Parker AC10 + 2.2 kW China Spindel

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    • Parker AC10 + 2.2 kW China Spindel

      Hallo zusammen,

      ich möchte hier einmal kurz meine Erfahrungen zum Einstellen eines Parker AC10 Frequenzumrichters im Betrieb mit einer 2.2 kW China Spindel dokumentieren. Die Spindel und den FU habe ich bereits hier, jedoch würde ich mit einem ersten Test noch warten bis meine Teile für die Wasserkühlung da sind. Als Grundlage für die Parametrierung verwende ich die folgenden Dokumente:
      Letztere scheint mir für eine schnelle Inbetriebnahme besonders gut geeignet zu sein. Basierend auf den Motordaten würde ich folgende Einstellungen vornehmen:


      ParameterBeschreibungWertKommentar
      F111Maximale Frequenz (Hz)400
      F112Minimale Frequenz (Hz)50entspricht 3000 Hz
      F113Zielfrequenz (Hz)50(Default)
      F114Beschleunigungszeit (s)5(Default)
      F115Bremszeit (s)5(Default)
      F137Drehmomentausgleichmodi3Automatischer Drehmomentausgleich (Default)
      F200Quelle des Startbefehls4Tastenfeld + Klemme + MODBUS (Default)
      F201Quelle des Stoppbefehls4Tastenfeld + Klemme + MODBUS (Default)
      F203Hauptfrequenzquelle5Keine Speicherung. Startwert = F113. Später 10 (Modbus)
      F209Stoppmodus0Rampe (Default)
      F228Anwendungsauswahl0Kein Anwendungsmakro (Default)
      F801Nennleistung (kW)2.2
      F802Nennspannung (V)220
      F803Nennstrom (A)8
      F804Anzahl der Motorpole2
      F805Nenndrehzahl (U/min)24000
      F810Motornennfrequenz (Hz)400



      Wie man sieht, können die meisten Einstellungen auf den Default Werten bleiben. Die 800er Motorparameter müssen jedoch -wie auch die max. und min. Frequenz- eingestellt werden. Danach sollte man den FU starten können und dieser im V/F Modus laufen (ohne Gewähr!).

      Wenn dies funktioniert, würde ich wie in "Easy Start Guide" S. 8 beschrieben das Autotuning starten bei dem weitere Motorparameter wie Widerstände und Induktivitäten ermittelt werden. Danach würde ich den Parameter F106 auf 0 stellen und damit in die sensorlose Vektorregelung wechseln.

      Später würde ich dann versuchen über UCCNC und RS-485 die Drehzahl einzustellen. So weit bin ich aber noch nicht. Erstmal sehen ob die Spindel läuft.

      Falls jemandem noch etwas auffällt zu meinen Parametervorschlägen lasst es mich gerne wissen! Vielleicht vermisst ihr ja noch eine Einstellung oder ich habe etwas falsch eingetragen...

      Viele Grüße
      Josh
    • Hallo Josh.

      Ich betreibe auch seit längerem einen AC10. Folgende Parameter habe ich anders (oder zusätzlich) eingestellt:


      F1090.5Startfrequenz
      F112100Minimale Frequenz
      F113200Zielfrequenz
      F118400Basisfrequenz
      F1191Referenz für Hoch- bzw. Auslaufzeit
      F1205Totzeit für Wechsel Vor- zu Rücklauf
      F1361Schlupfkompensation
      F2101Genauigkeit der Frequenzanzeige
      F3005Relaistokenausgang (An bei Spindel an)
      (Benutze ich für das automatische Schalten der Wasserpumpe)



      Ich sage nicht, dass diese Einstellungen notwenig oder besser sind. Bei einigen bin ich mir auch gar nicht mehr sicher, warum ich sie so eingestellt habe (F210 wird z.B. wahrscheinlich nur kosmetische Gründe haben) und einige habe ich in der Zwischenzeit geändert (als ich mir einen mechanischen Kantenfinder geholt habe, habe ich die minimale Drehzahl auf 600 gesenkt. Man sollte bei so geringen Drehzahlen nur tunlichst keine Last haben).
      Ich weiß nur, dass meine Spindel damit zuverlässig funktioniert hat. Ich habe allerdings die Vektorsteuerung (auch mit Hilfe von Klibo, wo ich den FU gekauft habe) nicht zum Laufen bekommen. Die Spindel dreht am Ende des Test (F800 = 1), aber nicht wenn man sie per Hand im Vektormodus startet. Klibo meinte allerdings, dass das ein gängiges Problem bei vielen FUs mit so Hochfrequenzspindeln sei.

