Epoxy fräsen

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Epoxy fräsen

      Hallo,

      hat von euch schon einmal jemand gegossenes und ausgehärtetes Epoxy (Epoxidharz) gefräst ? Ich würde dies gerne tun, bin mir aber unsicher bei der Wahl von Fräser und Parameter.

      Ich würde wohl auch gerne einen kleinen Fräser (1-2 mm) einsetzen, da ich kleine Teile (Durchmesser etwa 10 mm, Höhe ca. 4 mm) ausfräsen möchte und diese evtl. temporär nur aufkleben würde, um sie nicht spannen zu müssen.

      Vorher würde ich die Epoxy Schicht mit einem deutlich größeren Fräser plan fräsen.

      Kann mir jemand einen Tipp geben?

      Viele Grüße
      Josh
    • Hallo Josh,

      habe das einmal gemacht.
      (Es war ein Versuch)

      Habe meine Opferplatte damit eingestrichen und plan gefräst.
      Es verhält sich ähnlich wie Plexiglas.
      Wichtig ist nur das Epoxy muss vollständig ausgehärtet sein!
      Ich konnte es damals nicht erwarten und habe zu früh begonnen mit dem fräsen.
      Dass schmiert sofort zu und verklebt den Fräser.

      Der beste Weg wird sicher sein eine Testfräsung zu machen.
    • Ja, das stimmt aber normaler Epoxy ( wie z.b Epoxykleber) braucht länger zum durchhärten als Resin. Warum das so ist kann ich nicht sagen. Mit Resin werden oft Möbel gebaut und die kann man nach ein paar Stunden Sägen,Schleifen, Fräsen etc. Das Zeug ist dann hart wie Stein.
      Mein Epoxyd für den Modellbau ist eher etwas zähflüssig und hat immer viele Blasen nach dem Mischen.
      Das was ich als Resin gekauft habe, ist sehr dünnflüssig und hat keine Blasen nach dem mischen.
      Gruß
      Willi
    • Hallo
      es gibt verschiedene Typen von Epoxid-Harzen, die unterscheiden sich hauptsächlich in der Viskosität. Es gibt Epoxidharze aus unterschiedlicher Herstellung, aber 90% aller gehandelten Harze sind Bisphenol-A basiert. Mehr Chemie dazu spare ich mir, der Chemiker weiß wo er das nachlesen kann. Bisphenol A hat eine hormonartige Wirkung und sollte mit absoluter Vorsicht verwendet werden.
      Es gibt verschiedene Typen von Härtern für die Epoxidharze, die unterscheiden sich (außer in der chemischen Zusammensetzung) hauptsächlich durch unterschiedliche Polymerisationszeiten. Es gibt Härter die bereits bei Zimmertemperatur härten, andere brauchen höhere Temperaturen, bis 160°C.

      Die Mischungsverhältnisse und die Härtezeiten sind in den technischen Merkblättern angegeben und müssen, um eine gleichmäßige Polymerisation zu erreichen, eingehalten werden. Die mechanischen Eigenschaften werden durch die Polymeristation bestimmt, also auch wie gut oder schlecht sich das Material fräsen lässt.
      Wenn das Harz gehärtet ist bedeutet das nicht das die Polymerisation abgeschlossen ist. Gerade bei kalt härtenden Mischungen geht die noch lange Zeit weiter. Abhilfe schafft tempern, also das erwärmen auf 70-80°C für mehrere Stunden. Es gibt kalthärtende Harze die verspröden wenn an sie nicht bei >40°C für 5-6Std tempert.

      Wenn ein Harz ohne genaue Angaben verkauft wird würde ich immer die Finger davon lassen. Epoxidharz ist nicht recyclebar und muß dementsprechend entsorgt werden.

