Neues dem Bastel-Keller und eine Alu-Frage

  • Ein herzliches Moin in die Runde!


    Nachdem ich jetzt schon eine ganze Weile hier still mitlese, wollte ich mich doch auch mal kurz vorstellen und zunächst mal ein dickes Lob an das ganze Forum loswerden! Hier kann man echt ne Menge an Infos bekommen und der Umgangston ist echt toll und familiär, eben so wie auch auf den Workshops... :thumbup:
    Mich hat der CNC14-Virus Anfang diesen Jahres auf der Maker-Faire in Dortmund (wo ich auch wohne) befallen, als es zu einer folgenschweren Begegnung mit Birgit kam: Die Fräse ist inzwischen mit dem Sohnemann zusammen gebaut und Birgit war schon so nett, auch meine beiden dazu entstandenen Youtube-Filme zum Bau der Fräse zu verlinken.


    Nach einigen kleineren, erfolgreichen Holzfräsungen bin ich auch gleich mal mutig geworden und habe mich an Aluminium herangewagt. Als Projekt hatte ich eine Tastplatte geplant, weil mir damit die Einrichtung des Werkstückes echt einfach erschien. Meine Einstellungen waren nach Ulis und Birgits Empfehlungen 13.000 U/min bei 500mm/min Vorschub und 0,1mm Zustellung. Als Fräser habe ich 4mm und 8mm Schaftfräser mit 4 Schneiden genommen. Das hat auch alles soweit ganz gut geklappt, allerdings auch eine ganze Zeit gedauert... Fotos habe ich mal angehängt, die Platte funktioniert super und macht die Einrichtung echt zum Kinderspiel!


    Nur eine Frage habe ich noch an die Metall-Experten hier unter euch: Was kann ich noch an der Oberfläche verbessern? Man fühlt haptisch sehr genau den Unterschied zwischen den Fräs-Richtungen (Gegenlauf und Gleichlauf). Gibt es in Estlcam noch andere Einstellmöglichkeiten außer den Frässtrategien? Wie kann ich evtl die o.g. Werte noch verändern, um eine einheitlich glattere Oberfläche zu bekommen? Schnellere Umdrehungen, weniger Vorschub? Welche Strategien nehmt ihr normalerweise für die Oberfläche (parallel, linear,..)?


    Ich freue mich schon auf eure Anregungen,
    mit sonnigen Grüßen,


    der Bert



  • Hallo Bert,


    willkommen hier im Forum !



    Was kann ich noch an der Oberfläche verbessern?

    Wie lang sind denn die beiden Fräser gewesen, die du verwendet hast. Oder wie weit stehen sie aus der Spannzange vor ?
    Im Bild 3 sieht es so aus als wenn der Fräser sehr lang war/ weit vorsteht.


    Das kann eventuell zu solchen Fräsebildern führen.

  • Hallo
    Hast du mit den Fräser am Foto gefräst? Der ist viel zu lang.
    immer Fräser nehmen die die Schneidenlänge gerade noch ausreichend haben. und so kurz wie möglich sind.
    aber ein Quantensprung im Fräsbild hat man mit einer MMS oder zumindest mit einen Pinsel schmieren.


    teste mal, fräße ein kleines Stück trocken und mit den gleichen Einstellungen mit ein wenig Spiritus du wirst sehen da liegen Welten dazwischen. (Spiritus nur zum testen den hat man mitunter zu Hause)


    für Deine ersten Alu Versuche ist das Ergebnis eh sehr gut.

  • Hallo Bert,
    Schön von Dir zu hören, bzw. zu lesen!
    Ich finde ebenfalls das deine erste Alu-Fräsung schon sehr gut geworden ist !
    Das das mit den geringen Zustellwerten so lange dauert war abzusehen und auch so nicht von mir gedacht.
    Wenn ich das Erstemal mir unbekannte Materialien fräse, gehe ich da immer vorsichtig ran und teste erstmal mit niedrigen Werten. Nach dem anfräsen und einigen Millimeter "in's Volle" kann man meist schnell abschätzen ob mehr geht. Dann kann man schrittweise den Vorschub erhöhen und auch die Zustellung ins Material, man muss halt sehen wie es läuft, grade Alu kann schnell problematisch werden, wegen der so genannten "Aufbauschneide". Das sind Anhaftungen von Alupartikeln an der Schneide und oder Spannut.
    Das kann ganz schnell kritisch werden und zum Bruch führen. Dem kann man entgegen wirken, zb. durch schmieren. Gut geeignet ist dafür zB. wie oben schon erwähnt, Spiritus. Um die Brandgefahr dabei ein wenig einzudämmen, verdünne ich den Spiritus meist mit Wasser, das geht dann immer noch ganz gut, hat aber den Nachteil das das Gemisch nicht mehr so schnell verdunstet, was wiederum sehr nachteilig für deine Opferplatte sein kann, die mag nämlich keine Feuchtigkeit. Also bei Arbeiten mit KSS (Kühlschmierstoff) nicht übertreiben und deine Aufspannplatte nach Möglichkeit mit saugenden Material abdecken. Als Alternative zum Spiritus eignet sich auch Parafin, das ist auch bei den meisten zu Hause vorhanden, zB. in Form von günstigen Kerzen oder Hautpflege-produkten. Das Fräsbild kannst Du eventuell noch verbessern, indem du beim letzten Durchgang die seitliche Zustellung des Fräsers verringerst, das ķaschiert eine eventuelle "Schieflage" deiner Frässpindel noch ein wenig. Wenn du das nächste mal Alu fräst, trau dich ruhig mal ein wenig mehr, aber in kleinen Schritten steigern, man bekommt da recht schnell ein Gefühl für.
    Falls Du Interesse hast, kannst Du mich auch gerne mal besuchen und wir probieren mal zusammen ein wenig, Dortmund ist ja nicht ganz so weit von mir, das schaffst Du garantiert mit dem Rad :) . Bei der Gelegenheit auch nochmal ein Lob für deine Bastel-Videos, macht immer Spaß die anzuschauen und den einen oder anderen Tip kann man sich immer mitnehmen!