      Wenn Du später die Spindel per Modbus steuern willst, musst Du wie Du schon richtig geschrieben hast F203 auf 10 stellen. Vorwärts, Rückwärts, Stop kontrollierst Du, wie im Handbuch beschrieben, über Parameter 0x2000 (= 8192).

      Die gewünschte Frequenz kannst Du über die Funktion "fnct_06_write_single_register" in das Register F113 (0x010d = 269) schreiben. Das ist leider so im Handbuch nicht beschrieben. Die Infos, wie man das mit LinuxCNC per Modbus steuern kann, habe ich im LinuxCNC-Wiki aufgenommen (wiki.linuxcnc.org/cgi-bin/wiki.pl?VFD_Parker_AC10), was aber gerade nicht funktioniert. Evtl. sind ein paar Informationen dort aber auch für andere Steuerungen interessant.

      Zum Testen kannst Du die Spindel übrigens auch ohne Wasserkühlung betreiben. Das ist ihr völlig egal, wenn sie mal für ne Minute ohne Last läuft.

      Ansonten kann ich nur sagen, dass ich auch kein FU-Profi bin. Habe mir das auch alles selber zusammengefrickelt, da ich keine Anleitung im Netz gefunden habe. Aber sie läuft seit mehreren Monaten und hat mir bisher keine Probleme bereitet.

      Tschüss,
      Lars
    • Hallo Lars,

      vielen Dank für deine Ergänzungen! Es war mir gar nicht bewusst, dass es noch mehr AC10 Nutzer hier im Forum gibt :)

      Das mit dem Vektormodus ist natürlich etwas betrüblich, auch wenn ich nicht sicher bin, ob ich später überhaupt einen Unterschied feststellen würde. Ich werde es trotzdem mal mit meinen Exemplaren versuchen die Spindel in dem Modus zu starten.

      Viele Grüße
      Josh
    • Hallo Josh und Lars,

      danke, dass Ihr so detailliert Eure Erfahrungen mit dem Parker teilt.
      Wie schonmal irgendwo geschrieben, dauert es bei mir noch mit dem FU. In der Zwischenzeit lese ich Eure Berichte sehr gern.


      Grüße,
      Peter
      Compared to a properly tailored dinner jacket with a self-tied bow tie and elegant turndown-collar formal shirt, the black suit is utterly pedestrian.
    • Hallo zusammen,

      als weitere kleine Motivationshilfe über eure Erfahrungen zu berichten ... meine Raschke-Holzfräse nähert sich nach einer längeren Tiefschlafphase in keinen, aber mittlerweile stetigen Schritten der Fertigstellung. Ich möchte dann auch eine Chinaspindel + FU nutzen und schiele momentan auch auf die Kombi Parker AC-10 + 2,2kW. Habe mich allerdings noch nicht endgültig entschieden, ob Wasser- oder Luft gekühlt.

      Der Vorteil beim Parker gegenüber anderen wäre natürlich der Vectormode - denn soweit ich verstanden habe, bedeutet das dann ja mehr (im Vergleich zu V/f) Drehmoment im unteren Drehzahlbereich. Dafür wiederum ist (rel. gesehen) mehr Strom nötig -> die Spindel muss "mehr" gekühlt werden (bei luftgekühlter Spindel vermutlich über einen zusätzlichen Lüfter, bei wassergekühlter sollte das System das wohl so verkraften)

      Bitte um Korrektur meiner Annahmen sollten diese falsch sein.

      Insofern verfolge ich - abgesehen von diesem Post - diese Diskussion passiv mit grossem Interesse bzgl. des Vectormodes ...

      Gruß
      Frankreich
    • Hallo Frankreich :D
      im Vektormode hast du mehr Drehmoment zur Verfügung, das stimmt. Dazu braucht man mehr q Achsenstrom, aber sie hat dafür weniger d Achsenstrom (Blindstrom). Das ist gerade im unteren Drehzahlbereich wichtig, da hier dann die gesamte Strom Amplitude kleiner ist und deshalb die Verluste kleiner sind. Die Amplitude berechnet sich aus Wurzel(id^2+iq^2).
      Kurz gesagt, die Maschine wird besser ausgenutzt. Wenn möglich also immer Vektormode benutzen.
      Aber deine Argumentation gilt so nicht, weil du Äpfel mit Birnen vergleichst. Man sollte immer von der gleichen Belastung ausgehen. Wenn du natürlich im Vektormode aggressiver unterwegs sein kannst als im V/f Mode kann dir Maschine durchaus mehr Strom ziehen, aber das hängt dann wiederum von der Drehzahl ab. Das Thema ist etwas komplexer. Also nicht soviel Gedanken machen und Vektormode benutzen.
      LG Albert
      Nur Fliegen ist schöner.

