Kissen, aber eins der harten Sorte.

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Kissen, aber eins der harten Sorte.

      Ich habe mal wieder im Auftrag gehandelt. :D

      Ich wurde gefragt ob ich auch ein Ringkissen fräsen könnte. Logisch, geht.

      Als erstes eine schöne .stl Datei im Internet gesucht. Das Zauberwort heißt "Pillow". Habe da einige kostenlose Dateien gefunden, mir hat aber dieses hier am besten gefallen.



      Als erstes die Holzauswahl. Entweder Ahorn oder Esche.



      Es wurde dann Ahorn, dieser ist zwar recht dunkel aber als Ringkissen sicher besser geeignet da sehr Feinporig und gut zu schleifen.
      Das war eine 80 mm starke Bohle und die Esche war 100mm.
      Das Modell war erst ca.195 x 195 x 85 mm. Also in Descproto ungleich skaliert auf 200 x 200 x 75 mm. Dann schaut es nicht so wuchtig aus.



      Den Klotz dann ohne vorheriges hobeln mit den Excenterklemmen aufgespannt und gleich mal die erste Seite gefräst.
      Erst geschruppt mit einem Schaftfräser (hat die Oberfläche etwas angebrannt, war nicht mehr so scharf) und mit einem 6mm Kugelfräser in X geschlichtet.



      Anschliessend noch in Y ein Stück rein geschlichtet, damit die groben Stufen die beim Querfräsen entstehen auch weggenommen werden.



      Erste Seite fertig...



      Zum Spannen für die zweite Seite verwende ich wieder eine Negativform.
      Dazu eine Fläche mit 2mm tiefe abgefräst. Auf dieser liegt später auch das Kissen und kann nicht mehr kippeln.



      Mit etwas "Übermaß" eine Holzplatte ausgesägt und auf das Kissen geleimt. Mit Gewichten über Nacht trocknen gelassen.



      Am nächsten Tag zum Nullpunkt des Kissens die Außenkontur nach gefräst und auf ein rundes Maß in Z Plan gefräst.



      Dann erst konnte ich das ganze ausspannen...

    • Und weiter geht's mit der Geschichte.

      Als Aufspannplatte habe ich ein altes Reststück Dreischichtplatte gefunden. Die musste schon mal als Fräsunterlage für die Kabelführung der Fenja-Z-Platte her halten.
      Da habe ich eine Tasche mit den Abmaßen der aufgeleimten MPX-Platte eingefräst. Diese hat dann fast schon selbst Passgenau gehalten.



      Diese dann mit Spax, Karosseriescheiben und den Spanneisen fest gemacht. Und gleich vorgeschruppt mit einem ähnlich stumpfen Schaftfräser... ;)



      Am Rand wurde es mit der Absaugung etwas knapp, so dass ich nur das Programm angehalten hatte, etwas weggefahren bin um diese abzumontieren.
      Beim Anfahren verwendet mein Screen seit neuestem nicht mehr das Maschinenkoordinatensystem für die sichere Höhe sondern das benutzerkoordinaten System.
      Da war dann das Höhe Null zu tief. (Nullpunkt unterkante Kissen) 8| . Also mit der Spannzangenmutter seitlich ins Kissen gerauscht.
      Der Nullpunkt war dann natürlich Geschichte. Das Kissen demontiert, neu ausgerichtet und ein Stück in die Fehlstelle angeleimt.



      Ihr seht, auch mir passiert sowas. :/ :thumbsup:

      Kissen fertig gefräst und für die Ringe noch zwei Passgenaue Kuhlen gefräst. Sollen ja auch halten.



      Ich glaube das Ergebnis kann sich sehen lassen. Von der Fehlstelle ist nicht viel übrig geblieben und fällt fast nicht auf.
      Schleifen darf der stolze Schwiegerpapa dann selber. :rolleyes: :thumbup:



      Ach ja, das aufgeleimt Brett habe ich dann auf der Abrichthobelmaschine vorsichtig abgehobelt und den Rest verschliffen.
    • Schön geworden!

      Hast du mal die automatisierte 3D-Blockbearbeitung von Estlcam verwendet? Damit habe ich mal ein paar Arme und Beine und Köpfe für Puppen 3D gefräst. Vom Rohmaterialblock bleibt rundherum ein Rand stehen, der Haltestege zum Werkstück hält. Und wenn der Rohmaterialblock sauber rechtwinklig ist, hat man bei der Rückseitenbearbeitung keinen Versatz.

      Der Vorteil ist: Man muß sich kaum Gedanken um Nullpunkt und Umspannen/Aufspannen machen. Und die CAM-Geschichte ist eine Sache von Minuten.

      Nachteil: Wegen dem umlaufenden senkrechten Rand braucht man recht lange Fräser, was manche dicke Werkstücke wieder schwierig macht.

      viele Grüße, Lars
    • Hallo Lars,

      nein, das mit dem Block habe ich noch nicht probiert. Ich verwende Estlcam nicht.
      Das mit dem Block würde auch in Descproto gehen. Ich sehe da aber keinen Vorteil.
      Der Nullpunkt müsste dann dennoch exakt stimmen, da der Block ja einmal gedreht wird.
      Auch müssten Haltestege stehen bleiben, welche dann auch wieder entfernt werden müssten.
      Genauso verhält es sich mit der Z-Höhe. Auch hier muss dann alles stimmen.

      In meiner Variante mit der Negativform ist der Nullpunkt in allen Achsen fest gegeben...
      Und in Descproto ist die CAM-Geschichte auch eine Sache von Minuten. Aber ich habe da mehr Möglichkeiten und kann selber mehr bestimmen.

      Das mit dem Block habe ich übrigens schon am Oloiden gesehen. Diese Idee stammt ursprünglich von Birgit.
      Aber auch hier habe ich eine andere Vorgehensweise. ;) Da habe ich mir eine Fräsvorrichtung gemacht. Am Ende nur noch 2-3 mal mit dem Schmirgelleinen drüber gehen, fertig.