestellt 400mm/min und 1mm Spanbruch

    Wie bist du denn soweit mit der Drehzahl runter gekommen? Ich habe meinen FU gemäß Anleitung des Herstellers (sofern man es so nennen kann) parametriert. Die Parameter stimmen mit der Anleitung von Christian (Estlcam) überein. Mit den Daten ist die niedrigste Frequenz 100Hz was nach meiner bisherigen Beobachtung (keine Messung) 12.000 U/Min entspricht. Jedenfalls kann ich keinen Unterschied wahrnehmen zwischen 8.000 und 12.000, ab dann aber deutliche Unterschiede.
    Sicherlich stimmt da was mit meiner Parametrierung noch nicht, da auch weniger als 12.000 U/min drin sein sollten.


    Aber 1.200 U/min mit China Spindel? Wusste nicht dass man da so weit runter mit kommt.

    Estlcam V11 - Steuerung Arduinoclub Estlcam BOB - Fusion360

  • Patrick fräst mit EstlCam.


    Bei meiner älteren Version 10 funktioniert das mit erneuter Refferenzfahrt und den Nullpunkten nicht wie von Euch beschrieben.


    Die neueren Versionen von Estlcam kenne ich nicht.

  • Hallo zusammen


    Ich setze je nachdem wo ich bin und was gerade ansteht den Nullpunkt und auch in der Zeichnung wandert der schon mal von hier nach dort. Nutze ebenfalls Estlcam und komme damit sehr gut zurecht.


    Bin ja noch Anfänger aber je mehr Meter man fräst umso sicherer wird man an der Maschine.


    Zum Thema Drehzahl, ich habe ja nur eine Kress, eine der letzten, die geht runter bis 3500 U/min, war eine spezielle Ausführung, bewege mich aber immer im oberen Drehzahlbereich. Beim HPL hatte ich zu viel und das hat den Fräser verglüht... :D


    Viele Grüsse


    Dieter

    Viele Grüsse


    Dieter


    Sie dürfen nicht alles glauben was sie denken. (Heinz Erhardt) ;)

  • Viele Offtopicfragen ;)


    - Was ist das für ein WZLS? Den hab ich noch nicht gesehen.
    - Wie funktioniert das denn mit dem Sensor in der Kreuzplatte? (die kleine sichtbare Kabelschlaufe meine ich)
    - Der Pneumatikschraubstock ist der von vakuumtisch.de? Wie zufrieden bist Du damit? Wie doll "hebt" sich die Backe/das Werkstück beim Spannen?


    Der NO in der Kreuzplatte ist permanent auf dem Alu des Portalbalkens, bis er über die Tasche kommt. Dann öffnet er und die Maschine stoppt.
    Der WZLM ist ein Eigenbau, und ich kann den nach bau nur empfehlen, der funktioniert Super. Selbst bei einem Krasch, bleibt der heile. Ich kann einfach nicht verstehen wie jemand der eine Fräse hat, 50€ für nen Alublock und nem Drucktaster ausgeben kann. Der DIY Taste hat eine Wiederholgenauigkeit von 1/100, wobei ich da nicjt sagen kann ob es das Umkehrspiel der ZAchse ist.
    Der Pneumatic Schraubstock ist für Holz ok, aber für genaues Arbeiten im 1/100 bereich nicht zu gebrauchen, der ist ehr was fürs Grobe.
    Ich spann da immer Kanthölzer ein, und Fräse mir dann da die Konturen für das Bauteil rein, also quasi weiche Form-Backen. Das funktioniert recht gut.



    Wie bist du denn soweit mit der Drehzahl runter gekommen? Ich habe meinen FU gemäß Anleitung des Herstellers (sofern man es so nennen kann) parametriert. Die Parameter stimmen mit der Anleitung von Christian (Estlcam) überein. Mit den Daten ist die niedrigste Frequenz 100Hz was nach meiner bisherigen Beobachtung (keine Messung) 12.000 U/Min entspricht. Jedenfalls kann ich keinen Unterschied wahrnehmen zwischen 8.000 und 12.000, ab dann aber deutliche Unterschiede.Sicherlich stimmt da was mit meiner Parametrierung noch nicht, da auch weniger als 12.000 U/min drin sein sollten.


    Aber 1.200 U/min mit China Spindel? Wusste nicht dass man da so weit runter mit kommt.


    Na, da hast du aber gut aufgepasst. Natürlich gar nich :/ . Die Steuerung hat das nur gesagt(die hab ich noch nicht richtig angepasst). Tatsächlich habe ich 6000- 7200/7300 geregelt.7500 sollten auch noch möglich sein. Aber darüber hinaus wäre es natürlich möglich den FU so einzustellen, das das mit 1200 dauch geht. Dann sollte man aber eine Vector Conroll Funktion haben damit die Spindel in den Drehzahlbereichen noch Kraft hat. Zum Antasten mit einem Kugellager auf ner Welle habe ich den immer auf 300RPM(da hat die Spindel natürlich mit dem normalen FU null Kraft) gehabt, aber das habe ich wie gesagt noch nicht eingestellt.



    Hier das ganze mal in Bild und Ton:

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    Grüße

    Daniel


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  • Hi Patrik,


    Stell einen Vorschub ein, mit denn du dich wohl fühlst, z.B. F 1200mm/min und Fz 300 oder 600.


    Dazu Drehzahl S nach Schnittdatenrechner abhängig von Fz einstellen.


    Wenn auf das Handrad hast, mit Finger am Poti F starten. Drecken pausiert die Maschine.


    Alternativ mit Maus auf Pause.


    Fahre dann nach Sicht d.h. nach Form der Späne.


    Wenn der Fräser Staub produziert oder die Ränder des Holzes verkohlen die Drehzahl S runter stellen oder Vorschub F hoch.


    Wenn die Maschine rattert oder der Fräser verklebt oder bricht, dann die Drehzahl hochstellen.


    Das geht natürlich nur mit normalen Fräsern und nicht mit spiral- oder diamantverzahnten. Die erzeugen immer Staub.


    Ich erwarte je nach Durchmesser 2-6mm lange schön gekrümmte Holzspäne.


    Bei einem Dreischneider ist weniger Platz für die Späne. Daher müssen sie kleiner sein.


    Ich bin mit meiner Fenja mit einem 8mm z2 Holzfräser mit S 18.000, F 2.000 mm/Min mit 4mm Zustellung durch Multiplex gefahren. Das war sicherlich nicht am Limit.


    Die Fräser brechen vor allem wenn sich das Werkstück löst und verkantet.


    Viel Erfolg!