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    • Ich bin nun endlich dazu gekommen meinen Parker AC10 in Betrieb zu nehmen. Leider mit wenig Erfolg: Nach der Verbindung mit dem 230V (Haus-) Netz flog der FI raus. Die Spindel hatte ich noch gar nicht verbunden.

      Nach genauerem Hinsehen wird im Datenblatt auch darauf hingewiesen, dass entweder gar kein FI oder ein FI Typ B verwendet werden soll. Ich gehe davon aus, dass die Ableitströme (EMV Filter / FU) so groß sind, dass der 30 mA FI auslöst. Gibt es bessere und einfachere Lösungen als einen Wechsel des FIs ? Von dem Einsatz eines Trenntrafos halte ich aus Sicherheitsgründen an dieser Stelle eher weniger.

      Ich wäre euch für Tipps sehr dankbar. Ich bereue schon fast mich für das teurere Markengerät entschieden zu haben ;(

      Viele Grüße
      Josh
    • Das Filter ist "leider" in den FU integriert. Falls gar nichts anderes geht würde ich natürlich nachsehen ob ich es überbrücken kann, aber vielleicht gibt es ja noch eine bessere Lösung...

      chaotix wrote:

      Ich betreibe auch seit längerem einen AC10.
      Da würde mich jetzt natürlich mal interessieren, ob du diese Probleme nicht hattest / wie du sie gelöst hast :|

      Viele Grüße
      Josh
    • Was steht denn in den technischen Unterlagen wie hoch die Ableitströme sind ? Das der schon ohne Last mit Filter den FI raushaut ist doch sehr ungewöhnlich.

      Mehr als 9-13 mA sollte der normal nicht ableiten. Vorausgesetzt alles ist sauber verdrahtet.
      Auch so ein FU kann mal einen Defekt haben. Zur Not durch den Händler / Hersteller prüfen lassen.
      Wie sieht es mit dem primären Strom-Netz davor aus ? SInd da evtl schon Ableitströme vorhanden so das der FU nur noch " das Fass zum überlaufen " bringt ?

      Ist der FI selber in Ordnung ? Vielleicht kann dir das mal jemand messen falls du nicht selber die Möglichkeit dazu hast

      Alles sauber geerdet ?

      Bau mal den Primärkreis mit einem neuen FI ( muss kein B sein ) von der Vorsicherung her sauber neu auf. Ohne andere Verbraucher dazwischen.
      Das sollte funktionieren. Sicherung / Zuleitung / FI / FU

      Viel Erfolg
      Gruss Andy

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      Cad: Fusion 360 Cam: Estlcam
    • Mein Omron-FU hat mit dem ersten und dem zweiten Netzfilter immer den FI rausgehauen (gleich beim Einschalten). Dann habe ich gebraucht einen richtig großen Netzfilter mit 4-Leiter-Anschluß gefunden, der über N ableitet, damit geht es jetzt zuverlässig.

      Ich finde es also nicht ungewöhnlich, dass ein Netzfilter Probleme macht.
    • Hallo Josh.

      Da ich keinen FI habe, kann er bei mir nicht rausfliegen. :)

      Ich habe allerdings den FU auch ohne Netzfilter gekauft, da der mitgelieferte ja für C3 Umgebungen ist.

      Daher hatte ich mir den ableitarmen von Sorotec bestellt. Ob das jetzt aber wirklich besser ist, kann ich ohne FI und Vergleich zum integrierten Filter natürlich nicht sagen.

      Tschüss,
      Lars
    • Ich habe den Parker nun zum Laufen bekommen. Mir war eingefallen, dass während meines ersten Tests (mit Auslösen des FIs) die Waschmaschine lief. Also noch einmal ohne weitere Motoren hinter dem FI getestet und siehe da: Er läuft 8o

      Ich habe die Parameter wie in meinem ersten Post eingestellt und noch F118 = 400 (siehe chaotix 2. Post) hinzugefügt. Da Spindel summt damit leise vor sich hin.

      Vektorregelung und RS485 würde ich dann später einmal testen.

      Viele Grüße
      Josh