    Gruß Uli

  • hallo
    Du musst auch bei Alu aufpassen den Alu ist nicht Alu. wenn du einmal an ein Stück ALU99 (sehr weich) geratest dann kann man nur mehr mit Schmierung fräsen und auch da sehr vorsichtig.
    wenn das Alu aber gut fräs bar ist dann kann man sich trauen und mit einer Holzfäse 4mm in einen Gang fräsen.


    eine gute Anleitung zum Alu Fräsen



    die 107XL beißt sich durch ALU

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    Die Steher sind ein betoniert worden dadurch war mit das Fräsergebnis relativ egal

  • Beim Thema Alu kann ich Fadi nur beipflichten. Ich habe schon mal Alu mit hohem Silizium-Anteil gefräst. Das wird scheinbar im Formenbau bei Automobilzulieferer viel verwendet.
    Eine Nut mit einem unbeschichteten Hartmetallfräser und der war danach Rund und abgeschliffen. Dann noch verschiedene Tests mit beschichteten HM-Fräsern, PKD beschichteten Fräsern und direkt mit PKD bestückten Fräsern durchgeführt. Das einzige was ging und gute Standzeit hatte war der PKD bestückte Fräser. (PKD = Polykristaliner Diamant = Industriediant).
    Das ganze auf einer DMU80 mit Ölkühlung.
    Das war noch zu meiner Formel1 zeit. ^^
    Das Bauteil wurde später aber aus Kohlefaser gefertigt.

  • Wow, wie cool! So schnell so viel konstruktiven Input: Ich bin begeistert! Aber was konnte man hier auch anderes erwarten... ;)


    @schmiro und @fadi : Die Fräserlänge möglichst kurz zu halten, klingt eigentlich total logisch, da hatte ich mir noch keine Gedanken drüber gemacht. Der Fräser auf Bild 3 war allerdings nicht bei dem Alu-Projekt beteiligt, mit dem hatte ich später ein etwas dickeres Holzteil bearbeitet. Aber da werde ich in Zukunft auf jeden Fall aufpassen, den Fräser nur so kurz wie nötig herausstehen zu lassen...


    @Freetec : Das mit den geringen Zustellungswerten war natürlich eine Angsthasen-Einstellung, weil ich noch überhaupt nicht einschätzen kann, wann die Werte passen und wann es kritisch wird. Mit Spiritus habe ich ordentlich gekühlt, allerdings war meine Taktik mit einer Einweg-Spritze nicht so gut, dass war schlecht zu dosieren. Den nächsten Versuch würde ich mit einem Pinsel machen. Kühlt man dabei eigentlich besser den Fräser selbst oder die Fräsfläche selbst? Dein Angebot des Besuches würde ich gerne annehmen, allerdings würde ich das Verkehrsmittel (Auto oder Fahrrad) erst festlegen, wenn du mir deine Adresse mal per PN geschickt hast... =O;)


    @Alois73 : Ich glaube, das Alu war ganz gut zu fräsen: Ich hatte bei dem Kölner Metallhändler extra nach fräsbaren Reststücken gefragt... Mein erster Versuch mit Alu war zwar nicht mit abgerundeten Fräsern gekürt, dafür hatte ich die Drehzahl überhaupt nicht im Griff: Der Fräser lief viel zu schnell und verklebte komplett! :(


    Mit sonnigen Grüßen,
    der Bert

  • Hallo

    Der Fräser lief viel zu schnell und verklebte komplett!

    das ist auch ein Problem bei den "Angsthaseneinstellungen"
    durch den langsamen Vorschub wird der Fräser nicht ausreichend durch die Späne gekühlt und durch die rasch anwachsende wärme entsteht dann die "Aufbauschneide"


    für ALU solltest du Maximal einen 2 Schneider verwenden. in den Oben von mir verlinkten Video ist das ein 6mm Einschneider.

  • Ok, schonmal wieder viel dazugelernt! :thumbup:


    Gibt es auch eine Empfehlung zur Räumstrategie? In Estlcam kann man ja wiegesagt unterschiedliche "Muster" auswählen... Vermutlich in den anderen Programmen ebenfalls?


    Einen schönen Abend noch für euch,


    der Bert

  • Ich würde sagen, dass diese kreisförmige Variante optimal wär. So hätte (zumindest theoretisch) der Fräser immer den gleichen Eingriffswinkel. Das wird ja z.B. auch beim Trochoidalfräsen oder Adaptive Clearing von Autodesk versucht zu erreichen.


    Grüße,
    Jannis