      Epoxidharz ist, wenn es ungefüllt ist, nach der abgeschlossenen Polymerisation weicher und schmieriger als PMMA. Es gibt aber keine festen Werte, da das von der Mischung und der Polymerisation abhängig ist.
      Der Span der abgetragen wird muß den kompletten Schnitt kühlen. Es wird also mit relativ niedriger Drehfrequenz gefräst um wenig Wärme entstehen zu lassen.
      Ich würde mit so kleinen Fräsern immer mit Wasser/Spülmittelgemisch und MMKS kühlen. ist das Epoxid nicht ordentlich auspolymerisiert ist es auch in einem Stück unterschiedlich hart. So kann es ein das 100mm gut gefräst werden können und dann schmiert der Fräser schlagartig zu weil dort das Material noch nicht auspolymerisiert ist. Tempern ist also nötig.


      Bastlerhh wrote:

      braucht länger zum durchhärten als Resin
      Resin ist einfach der englische Oberbegriff für Harz. Von Resin zu schreiben ist genauso populistisch wie alle Kunststoffe "Plastik" zu nennen.
      Harz (Resin) sagt nichts aus. Es kann sich genauso um Baumharze handeln die oxidativ härten wie um Polymerharze oder hitzehärtende Harze, wie Phenol- oder Melaminharze.
      Wenn Willi also schreibt das Epoxidharz länger zum durchhärten braucht wie Resin dann ist die Aussage so wie "Nachts ist es grüner wie oben".

      Ich kann Epoxidharz so einstellen das es im Autoklav bei einer bestimmten Temperatur innerhalb weniger Minuten auspolymerisiert ist. Dabei wird das Epoxidharz unter Druck härter an der Oberfläche als im Vakuum. Ob die dann erhaltenen Eigenschaften so sind wie ich sie haben will ist aber eine andere Frage.

      Ich kaufe meine Epoxidharze bei der Hock Gmbh. Der Herr Hock ist ein Chemiker der alten Garde, so hat man bei Problemen immer einen kompetenten Ansprechpartner.


      grüße
      ralfg
    • Ich hatte mir übrigens das folgende Harz vom großen A zugelegt:

      dipoxy.de/075-999KG-EP-Epoxidh…-GFK-Epoxy-Tisch-Boden-1A

      Ich werde am Wochenende einmal versuchen dieses zu fräsen. Laut deren Website:

      bei 10°C mindestens 72 Stunden zum Begehen und 10-14 Tage zum starken Belasten.
      bei 20°C mindestens 24 Stunden zum Begehen und 6-10 Tage zum starken Belasten.
      bei 30°C mindestens 12 Stunden zum Begehen und 2-5 Tage zum starken Belasten.

      Wenn ich mir die Zeiten bis zum "starken Belasten" so ansehe, dann wird das wohl nichts mit Freitag gießen und Sonntag fräsen :/ Oder ist es auch abhängig von der Gusshöhe? Ich rechne etwa mit einer Höhe von 5mm...
    • Hallo
      ich habe mir das Angebot angeschaut und auch gerade mit der Firma VASA-Fit GmbH telefoniert, das war alles sehr ärgerlich.
      Wenn in Deutschland Chemikalien online verkauft werden dann müssen die Datenblätter und die Verarbeitungshinweise vor dem Kauf zu sehen sein. Das ist in der CLP-Verordnung und der Gefahrstoffverordnung so festgelegt. Du hättest vor dem Kauf sehen müssen das dieses Harz kaum das richtige ist und Du selbst bei Härtung bei höheren Temperaturen Tage warten musst.
      Bei dieser Firma geht es eher um nette Bildchen als um die Einhaltung der gültigen Gesetze und der zufriedenen Kunden. Die vorgeschriebenen Unterlagen wollen sie erst mit dem gekauften Produkt liefern. Ich würde von diesem Händler die Finger lassen.

      Die Härtetemperaturen die dort angegeben sind beziehen sich auf Fußbodenharze. Die spärlichen Angaben sehen auch so aus als wären diese Harze für großflächige Fußbodengestaltung mit Strizzo gemacht. Es gibt bei denen nur ein Produkt, variiert mit irgendwelchen Pigmenten, aber chemisch immer gleich. Für den abgebildeten Schmuck oder die Tischplatten sind die Harze absolut ungeeignet wenn sie ohne die nötigen Einrichtungen (Temperofen mit gleichmässiger Temperatur) verarbeitet werden.

