Mostly printed CNC

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    • Hallo.

      Die MPCNC war ja meine Einstiegsdroge. Als Anfang ist die sicherlich ganz nett und man kann schauen, ob man auf den Geschmack kommt. Dafür ist sie ja auch ziemlich günstig. Man darf aber sicherlich nicht zu viel erwarten, da die ganze Konstruktion sicherlich so Ihre Mängel hat:

      1. Das XY-Kreuz kann man bei ausgeschalteten Motoren quasi um die Z-Achse drehen. D.h. man muss bei jedem Start schauen, dass die Fräse einigermaßen rechtwinklig ist.
      2. Der Macher kommt aus dem 3D-Druck-Bereich und ich habe das Gefühl, dass er bei gewissen Sachen etwas lern-widerwillig ist. Die "offizielle" Steuerung basiert auf einem Arduino Mega mit RAMPS und Marlin. Das ist für Drucker sicherlich gut, aber für eine CNC-Fräse doch eher sehr einschränkend. Es gibt keine unterschiedlichen Koordinatensysteme und man kann auch nicht mal eben sagen, wo der Nullpunkt sein soll. Dass es da andere Herangehensweisen gibt, ist dem Macher irgendwie bekannt, aber das ist zu kompliziert und er hat zu viel um die Ohren, um sich damit zu beschäftigen. Daher sind Endstops auch böse, da die ja unnütz sind und nur Probleme machen. Es gibt eigentlich nur einen "legitimen" Anwendungszweck und das ist zum automatischen rechtwinklig machen der Fräse mit einer gepatchten Marlin-Version. X und Y haben je zwei Motoren. Dort kann man dann auch je zwei Endschalter anbringen und so jeden Motor so lange fahren lassen bis er anschlägt. Wenn die Endschalter an der richtigen Position ist, bekommt man die Fräse damit rechtwinklig. OK, der Nullpunkt ist dann komplett in der Ecke und nicht wirklich beim Werkstück. Das umgeht man offiziell so, dass man im CAM den Ursprung irgendwo weit weg setzt, so dass dann an der Stelle gefräst wird, wo man das Werkstück eingespannt hat. Args! Das muss man natürlich nicht so machen, zeigt aber gut die Geisteshaltung, die bei den meisten Leuten im MPCNC-Forum vorherrscht.
      3. Stabilität ist nicht wirklich eine Priorität. Die GT20-Gurte soll/kann man nicht zu fest ziehen, da ansonsten entweder die Ecken über die Rohre nach innen gezogen werden (das habe ich mit etwas Gewebeband an den Rohrenden umgangen) und/oder man die Schrauben zu fest anziehen muss, dass das Plastik springt. Der offizielle Standpunkt ist, dass man den Gurt etwas labrig lässt und dass an der Konstruktion nichts geändert werden muss. Zudem ist die Z-Achse nicht wirklich stabil und ist mit einem relativ kleinen 500W-Motor schon am Limit. Als der bei mir kaputt gegangen ist und ich auf einen 1,5kW-Motor mit 6kg oder so aufgerüstet habe, ging es rapide bergab mit meiner Fräse und am Ende waren 90% aller Plastikteile gesprungen, weil ich immer versucht habe das Wackeln aus der Maschine durch mehr Spannung der Schrauben in den Griff zu bekommen.

      Das hört sich jetzt vielleicht alles furchtbar an, aber ich bin froh, dass ich die Fräse gebaut habe. Es ist ein wirklich günstiger Einstieg und man kann schauen, ob man Freude daran hat. Man kann das Marlin-Gedöns auch einfach sein lassen und eine vernünftige Steuerung nehmen. Ist ja kein Problem das mit GRBL, LinuxCNC, Estlcam oder Mach zu betreiben und nicht als komischen 3D-Drucker mit Marlin. Dann lernt man auch viel, was man dann bei einer späteren stabileren, aber halt auch teureren Fräse alles schon weiß und eine Vorstellung hat, wie alles zusammenarbeitet. Ich würde halt nur das Forum zu der Fräse vermeiden, da dort kaum jemand mit CNC-Hintergrund ist und alles wie bei einem 3D-Drucker gemacht wird. Aber wer das hier liest, ist ja eh schon in einem Forum mit genügend CNC-Wissen. :) Ohne die MPCNC hätte ich zumindest keine Fenja gebaut.

      Irgendjemand hier im Forum hatte noch von einer anderen Plastikfräse mal geschrieben, deren Name ich aber vergessen habe. Die war mehr wie eine normale Portalfräse aufgebaut. Evtl. ist die Konstruktion etwas stabiler und man entwächst Ihr nicht ganz so schnell. Aber kennen tue ich die auch nicht. So oder so, kann ich aber jedem, der bastelwillig ist, mal ins CNC-Fräsen reinschnuppern will und nicht weiß, ob er direkt > 1.000 EUR ausgeben will, so eine Plastikfräse empfehlen.

      Vielleicht hilft es ja jemandem,
      Lars

      P.S. Habe den Namen der andern Plastikfräse gefunden: Root 3 rootcnc.com/machines/root-3/ (Das ist keine Empfehlung. Ich kenne die Maschine nicht persönlich, finde aber, dass sie etwas stabiler als die MPCNC aussieht (Was wahrscheinlich aber auch daran liegt, dass ich weiß, wo es bei der MPCNC hakt :-))
    • Moin!

      Ich bin ja gerade am drucken der Teile für die MPCNC.

