LinuxCNC für Linux- und CNC-Anfänger?

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    • LinuxCNC für Linux- und CNC-Anfänger?

      Moin!
      Da so gaaanz langsam die Mechanik meiner Fräse Form annimmt, muss ich mir gedanken um die Elektrik mache. Inzwischen bin ich weitestgehend von meinem Anfangsplan (CNC-Shield+Estlcam) abgekommen und schiele tatsächlich auf LinuxCNC.
      Warum? Auf den ersten Blick scheint man damit mehr machen zu können, als ich mir je werde vorstellen können und man umgeht USB.

      Nun zu meinen Fragen:

      1. Kann man einem Anfänger das einrichten zutrauen? Ich habe ein grundsätzliches Verständins davon, was so im Schaltschrank los sein sollte und kann natürlich auch Steps usw. ausrechnen, allerdings wäre das mein erster Linux-Rechner...

      2. Der PC: Wir haben zuhause aktuell einen arbeitslosen Packard Bell S3810. Lohnt es sich vllt. erst einmal mit dem loszulegen und den mithilfe der Letmathe PCI zu Parallelport-Karte umzurüsten? Ich habe vorerst keine sonderlich hohen Schrittfrequenzen geplant...

      Am Ende möchte ich dann mit einem normalen Breakoutboard ein paar günstige TB6600 zum loslegen ansteuern. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir helfen könntet, dann kann ich meine Fräse hoffentlich bald fahren lassen :rolleyes:

      Liebe Grüße und einen netten Sonntag,
      Jannis
    • Hallo Jannis.

      Wie Fritz schrieb, würde ich auch einfach mal LinuxCNC auf dem vorhandenen Rechner installieren. Du kannst dort schon mal Latenztests mit machen und schauen, ob Du (mit einer simulierten Maschine) mit dem System grundsätzlich klar kommst.

      Darüber, dass das nicht Windows und nicht Linux ist, würde ich mir erst mal keine Gedanken machen. Die Installation ist menügeführt und sollte keine Probleme darstellen. Nur hinterher muss man sich klar machen, dass LinuxCNC größtenteils über Textdateien konfiguriert wird und nicht über die Maus mit Menüs. Das ist sicherlich nicht jedermanns Sache, ermöglicht aber halt eine Flexibilität, die man mit irgendwelchen Mausklicks nicht erreichen kann. Die Anfangskonfiguration kann man sich mit dem Stepconf-Wizard erstellen. Aber irgendwann wird man wahrscheinlich mehr machen wollen, als mit dieser Basis-Konfiguration möglich ist und dann muss man sich halt mit einem Texteditor anfreunden. Aber man kann da langsam reinwachsen.

      Mit Parallelport-Karten habe ich mich noch nicht auseinandergesetzt (da mein altes Möhrchen, dass ich für LinuxCNC wiederbelebt habe einen integrierten Parallelport hat). Wenn ich mir aber eine Karte kaufen würde, dann würde ich wahrscheinlich eine mit zwei Ports testen. Die kosten nicht viel mehr, man hat aber halt doppelt so viele Pins zum Rumspielen. Für die Basis-Sachen reicht sicherlich ein Parallelport. Es gibt aber nur fünf Eingangspins pro Port und die sind normalerweise dann mit den Grundfunktionen belegt (Limit XYZ, Probe und Emergency Stop). Wenn man überlegt noch mehr machen zu wollen (Drehachse-Limit, Hardware-Knöpfe für Pause oder ähnliches), dann bräuchte man mehr Pins, sprich: einen zweiten Port. Wenn Du meinst, dass Du so etwas nie machen möchtest, dann bietet eine Karte mit zwei Parallel Ports aber natürlich keinen Vorteil. Und falls noch ein PCI-Steckplatz frei bleibt, kann man notfalls auch immer noch ne zweite Einfach-Karte einbauen. (Notfalls kann man, meine ich, auch alle Limit-Switches auf einen Pin legen. Muss man dann halt nur nacheinander homen und der Rechner weiß nicht, wo er im Fehlerfall anstößt.)

      Tschüss,
      Lars
    • Vielen Dank für die Antworten!
      Stimmt, einfach mal ausprobieren, obs mir gefällt, könnte ich auch mal...
      Wenn ich die Zeit finde, werde ich morgen einmal den Packard Bell aufschrauben und gucken, ob noch ein PCI Slot frei ist. Wenn ja, versuche ich mal mithilfe des von Fritz verlinkten Tutorials (Dankeschön!) eine Testmaschine aufzusetzen. Wenn nicht, kaufe ich mir einen gebrauchten Dell Optiplex, den hatte key2 auf seiner Website empfohlen.

      Dass man die Basiskonfiguration im GUI machen kann, finde ich tatsächlich ebenfalls nett, ich hatte dahingehend befürchtet, dass man da schon rumbasteln muss. Weiterhin sollten mir vorerst die 5 Inputs wohl ausreichen. Wenn ich ein Handrad o.ä. umsetzen möchte, kann ich ja immer noch eine andere Karte installieren oder mir einen gebrauchten PC mit bereits installiertem LPT kaufen. Für einen Preis von 14€ für die Karte kann man das auf jeden Fall ja so machen.


      Eine Frage noch, die vielleicht etwas OT ist:

      Kann man für das Step/Dir Interface zwischen BOB und Motortreibern ganz normale ungeschirmte Litzen (in meinem Fall 0.25mm^2) verwenden? Wenn ja, müsste ich lediglich noch Leitung für die Spindel und von den Treibern zu den Steppern bezahlen.

      Grüße,
      Jannis
    • Hallo nochmal.

      1. Es gibt Parallelport-Karten auch mit PCIe-Interface, falls der Rechner sowas haben sollte.
      2. Für ein Handrad brauchst Du keine Parallelport-Pins. Die parallele Schnittstelle wird benutzt, weil es die einzige Echtzeitschnittstelle im PC ist. Ein Handrad braucht aber keine Echtzeit. Da ist es egal, ob der Befehl sich nen Millimeter zu bewegen ein paar Millisekunden früher oder später kommt. USB reicht dafür locker aus. (Persönlich benutze ein ein WHB04-L Handrad (drahtlos) von Aliexpress und bin damit recht zufrieden.)
      3. Ich würde vermuten, dass normale Litzen ausreichend sein sollten, solange sie verdrillt sind und sie nicht direkt neben dem FU lang laufen. Der Weg von BOB zum Treiber wird ja nicht sonderlich lang sein. Ansonsten kann man auch einfach geschirmtes Ethernet-Kabel nehmen. Schirm an einer Seite erden. Kostet auch nicht wirklich viel und man hat seinen Seelenfrieden.

      Tschüss,
      Lars
    • chaotix wrote:

      gibt Parallelport-Karten auch mit PCIe-Interface, falls der Rechner sowas haben sollte.
      Ich schraub morgen einfach mal den Rechner auf :)

      chaotix wrote:

      USB reicht dafür locker aus.
      Gut zu wissen! Ich war irgendwie immer davon ausgegangen, dass man bei LinuxCNC keine USB-Geräte mehr anbinden könnte.

      chaotix wrote:

      Ich würde vermuten, dass normale Litzen ausreichend sein sollten, solange sie verdrillt sind und sie nicht direkt neben dem FU lang laufen.
      Dann probier ich das mal so. Wenn ich Glück habe, finde ich auch noch ein Stücken Blech, um mir ein kleines abschirmentes Gehäuse zu basteln.


      Grüße und Danke noch einmal,
      Jannis