      Ein guter Händler wie z.B. r-g.de hat unterschiedliche Harze und Härter im Angebot. Auch die Verarbeitungshinweise und Datenblätter sind vorhanden.
      Es gibt schnelle Härter die bei Raumtemperatur eine Aushärtezeit von 24 Std haben. Wenn man diese Harze bei 50°C-60°C härten lässt sind die innerhalb weniger Stunden durchgehärtet, ich würde von 3 Std. ausgehen. Man umgeht bei Warmhärtung auch das große Problem das während der gesamten Durchhärtung eine absolut gleichmäßige Luftfeuchtigkeit herrschen muß.
      Schwankt die Luftfeuchtigkeit während des Aushärtens stark bekommt das Epoxidharz Risse, das kann man bei so langen Härtezeiten und den aktuellen Wetterbedingungen kaum verhindern.

      Abgesehen davon, wenn dort steht: "bei 30°C mindestens 12 Stunden zum Begehen und 2-5 Tage zum starken Belasten." Dann bedeutet das nicht das das Harz nach 2-5 Tagen auch gleichmäßig durchpolymerisiert ist. Ich würde dafür immer die doppelte angegebene Zeit rechnen.

      Es ist leider wie so oft. Wenn Du ohne Ahnung etwas kaufst bist Du in der Hand des Händlers. Die Fußbodenharze sind sehr elastisch und für gute Haltbarkeit bei Abrieb gemacht.
      Zum gießen von Teilen die dann gefräst werden taugen sie nichts. Ist wie bei Alu, es gibt (teure) gut zerspanbare Legierungen und es gibt (billiges) Schmieralu was man nicht auf der Fräse haben möchte.

      grüße
      ralfg
    • Hallo zusammen,

      ich wollte ganz gern nochmal eine kurze Rückmeldung zu meinen Versuchen geben.

      Als Fazit vorweg muss ich sagen, bin ich mehr als positiv überrascht davon, wie gut sich das Material verarbeiten lässt. In eine Silikonform gegossen habe ich zunächst einen etwa 150 x 150 x 15 mm "Klotz". Dessen Temperatur wurde nach etwa 45 Minuten -wie es bereits die Anleitung vorhersagte- extrem hoch (ca. 160°C). Als ich dies bemerkte, stellte ich die Form schnell nach draußen bis das Harz äußerlich nach ca. 2 Stunden hart war. Das Durchhärten dauert aber deutlich (!) länger.

      Etwa 5 Tage später testete ich dann mit einem 6 mm 2-Schneider den Klotz plan zu fräsen. Parameter: 22000 rpm, 3000 mm/min, 0.32 mm Tiefenzustellung, "manuelle Kühlung" mit Wasser-Spüli-Mischung. Optisch waren zwar leicht die Spuren erkennbar, jedoch kaum zu erfühlen. Durch Schleifen mit 800er - 2500er Nassschleifpapier ließ sich eine super glatte Oberfläche erzielen!

      In einem anderen Test habe ich ca. 15 mm große Scheiben aus etwa 5 mm hohem Epoxy ausgeschnitten (Konturfräsung). Hier konnte ich ebenfalls für meinen Geschmack ziemlich gute Ergebnisse mit einer sehr scharfen oberen Kante erzielen. Genutzt habe ich einen 3 mm Einschneider: 22000 rpm, 1000 mm/min, 0.32 mm Tiefenzustellung, "manuelle Kühlung" mit Wasser-Spüli-Mischung.

      Insg. sind meine Werte für die Tiefenzustellung sicherlich sehr konservativ gewählt, aber ich hatte es nicht eilig und es gab auch keine Anzeichen dafür, dass die Oberfläche anfängt zu schmelzen (vgl. Acrylglas).

      Viele Grüße
      Josh
    https://www.daswetter.com/