      Die Ausführungen von Lars sind schonmal Hilfreich. Mit der Steuerung hast du recht. Ich hatte schon eine Shapeoko welche einfach mittels GRBL und CNC Shield angesteuert wurde, das ist nun wirklich kein Akt. Ich verstehe auch nicht warum "die da im Forum" so scharf auf das Marlin Gedöns sind...

      Ich baue die Variante mit Endschalter. Ausserdem werde ich an der gegenüberliegenden Seite der Endschalter eine Möglichkeit vorsehen die Achsen (per Hand, Motoren aus) gegen einen Anschlag zu fahren um so nach dem Einschalten die Rechtwinkligkeit zu gewährleisten.
      Die X und Y Motoren werde ich jeweils in Reihe schalten und an je einen Treiber hängen. Mal gucken wie sich das macht, 24V Versorgung mache ich sowieso.
      Die Z-Achse wird auch einen Endschalter bekommen

      Gruß
    • Hallo.

      dkeipp wrote:


      Ich bin ja gerade am drucken der Teile für die MPCNC.

      Dann schreib mal ein paar Eindrücke, wenn Du die ersten Teile gefräst hast, wie Du so zufrieden bist.


      Ich baue die Variante mit Endschalter. Ausserdem werde ich an der gegenüberliegenden Seite der Endschalter eine Möglichkeit vorsehen die Achsen (per Hand, Motoren aus) gegen einen Anschlag zu fahren um so nach dem Einschalten die Rechtwinkligkeit zu gewährleisten.
      Die X und Y Motoren werde ich jeweils in Reihe schalten und an je einen Treiber hängen. Mal gucken wie sich das macht, 24V Versorgung mache ich sowieso.
      Die Z-Achse wird auch einen Endschalter bekommen

      1. Ich hatte mir vier Abstandshalter gefräst. Die konnte ich zwischen den Achsen im Kreuz und den Rohren am Rand einklemmen. Ungefähr sowas thingiverse.com/thing:918871 Und dann hatte ich noch einen Schalter, der das Enable-Signal der Treiber auf Masse oder auf Vcc gelegt hat. Bei jedem Start der Fräse, habe ich dann die Motoren mit dem Schalter ausgeschaltet, die Teile auf der den Homeschaltern gegenüberliegenden Seite eingeklemmt, Motorschalter umgelegt und dann die Referenzfahrt gemacht. Das ging soweit ganz gut.

      2. Das verstehe ich nicht ganz. Wenn die die Motoren in Reihe schaltest (hatte ich auch), wie kann dann jeder einen eigenen Treiber bekommen? Oder schaltest Du die Treiber in Reihe an den Ausgängen des Arduinos? Da musst Du schauen, ob das mit den Treibern geht. Viele benutzen ja einen Optokoppler mit Vorwiderstand. Wenn man zwei der Vorwiderstände in Reihe schaltet, dann ist der Strom evtl. zu gering und die Optokoppler schalten nicht. Man kann zwar die Vorwiderstände der Treiber austauschen. Das ist aber nichts für Lötanfänger, da das meist 0805 oder 0604 SMD-Widerstände sind.

      Wenn Du jedem Motor einen Treiber spendierst und die parallel an den Arduino anschließt, dann solltest Du auch so einen Motor-Enable-Schalter machen, der nicht das Enable-Signal des Arduinos benutzt. Hintergrund: Jeder Arduino-Pin darf max. 40mA liefern/abführen. Bei einem Treiber mit Optokoppler werden ca. 20mA benötigt. Zwei parallel geschaltete Optokoppler sind dann schon am Limit. Das Enable-Signal geht aber schon parallel an drei Treiber. Das ist bereits außerhalb der Spezifikation (wobei ich damit vor meinem Schalter und bevor ich mir dazu Gedanken gemacht habe, keine Probleme mit hatte). Wenn Du jetzt zwei Treiber für X und Y nimmst, dann wären das schon insgesamt 100mA, die vom Enable-Pin geliefert werden müssen. Das halte ich für nicht machbar. Dies gilt allerdings nur für Treiber mit Optokoppler. Die Mini-Boards für DRV8825 oder A4988 werden da wahrscheinlich keine Probleme machen, da die keine Optokoppler haben.

      3. Vernünftig. :)

      Viel Erfolg und Spaß mit der MPCNC,
      Lars
    • Lars, entweder hab ich es falsch ausgedrückt, oder es ist bei dir falsch angekommen ;)
      Zwei Motoren kommen in Reihe an einen Treiber. Somit ist Gewährleistet das beide den gleichen Strom bekommen. jedem Motor einen eigenen Treiber zu verpassen wäre ja Verschwendung. Das kostet jeweils 6€ extra :D
      Für eventuelle Nachbauer: Die Schrittmotortreiber sind quasi Stromquellen. Die an der Motorspule anliegende Spannung ergibt sich also Automatisch, es muss nur genug Spannung am Eingang der Treiber anliegen. In meinem Fall werden das 24V sein, mit 12V könnte es auch noch gehen, das ist aber schon sportlich bei zwei Motoren. Eine Überlegung wären noch Laptopnetzteile, die haben meist 19V und gibt es bei Hardware refurbishern (gekko, itsco und weitere) relativ günstig abzugreifen.

      Das mit den Enable Eingängen ist eine interesannte Idee. Das kann aber der Arduino gleich mitmachen (nach dem Einschalten ein Hinweis das die Achsen auf Anschlag zu schieben sind, danach Knopf drücken. Oder so ähnlich..